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Durchflussmessung und Diagnose

Moderne Durchflussmessgeräte überwachen auch die prozessnahe Umgebung

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Weniger ist mehr

Machbar ist heute bereits eine Menge, um im Fehlerfall die Fehlererkennung und Fehlersuche für das Wartungs- und Bedienpersonal zu erleichtern. „Korrosion oder Belagserkennung, welche Produktveränderungen des Endproduktes zur Folge haben können, werden heute schon sicher mit Coriolis-Massemessern erkannt und signalisiert. Auch Wirbelzähler sind in der Lage, diese zu erkennen und zu detektieren“, zählt Walter Staudt, Manager Business Development Flow Solutions bei Yokogawa Deutschland, auf.

Zudem liefert Yokogawa beispielsweise bei den Rotametern RAMC eine patentierte Schwebekörperblockade-Erkennung, bei den magnetisch-induktiven Durchflussmessern ADMAG eine Belagserkennung oder bei Wirbeldurchflussmessern die Detektion von Produktionssteuerungen.

Bei schwierigen Messstoffen (abrasiv, korrosiv, belagsbildend) können mithilfe von Diagnosefunktionen Veränderungen am Messsystem frühzeitig erkannt werden. Bei den Geräten von Endress+Hauser fällt dies unter die erweiterte Diagnose (Advanced Diagnostic), die als Zusatzsoftware bei jedem Gerät nachgerüstet werden kann.

Durch das Aufzeichnen ausgewählter Prozess- und Geräteparameter, wie Masse, Dichte, Temperatur oder Rohrdämpfung ist ein Vergleich mit vorgegebenen Referenzwerten möglich. Jedem dieser Diagnoseparameter kann heute schon ein frei einstellbarer Grenzwert zugeordnet werden, bei dessen Über- oder Unterschreiten sofort eine Warnmeldung ausgegeben wird. „Solche Grenzwertfunktionen erleichtern nicht nur die Planung der Wartungsintervalle, sondern auch den rechtzeitigen Geräteaustausch in kritischen Anwendungen oder notwendige Reinigungszyklen“, beschreibt Dietrich den Zusatznutzen.

Erdungsprüfung inklusive

Der Anwender profitiert normalerweise bereits bei der Inbetriebnahme von umfangreichen Diagnosefunktionen. So besitzt die ABB-Durchfluss-Messtechnik beispielsweise eine Erdungsüberprüfung, bei der die Güte der Erdung bewertet und mögliche Störer aufgezeigt werden.

Außerdem: Isolierende oder leitfähige Beläge an der Rohrinnenwand beeinflussen die Messgenauigkeit. Eine Trendaufzeichnung der Beläge ermöglicht eine bessere Kontrolle über einen bestimmten Zeitraum und damit eine konstante Produktqualität und Messgenauigkeit. „Die Instandhaltung wird planbar und plötzliche Stillstandszeiten werden vermieden“, so Giebhain-Wagner.

Einfacher Umgang mit Information

Bei ABB steht der einfache Umgang mit den Informationen im Fokus. Unabhängig von der Art der Diagnosefunktion erhält der Anwender verständliche Fehlermeldungen in Textform, inklusive einer Information zu möglichen Fehlerursachen sowie einer Handlungsanweisung.

Siemens setzt dafür auf neue Algorithmen. „Durch intensive Untersuchungen im Labor und in den Anlagen im Feld ist es uns gelungen, die unterschiedlichen Signalmuster zu erfassen und zu identifizieren“, nennt Niemann Gøbel einen wichtigen Schritt. Zukünftige Coriolis-Durchflussmesser von Siemens sollen ein Luft/Gas-Monitoring erlauben.

So kann der Anwender etwa einen Grenzwert für den Luft- oder Gasvolumenanteil festlegen, ab welchem das Messgerät in den Sicherheitsmodus wechselt. Da das Messgerät darüber hinaus die Messabweichung erfassen kann, bleibt der Anwender flexibel bei der Programmierung der Diagnosefunktion entsprechend seiner Anforderungen.

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