Abfallmanagement in der Lebensmittelindustrie Mit Vakuumtechnologie Abwasser sparen

Redakteur: M.A. Manja Wühr

In der Lebensmittelproduktion fallen große Mengen an Abwassern an. Das Bio-Suck-Projekt des Fraunhofer Umsicht arbeitet zusammen mit einer internationalen Arbeitsgruppe daran, die Abwassermenge zu reduzieren. Dabei setzen sie auf Vakuumtechnologie.

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Absaugventil einer Vakuumleitung zur Abfallsammlung
Absaugventil einer Vakuumleitung zur Abfallsammlung
(Bild: Bilfinger Water Technologies)

Oberhausen – Wie lassen sich in der Lebensmittelproduktion Abwasser sparen? Dieser Fragen geht das Fraunhofer Umsicht zusammen mit vier Projektpartnern aus dem In- und Ausland nach. In dem Projekt Bio Suck prüfen die Forscher den Einsatz von Vakuumtechnologie zum Absaugen anfallenden Abfalls. Lebensmittelproduzenten könnten so große Mengen an Wasser sparen. Je nach Branche können das laut Fraunhofer Umsicht 50 bis 80 Prozent sein. Zudem reduzieren sich auch die Kosten für die Abwasserentsorgung.

Bei der Abfallsammlung mithilfe von Unterdruck gelangen Lebensmittelreste durch ein den Auflagen der Lebensmittelindustrie entsprechendes Rohrsystem hygienisch und schnell an eine Sammelstelle. Restabfälle lassen sich durch Verbrennung nutzen, in Fermentierungsanlagen in Biogas oder Bioethanol umwandeln oder mittels hydrothermaler Carbonisierung (HTC) in ein braunkohleähnliches Produkt aufwerten.

Vakuumleitungen sind leicht nachzurüsten

Weiterhin ist es möglich, die Nährstoffe der konzentrierten organischen Abfälle direkt in die Industrie zurückzuführen oder aber als Ausgangsstoff für nährstoffreichen Dünger zu nutzen.

Die dünnen Vakuumleitungen lassen sich platzsparend an der Decke von Technika anbringen, vermeiden Geruchsbelästigungen und sind ohne großen Aufwand an Änderungen im Produktionsprozess anpassbar. Zudem ist das System gegenüber Ungeziefer und Nagern geschlossen, was einen weiteren signifikanten Vorteil besonders innerhalb der Lebensmittelindustrie darstellt.

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