Energiedatenmanagement Mit passenden Managementsystemen alle Energiedaten im Griff haben

Autor / Redakteur: Steffen Kügler / Wolfgang Ernhofer

Energiedaten-Managementsysteme (EDMS) verschaffen detaillierte Einsicht in den Energiebedarf. Entscheidend ist die Auswahl einer passenden Lösung, die sowohl die Anforderungen der Chemie- und Prozessindustrie, als auch die gesetzlich vorgegebenen Normen erfüllt. Sicherheit gibt der von Tüv Süd Industrie Service entwickelte Standard „Zertifiziertes Energiedaten-Managementsystem“.

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Ein funktionierendes Energiemanagementsystem spart Zeit, Geld und Ressourcen. Das Tüv Süd-Verfahren zur EDMS-Zertifizierung basiert auf Erfahrungen mit den Normen DIN EN 16001 und ISO 50001 und dem daraus entwickelten, eigenen Standard.
Ein funktionierendes Energiemanagementsystem spart Zeit, Geld und Ressourcen. Das Tüv Süd-Verfahren zur EDMS-Zertifizierung basiert auf Erfahrungen mit den Normen DIN EN 16001 und ISO 50001 und dem daraus entwickelten, eigenen Standard.
(Bild: Tüv Süd Industrie Service)

In der Prozessindustrie ist neben den Rohstoffen die Energie der zweitgrößte Kostenfaktor. Die Energieeffizienz auf Basis von Energiemanagementsystemen (EnMS) kontinuierlich zu verbessern, liegt im ökonomischen und ökologischen Interesse der Unternehmen. Zusätzlichen Anreiz bieten ab 2015 steuerliche Vergünstigungen für Strom und Energie sowie die Entlastung von der EEG-Umlage für energieintensive Unternehmen, deren Energiemanagementsystem nach Norm DIN EN ISO 50001 zertifiziert ist. Bei einem Energiebedarf von zehn Gigawattstunden entspricht das rund 290 000 Euro pro Jahr.

Din EN ISO 50001 ist die erste internationale gültige EMS-Norm. Der Leitfaden dient sowohl energieintensiven Großunternehmen als auch kleineren und mittleren Unternehmen der Chemie- und Prozessindustrie, Energiemanagementsysteme aufzubauen und zu implementieren. Fundament eines systematischen und ganzheitlichen Energiemanagements bildet neben den erforderlichen Organisations- und Informationsstrukturen ein intelligentes, an die Unternehmensbedarfe anpassbares Energiedaten-Managementsys-tem. Die vorausschauende Koordinierung des Energieverbrauches und erfolgreiche Umsetzung von Verbesserungs- und Einsparpotenzialen setzt allerdings eine belastbare Datenerfassung und -analyse voraus, weil die Datenqualität entscheidend für spätere Optimierungen ist.

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Große Auswahl an EDMS-Systemlösungen

Aktuell finden sich am Markt über 100 Energiedaten-Managementsysteme. Das erschwert den Vergleich und das Auswahlverfahren einer passenden Systemlösung. Zudem genügen längst nicht alle Produkte den gesetzlichen Vorgaben und den Anforderungen an die computergestützte Überwachung bzw. Analyse des Energiebedarfs. Entsprechendes gilt für die Beschaffenheit von Soft- und Hardwarekomponenten sowie der Messdatenerfassung. Darüber hinaus machen branchenspezifische Anforderungen und die Vielzahl möglicher, zu bedienender Schnittstellen optional realisierbare Systemmodifikationen und Customizing zu einem unverzichtbaren Auswahlkriterium.

Neben Hardware- und Softwarekomponenten stehen bei Tüv Süd Industrie Service deshalb ebenso Vertrieb und Anwenderfreundlichkeit von Systemen auf dem Prüfstand. Das Tüv Süd-Verfahren zur EDMS-Zertifizierung basiert auf der langjährigen Erfahrung mit den Normen DIN EN 16001 und ISO 50001 und dem daraus entwickelten, eigenen Standard. Über Prüf- und Checklisten werden die für eine System-Zertifizierung entscheidenden Funktionalitäten in den vier Produktebenen Feld, Automation, Management und Service begutachtet sowie beurteilt. Erfüllt ein Produkt die Anforderungen des Standards, erhält es das Tüv Süd-Zertifikat.

Drei Funktionsbereiche eines EDMS klären

Ein Energiedaten-Managementsystem gliedert sich in drei Funktionsbereiche: das Erfassen und Prüfen von Rohdaten aus unterschiedlichen Quellen, die Aufzeichnung, Analyse und Visualisierung einzelner und kombinierter Datenverläufe sowie die Aufbereitung und Ausgabe von Berichten und Auswertungen.

Feldebene des EDMS

Das gesamte Energiemanagement eines Unternehmens inklusive der strategischen Ausrichtung von Energiezielen kann dabei nur so gut sein, wie die ihm zugrundeliegenden Messungen und Auswertungen relevanter Daten. Qualität und Quantität der auf Feldebene generierten und zu speichernden Daten sind für die Experten von Tüv Süd Industrie Service entscheidende Kriterien bei der Prüfung eines EDMS. Sie sind ausschlaggebend für den Wert der anschließenden Datenverarbeitung und -aufbereitung. Maßgeblich für die präzise und vollständige Datenerfassung sind standardisierte Bussysteme. Sie garantieren die Vernetzung mit Sensoren bzw. Messwertaufnehmern verschiedener Hersteller und erlauben die unkomplizierte Erweiterung des Gesamtsystems um weitere Messpunkte.

Automatisierungsebene des EDMS

Auch auf Automatisierungsebene ist ein standardisiertes Bussystem empfehlenswert, da sämtliche Komponenten herstellerunabhängig kompatibel und vernetzbar sein sollten. Um bereits in frühen Prozessphasen Datenverluste im System auszuschließen, muss das EDMS eine zuverlässige, automatische Erfassung und Speicherung sämtlicher Messwerte sowie deren dauerhafte, verlässliche Datensicherung gewährleisten. Des Weiteren achtet Tüv Süd auf leistungsstarke Datenspeicher, multifunktionale Daten-Logger und programmierbare Steuerungen sowie eine performante Zeit- und Datumsverwaltung.

Managementebene des EDMS

Die eigentliche Auswertung der erhobenen Daten erfolgt auf der Managementebene des Systems. Funktionalitäten wie das Anzeigen unterschiedlicher Lastgänge in sinnvollen Zeitskalen, die Berücksichtigung von Live- und Aktualwerten, das Erkennen von Überschreitungen von Schwell- und Grenzwerten sowie erste Plausibilitätsprüfungen durch das System stehen hier auf dem Prüfstand. Hinzu kommt die Bewertung von Optionen und Qualität der manuellen und mobilen Dateneingabe, systemgenerierter Energieberichte und Kennzahlen, sowie das Abbilden von Energieverbrauchtrends.

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Auf Managementebene werden neben funktionalen Aspekten auch Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit betrachtet. Vergleichbar mit einem Cockpit, das als Informationszentrum zur Ableitung von weiterführenden Maßnahmen und zur Optimierung von Entscheidungsfindungen dient, sollen die Ergebnisse der Datenauswertungen und Maßnahmen einfach und transparent visualisiert und kommunizierbar sein.

Serviceebene des EDMS

Auf Serviceebene rücken begleitende Dienstleistungen des Softwareherstellers oder -vertriebes wie Seminar- und Schulungsangebote oder regelmäßige Softwareupdates in den Fokus. Weitere wichtige Punkte sind Qualität und Umfang der angebotenen Servicelevels, Reaktionszeiten bei Störungen oder notwendigen Reparaturen sowie bestehende, erfolgreiche Implementierungen des EDMS bei Referenzkunden. Sicherheit bezüglich Leistung, präziser Datenverarbeitung eines Energiedaten-Managementsystems sowie der staatlichen Vorgaben erhalten Unternehmen mit der Wahl eines von unabhängiger Stelle zertifizierten Systems.

* Der Autor arbeitet in der Abteilung Energiesysteme, Tüv Süd Industrie Service, Geschäftsstelle Dresden. Kontakt: Tel. +49 (0)3 51 / 42 02 - 3 28

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