Dezentrale Automatisierung Mit neuen Controllern sind Sie für die dezentrale Automatisierung gerüstet

Autor / Redakteur: Benjamin Böhm / Dr. Jörg Kempf

Das Wago-I/O-System 750 kommt überall dort zum Einsatz, wo Flexibilität, Kompaktheit und 100-prozentige Sicherheit erforderlich sind. Jetzt wird ein neuer Controller die bisherige Produktfamilie erweitern. Die neue Steuerungsgeneration eignet sich dank ihrer Schnittstellenvielfalt, Leistung und Flexibilität besonders für die hohen Anforderungen der Prozessindustrie, die zunehmend auf modulare, dezentrale Automatisierungstechnik setzt.

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(Bild: Wago)

Dosiereinrichtungen, Rührwerke, Antriebssteuerungen, Monitoring-Systeme oder Energiedatenerfassung: Die Steuerungs- und Regelungsaufgaben der Prozessindustrie sind ebenso komplex wie vielfältig. In der Prozessautomation ist man daher dazu übergegangen, Prozesse zunehmend modular zu gestalten und dezentral zu steuern. Ein Trend, der sich fortsetzen wird, da Anwender so flexibler auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren und Prozesse schneller anpassen können (lesen Sie hierzu auch das Interview unter "Ergänzendes zum Thema").

Darüber hinaus ermöglicht dezentrale Automatisierung dem Anlagenbauer eine optimale Integration seiner Erfahrungen und Kenntnisse in die Teilanlage. Der vorrangige Einsatz intelligenter Netzwerke mit kommunikationsfähigen Komponenten macht zentrale Steuerungsrechner vielfach überflüssig. Durch den stetigen Ausbau der dezentralen Strukturen und die vermehrte Verlagerung von Automatisierungsaufgaben ins Feld wachsen jedoch auch die Anforderungen an die prozessnah eingesetzten, autarken Steuerungen.

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Dezentrale Intelligenz auf dem Vormarsch

Eine Multi-Client-Server-Netzwerkarchitektur, wie sie oft in der Prozessindustrie zu finden ist, verlangt ein höheres Kommunikationsvermögen der eingesetzten Komponenten. Immer anspruchsvollere Prozesse müssen in harter Echtzeit ausgeführt werden. Entsprechende Daten und Ereignisse werden dezentral in Textdateien oder Datenbanken gespeichert.

Das Laden umfangreicher Parameterlisten, so genannter Rezepte, erfordert zudem eine hohe Rechenleistung. Gleichzeitig erwarten Anwender einen sicheren Remote-Zugriff samt Visualisierung und Eingriffsmöglichkeiten in die Konfiguration. Darüber hinaus soll eine Vielzahl von seriellen Kommunikationsgateways zu Aggregaten, Instrumenten, Wägesystemen und anderen elektrischen Einrichtungen synchron bedienbar sein.

Genau auf diese Anforderungen findet die neue Controller-Leistungsklasse von Wago eine Antwort. Der PFC200 begegnet der wachsenden Nachfrage nach gesteigerter Funktionalität und Kommunikationsfähigkeit von Automationskomponenten. Das All-in-One-Gerät erfüllt gleichermaßen SPS-Aufgaben und ermöglicht dank seiner vielfältigen Schnittstellen die flexible Kommunikation mit unter- und übergeordneten Systemen.

Gleichzeitig ist die für die Installation auf der Tragschiene DIN 35 ausgelegte Steuerung dank ihrer platzsparenden Bauweise nur unwesentlich größer als das kleinere 880er-Modell. Somit ergänzt der PFC200 die Familie der Ethernet-Controller 750-88x im oberen Leistungssegment und schließt die bestehende Lücke zwischen den klassischen Kleinsteuerungen und vollwertigen Industrie-PCs.

Der PFC200 mit Cortex-A8-Prozessorarchitektur basiert auf einem echtzeitfähigen Linux-Betriebssystem und ist kompatibel zu allen Steuerungen und Modulen des Wago-I/O-Systems 750. Dieses trägt mit seinem feinmodularen und feldbusunabhängigen Design den Anforderungen an dezentrale Feldbussysteme in der Prozessindustrie in besonderem Maße Rechnung.

Dank voller Kompatibilität lassen sich auch mit dem neuen Controller aus einer Auswahl von mehr als 400 Busklemmen maßgeschneiderte Knoten in skalierbarer Leistung aufbauen. Dazu gehören diverse technische Sonderfunktionen wie beispielsweise Condition-Monitoring und Energiemessklemmen sowie relevante Standards wie SIL und Ex i.

Die Möglichkeit, mit dem PFC200 bestehende Codesys-Projekte ohne Einschränkungen zu migrieren, schafft einerseits ein unverändertes „Look & Feel“ bei der Entwicklungsarbeit und trägt andererseits zu langfristiger Investitionssicherheit bei.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum sich Programmierer über den neuen Controller freuen dürfen.

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