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Digitale Parfümerie Mit künstlicher Intelligenz Duft-Neuland betreten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Gemeinsam mit IBM Research hat Symrise eine Methode auf Basis von künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, um Parfüms auf Basis von digitalen Duftmodellen zu kreieren. „Philyra“, so der Name des Projekts, nutzt die von IBM Research entwickelte KI für Produkt-Design-Technologie, mit der zwei Düfte für den Kunden O Boticario kreiert wurden. Die beiden Düfte sollen 2019 auf den Markt kommen.

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Parfümeur David Apel kreiert mit KI neue Düfte.
Parfümeur David Apel kreiert mit KI neue Düfte.
(Bild: Symrise)

Holzminden, New York/USA – Duft-Kreation erfordern eine detailgenaue Präzision. Selbst wenn sie nur minimal von den vorgegebenen Mengen abweichen, entsteht entweder ein neuer Duft oder das Gesamt-Werk wird zerstört. „Philyra“ bedient sich eines datengesteuerten Ansatzes und greift auf eine riesige Datenbank aus Duftformeln, Daten zu Duftfamilien – wie fruchtig, orientalisch oder blumig – sowie historische Daten zu. Diese nutzt die künstliche Intelligenz und kreiert aus dem Daten-Schatz zum Beispiel einen Duft speziell für brasilianische Männer der Millennial-Generation.

„Unseren reichen Formel-Fundus und historische Daten können wir mit künstlicher Intelligenz blitzschnell auf Muster analysieren und neu kombinieren. Damit kreieren wir schneller, effektiver und wir entwickeln vollkommen neuartige Formeln“, so Achim Daub, Vorstand Scent & Care bei Symrise. Insbesondere im Duft-Segment fordert der Markt jede Saison neue Kreationen. KI identifiziert vorhandene Düfte und schlägt ergänzend weitere Komponenten und Formeln vor. Der Symrise Parfümeur David Apel aus dem New Yorker Studio hat diese Vorschläge anschließend veredelt und akzentuiert so bestimmte Duftnoten, optimiert den Dufteindruck und verlängert die Duft-Dauer. Entstanden sind aus dieser Gemeinschafts-Arbeit zwei feine Düfte, die Symrise im nächsten Jahr vorstellen wird.

„Dieses Projekt vereint menschliche Expertise mit Maschinen-Intelligenz und kreiert daraus neuartige feine Düfte. Philyra versteht Verbraucherwünsche und kennt Formeln sowie Rohstoffe. Daraus entstehen neue Duftkombinationen und es beschleunigt den kreativen Schaffensprozess unserer Parfümeure. Diese können sich nun auf das Veredeln der Endprodukte konzentrieren“, erklärt Alexandre Bouza, Marketing Direktor bei O Boticario.

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