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Meilenstein Interface-/Verbindungstechnik

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Mit Inspiration und Innovationen begeistern

| Autor / Redakteur: Ulla Reutner / Dr. Jörg Kempf

Eigensicherheit mit Zusatzfunktionen

Das Angebot eigensicherer Trennverstärker ab 1997 ist als aktiver Eintritt in die Prozessindustrie zu werten. Anfangs bezog Phoenix Contact die nötige Elektronik von einem Partner. 1996 war das Unternehmen mit dem „PI- System“ wohl der Zeit voraus. Das erste modulare, steckbare Interface für die Prozesstechnik hatte keinen Marktdurchbruch. Nach steckbaren Geräten lancierte Phoenix Contact 2000 Motherboard- und DIN-Schienen-Geräte.

Von der Fahrdrahtklemme zum Technologieführer in industrieller Kommunikationstechnik

2002 schließlich kamen die ersten Ex i-Eigenentwicklungen auf den Markt; bis 2008 hatten die Phoenix Contact-Entwickler das komplette Produktprogramm dieses Bereichs voll im Griff. Das war das Jahr der MACX-Analog-Trenner, eine der ersten Ex i-Entwicklungen nach IEC 61508 für SIL-Anwendungen.

Die Blomberger sind bei Weitem nicht der einzige Anbieter. Doch die Herangehensweise ist einzigartig. „Wir waren nicht der Erste, der einen Ex i-Trenner mit einer Baubreite von 12,5 mm auf den Markt brachte“, gibt Bent zu, um dann zu betonen: „aber der Erste mit einem kompletten Programm und vielen Detailverbesserungen. Me-too kam für uns nicht in Frage, als wir Ex-Trenner entwickelten.“ Die von Phoenix Contact aufgelegte Generation hatte neue Funktionen und war schmaler als damals marktgängige Produkte.

Redundanz für hohe Anlagenverfügbarkeit

Spätestens seit dem „eigensicheren“ Angebot war Phoenix Contact als Partner der Prozessindustrie gesetzt. Mit der hutschienenbasierten redundanten Stromversorgung bewies es das Anfang 2000 einmal mehr.

Keine völlig neue Erfindung. „Aber das wirklich in einen Systemansatz zu bringen, der auf die Schiene geht und damit praktikabel angewendet werden kann, das können wir uns auf die Fahnen schreiben“, sagt Roland Bent.

Einzigartige Technologien seien in diesem Zusammenhang entstanden: von der SFB-Technik zum Auslösen von Standard-Leitungsschutzautomaten über die ACB-­Technologie (Auto Current Balancing) zur gleichmäßigen Belastung im Redundanzbetrieb bis zur IQ-Technologie, dem intelligenten Erkennen und Laden unterschiedlicher Speichermedien einer USV. Stromversorgung, USV und Speichermedien sind seitdem als ein modularer Baukasten für vielseitige Anwendungen verfügbar.

Den auf Zuverlässigkeit pochenden Betreibern der Chemie- und Petrochemieanlagen kam der Ansatz sehr entgegen. Redundanz zur Verhinderung von Anlagenstillständen wurde und wird hier großgeschrieben. Nicht zuletzt getrieben durch Anforderungen der Kunden sei es Phoenix Contact gelungen, derartige Techniken in einen höheren Nutzungsgrad zu überführen, meint der technische Geschäftsführer. Das bedeutet unter anderem Redundanzüberwachung, eindeutige Meldungen sowie lange Lebensdauer der Lasten, Netzteile und Wandler. Für jeden Anwendungsfall gibt es die passende Lösung, sei es über Netzteil-Redundanz oder eine vollständig redundante Hilfsspannungsversorgung, wenn gewünscht auch in einem sehr kompakten Schaltschrank.

Drahtlos ins neue Jahrtausend

Anfang der 2000er Jahre kamen zudem Funksysteme auf den Markt, mit denen Phoenix Contact in der Prozessindustrie zunächst wohl keine offenen Türen einrannte. Trusted Wireless 1.0, eine von einem kanadischen Partner entwickelte Technologie, war 2002 das erste drahtlose System für die sichere Übertragung von Prozesssignalen über große Distanzen im Kilometerbereich. Die proprietäre Technik wurde 2012 von Trusted Wireless 2.0 abgelöst. Die Trusted Wireless-Technologie eignet sich in erster Linie zum Aufbau großer Netzwerke über weite Entfernungen bei mittleren Datenraten. Ergänzt wird sie durch Produkte nach dem besonders energiesparenden, zuverlässigen WirelessHART-Protokoll der Prozesstechnik zur drahtlosen Sensor-Kommunikation, bei Phoenix Contact seit 2010 verfügbar.

Viele weitere robuste, industrietaugliche Mobilfunkprodukte von Phoenix Contact decken andere Anforderungen ab: etwa WLAN für eine Kommunikationsinfrastruktur mit hohen Datenraten. Das erste GSM-Modem von Phoenix Contact nutzte das 2G-Netz; 3G- und 4G-Produkte folgten. Aktuell bedient Phoenix Contact mit seinem Produktportfolio alles vom einfachen SMS-Meldesystem bis zu Highspeed-Anwendungen rund um den Globus. Als Mitglied der Initiative 5G-ACIA des ZVEI arbeitet das Unternehmen daran, dass neue Applikationen mit 5G-Kommunikation umgesetzt werden können. So sollen sich tausende von Sensoren vernetzen lassen. Selbst zeitkritische Applikationen mit geringer Latenzzeit wird man künftig realisieren können.

„Unsere Akquisitionsstrategie ist nicht direkt wachstumsorientiert. Es geht uns darum, technologische Ergänzungen zu schaffen.“ Roland Bent, CTO, Phoenix Contact
„Unsere Akquisitionsstrategie ist nicht direkt wachstumsorientiert. Es geht uns darum, technologische Ergänzungen zu schaffen.“ Roland Bent, CTO, Phoenix Contact (Bild: Phoenix Contact)

Die Entwicklung von Interbus Ende der 1980er Jahre markierte bereits den Einstieg in die Automatisierungstechnik. Mit dem Feldbus-System konnte Phoenix Contact in der Prozessindustrie jedoch nicht punkten. Schon bald war klar, dass für die Branche mit Explosionsschutz-Anforderungen im Feld in Zone 0 nur Profibus PA und Foundation Fieldbus eine Rolle spielten. Jahrzehnte lang lieferten die Blomberger den Anschluss für PA-Geräte. Im Markt der Infrastruktur-Produkte begann schließlich ein Entwicklungsteam in Harrisburg/USA in enger Zusammenarbeit mit Endkunden, modulare Feldgerätekoppler für Foundation Fieldbus und Profibus PA zu entwickeln. Mitte 2007 waren innovative vierkanalige modulare Feldbuskoppler erhältlich.

Dem modularen Prinzip blieb man treu: Zur Hannover Messe 2010 folgte eine modulare Auswahl der Geräteanschlüsse, die im Verteiler- oder Feldkasten benötigt wurden. Sie ermöglichen die Mischung eigensicherer PA-Feldgeräte mit nicht-eigensicheren, separiert durch eine Trennplatte. Eine Besonderheit ist der skalierbare Ansatz, der eine bedarfsgerechte Installation erlaubt. Eine große Akzeptanz – und das weltweit – erfahren auch die Block-Gerätekoppler für Zone 2, die 2013 eingeführt wurden, sowie die Zone 1-ISO-Variante und die DP/PA-Koppler im Jahr 2015.

Um jetzt Ethernet im Feld auch industrietauglich zu machen, treibt Phoenix Contact die Single Pair Ethernet (SPE)-Standardisierung voran. Für die Prozessindustrie, speziell für den explosionsgeschützten Bereich, präsentierte das Unternehmen bereits einen ersten prototypischen Fieldswitch für Advanced Physical Layer (APL) auf der Achema 2018.

Die Achema 2018 stellte für Phoenix Contact einen weiteren Meilenstein dar. Der begann im Unternehmen mit Sicherheit bereits viel früher. Auf der Messe selbst stand dann aber im Mittelpunkt, worüber sich die Branchenspezialisten für Chemie und Petrochemie offensichtlich schon lange gründlich Gedanken gemacht haben müssen: ein Modell einer großen Chemieanlage mit allen Peripherieanlagen – und dazu diverse Ansätze und Möglichkeiten zur Modernisierung, nicht zuletzt auch mithilfe von Digitalisierung.

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