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Pumpentechnik Mit innovativen Produkten Konjunkturschwankungen abfangen

| Redakteur: Gerd Kielburger

Wo stehen die Hersteller von Pumpen in der aktuellen konjunkturellen Lage und wie sieht die Branche die weitere Entwicklung für das laufende Jahr? Jürgen Arnold, CEO bei Sterling SIHI und Vorsitzender des VDMA-Fachverbandes Pumpen und Systeme, propagiert alte Tugenden: Gerade in wirtschaftlich schlechteren Zeiten sind innovative Produkte gefragt.

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Jürgen Arnold, CEO Sterling SIHI: „Die Pumpenindustrie geht mit starken Aufträgen in das Jahr hinein. In den nächsten Monaten wird der Service und das Ersatzteilgeschäft in den Fokus rücken.“
Jürgen Arnold, CEO Sterling SIHI: „Die Pumpenindustrie geht mit starken Aufträgen in das Jahr hinein. In den nächsten Monaten wird der Service und das Ersatzteilgeschäft in den Fokus rücken.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der ACHEMA 2009 haben die Hersteller von Pumpen + Pumpensystemen für die Verfahrens- und Prozesstechnik den optimalen Rahmen für die Präsentation neuer Produkte und Komponenten. Davon ist jedenfalls Jürgen Arnold fest überzeugt. Zweistellige Wachstumsraten in der Vergangenheit bildeten nach Ansicht des Chefs von Sterling SIHI die Basis für den Ausbau der F&E Kapazitäten und ermöglichten es den Pumpenherstellern heute, Neuheiten und Trends vorzustellen, die auch künftig am Markt berstehen und nachgefragt würden. Demnach setzten die Pumpenhersteller auf eine hohe Verfügbarkeit ihrer Komponenten – dazu zählt Arnold auch die Zustandsüberwachung und eine einfache Einbindung in die Prozessleittechnik - oder einen niedrigen Energieverbrauch, so dass die Betriebs- und damit auch die Lebenszykluskosten gesenkt werden. Als weiteren Trend sieht Arnold die pulsationsfreie und geräuscharme Fluidförderung.

Energieeinsparung gewinnt an Dynamik

Als zentrales Thema hat sich aber die Energie heraus kristallisiert: Pumpen und Pumpensysteme verbrauchen nach Schätzungen der europäischen Kommission (Save Studie, 2000) EU-weit rund 30 % der durch elektrische Antriebe bereitgestellten Energie. Elektrische Antriebe ihrerseits sind innerhalb der EU für ca. 30 % der gesamten, elektrisch erzeugten Energie verantwortlich. Somit verbrauchen Pumpen und Pumpensysteme etwa 10 % der elektrisch erzeugten Energie oder 280 TWh pro Jahr. Diese Zahlen wurden im Rahmen der Erarbeitung einer Umsetzungsmaßnahme zur EG-Richtlinie 2005/32 (EuP: Energy using Products) von einer Arbeitsgruppe des europäischen Branchenverband Europump weitestgehend bestätigt, wie der Unternehmenschef vcon Sterling SIHI betont.

Wie hoch das Energieeinsparpotential bei Pumpen und Pumpensystemen ist, belegen nach Meinung von Arnold auch die Ergebnisse der Kampagne Energieeffiziente Systeme in Industrie & Gewerbe, initiiert durch den VDMA-Fachverband Pumpen + Systeme sowie die Deutsche Energie Agentur (dena). Demnach lag das durchschnittliche Kostensenkungspotential bei stattlichen 30 Prozent. In einem Fall betrug die maximale prozentuale Einsparung sogar über 90 Prozent. „Bei solchen Effizienzpotentialen ist es nicht verwunderlich, dass sich die Investitionen nach wenigen Jahren amortisieren. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen für die Betreiber von Pumpensystemen wird zudem der Strombedarf bzw. Energiebedarf reduziert und damit das Klima und letztendlich unsere Umwelt entlastet“, so Arnold. Für die Realisierung dieser Energieeinsparpotentiale seien häufig lediglich geringe investive Maßnahmen notwendig, was sich insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser umsetzen lasse. Arnold: „Während dieses Thema auf der letzten ACHEMA 2006 auf den Ständen unserer Mitglieder von den Besuchern noch nicht so stark nachgefragt wurde, erwarten wir nun eine wesentlich stärkere Dynamik“.

Service rückt in den Vordergrund

Darüber hinaus werde in den nächsten Monaten ferner der Service und das Ersatzteilgeschäft in den Fokus rücken. Stand in den letzten Jahren das Neumaschinengeschäft im Vordergrund, was im Service zu langen Wartezeiten bei den Kunden geführt hat, wird sich nach Einschätzung des VDMA dieser „negative Nebeneffekt“ der Boomphase abschwächen. Der für die Unternehmen auch bisher wichtige After-Sales-Bereich werde an Bedeutung gewinnen.

Branche sieht sich gut aufgestellt

Alles in allem sehen Arnold und seine Kollegen im Fachverband die Unternehmen der deutschen Pumpenindustrie gut aufgestellt, sich im internationalen Marktumfeld behaupten zu können. „Die nächsten Monate werden sicherlich schwierig und spannend, bieten aber eben auch etliche Chancen“. Eine Umsatzprognose will man beim VDMA gegenwärtig aufgrund der großen Unsicherheiten im Markt jedoch nicht abgeben. Dennoch sieht Arnold als Vetreter des Verbandes gute Chancen, dass die Pumpenindustrie insgesamt in diesem Jahr ihr sehr hohes Umsatzniveau aus dem Jahr 2008 nahezu halten kann. „Gestützt sehen wir diese Aussage durch die bei einigen Pumpenherstellern noch vorhandenen Auftragsbestände von bis zu sechs Monaten sowie der Tatsache, dass im Markt weltweit noch etliche neue Projekte kurz vor der Ausschreibung stehen. Schauen wir also positiv nach vorne und gehen die Herausforderungen an, damit wir die konjunkturell schwierigen Zeiten gemeinsam erfolgreich bewältigen.“

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