VDMA-Stellungnahme Hannover

Mit Industrie 4.0 gegen die Investitionsmüdigkeit

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Der deutsche Maschinenbau durchlebte 2014 ein konjunkturelles Wechselbad. Nach einer Wachstumserwartung von plus drei Prozent sorgten die Russland/Ukraine-Krise und fehlende Inlands-Investitionen für Dämpfer. Die vom VDMA auf ein Prozent Wachstum korrigierte Produktionsprognose wurde mit 1,1 Prozent erreicht. Mit einem Produktionswert von 199 Milliarden Euro wurde erstmals das Rekordergebnis von 2008 übertroffen. „Doch die Freude über dieses kleine Plus hält sich in Grenzen, denn der konjunkturelle Durchbruch blieb aus“, erklärte Festge. Als Faktoren, die den Auftragseingang und damit zeitversetzt Umsatz und Produktion behindert haben, nannte der VDMA-Präsident die unzureichende Nachfrage aus vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sowie den Russland/Ukraine-Konflikt mit seinen Sanktionen und Folgewirkungen.

Die Kapazitätsauslastung lag 2014 im Durchschnitt bei 84,7 Prozent. Fast jedes vierte Maschinenbauunternehmen berichtete von Produktionsbehinderungen durch Auftragsmangel, so der Ifo-Konjunkturtest. Der Bestelleingang nach Teilbranchen zeigte bei 14 Fachzweigen Zuwächse, zwölf mussten Rückgänge verkraften. Die Bandbreite lag zwischen plus 18 Prozent (Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate) und minus 17 Prozent (Power Systems Turbinen). Der Auftragsbestand lag im Schnitt bei 5,7 Monaten.

Die Maschinenexporte stiegen 2014 um 1,7 Prozent auf 152 Milliarden Euro. Größter Abnehmer deutscher Maschinen waren die EU-28-Länder mit 65,3 Milliarden Euro (plus 7,3 Prozent). Nach Asien wurden Maschinen im Wert von 38,9 Milliarden Euro exportiert, nach Nord- und Lateinamerika zusammen 23,3 Milliarden Euro. Größter Einzel-Auslandsmarkt war China mit 17 Milliarden Euro, gefolgt von den USA mit 15,1 Milliarden Euro und Frankreich mit 9,8 Milliarden Euro. Rückläufig waren die deutschen Maschinenlieferungen nach Brasilien, Indien, Südkorea, die Türkei sowie Russland.

VDMA: Maschinenbau treibt Industrie 4.0 voran
VDMA: Maschinenbau treibt Industrie 4.0 voran
(Bild: VDMA)

China wird zum Importeur der Wahl

Die Importe aus den EU-28-Ländern stiegen um 5,7 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro. China hat sich mit einer Steigerung von 14,1 Prozent (4,5 Milliarden Euro) zum drittstärksten Lieferanten von Maschinenbauprodukten auf dem deutschen Markt gemausert und damit Frankreich und die USA hinter sich gelassen. Stärkster Einzellieferant ist Italien mit 5,9 Milliarden Euro, gefolgt von der Schweiz mit 5,3 Milliarden Euro.

In der Breite der Fachzweige sind die deutschen Hersteller international gut aufgestellt. In 24 von 31 vergleichbaren Fachzweigen sind sie unter den TOP 3, davon stehen 16 auf Platz 1. Es folgen China mit 22 und die USA mit 18 Fachzweigen unter den ersten drei Rängen.

Investitionslaune ist Achillesferse der Inustrie

Bei allem Optimismus bliebt die mangelnde Investitionsbereitschaft im Inland ein Kernproblem der Branche: Es zeige sich immer klarer, dass die Auslandsnachfrage nach Maschinen den Bestellungen aus dem Inland davon laufe. Um die Investitionsbereitschaft im Inland zu erhöhen, forderte der VDMA-Präsident die Bundeskanzlerin zu größerem politischen Mut auf. Merkel sollte die beiden Vorschläge der Maschinenbau-Industrie zur Förderung der Investitionsbereitschaft in Deutschland, zum einen die dauerhafte Wiedereinführung der degressiven Abschreibung sowie die steuerliche Forschungsförderung, endlich in reale Politik umsetzen.

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