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Bilanz bei Endress+Hauser

Mit Diversifikation Geschäft robuster machen

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Tür aufstoßen für Laborbranche

Andererseits will sich das Unternehmen ein zusätzliches Standbein in der Laboranalyse aufbauen. Inzwischen hält die Firmengruppe mehr als 50 % an der ostdeutschen Analytik Jena, weitere 27 % der Anteile kann Endress+Hauser ab Oktober 2014 erwerben. Ziel ist die vollständige Übernahme. Das börsennotierte deutsche Unternehmen mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro und etwa 1000 Mitarbeitern weltweit stellt analytische Instrumente und bioanalytische Systeme her.

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Warum aber wollen die Messtechnik- und Automatisierungsspezialisten von E+H ins Labor, wenn man gleichzeitig mehr und mehr Analytik in den Prozess direkt bringt? Hier lässt sich das Unternehmen von einer anderen Entwicklung leiten, wie CEO Altendorf erläutert: „Für unsere Kunden in den Life Sciences, der chemischen Industrie und der Lebensmittelindustrie spielen biotechnologische oder neue synthetische Verfahren eine immer wichtigere Rolle. Dadurch kommen neue Produktions- und Fertigungsprozesse und -verfahren sowie Messtechniken und Regularien auf uns zu. Diese haben ihren Ursprung im Entwicklungslabor der Kunden, strahlen aber bis in Produktion und Qualitätslabor aus.“

Und da will man möglichst früh dabei sein. Die Akquisition ist für die Messtechnik- und Automatisierungsspezialisten daher ein Aufbruch in neue Märkte der Laboranalyse und Biotechnologie und gilt bei Branchenexperten als große Chance, um auf lange Sicht auch andere Teile des heutigen Produktportfolios im Labor einsetzen zu können. „Wir werden also unser ganzes Analyse-Geschäft vertrieblich eng verzahnen und auch im Bereich von Technologie und Produktion gut vernetzen“, verspricht Altendorf.

Mit dem Eintritt in den Markt für die Laborautomation und die Laboranalyse etabliert E+H ein neues Geschäftsfeld. „Wir diversifizieren unser Geschäft und machen es robuster. Auf lange Sicht bedienen wir den Kunden von zwei Seiten: aus der Produktion und aus dem Labor“, versprechen Altendorf und Endress unisono. Im Augenblick ist man noch dabei, die Roadmap für die nächsten Jahre auszuarbeiten.

Logistik und Lieferketten optimieren

Neben der Integration und Verzahnung der Akquisitionen hat Altendorf aber auch weitere Handlungsfelder definiert: So will er das Unternehmen als Arbeitgebermarke noch attraktiver machen, das Beschwerde-Management verbessern und Unzulänglichkeiten in der Auftrags- und Lieferkette angehen. Ziel müsse es sein, so Altendorf, die Produkte zum versprochenen Termin in einwandfreiem Zustand auszuliefern, egal wohin und egal woher. „Der Online-Versandhandel macht uns vor, was in der Logistik heute möglich ist – und unsere Kunden erwarten eine vergleichbare Leistung von uns.“

Ein anderes Thema, welches das Endress+Hauser-Management besonders beschäftigt, ist das „Low End of the Market“. Was sich dahinter verbirgt, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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