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Vertragsgestaltung im Großanlagenbau:

Mit diesen Tipps wird der Projektstart ein Erfolg

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Jürgen Hahn* / Anke Geipel-Kern

Der Autor Jürgen Hahn ist Leiter Beratung bei 11:55 PM Consultants.
Der Autor Jürgen Hahn ist Leiter Beratung bei 11:55 PM Consultants. (Bild: Copyright HelenNicolai BusinessPortraits)

Welche Fallstricke lauern bei der Inkraftsetzung von Projektverträgen?Der Projektvertrag und die dazugehörigen Sprachregelungen sind erst die halbe Miete. Richtig spannend wird es bei der Inkraftsetzung – hier lauern jede Menge Tücken und Risiken. Unser Autor beschreibt, wie Sie für ihr Unternehmen das Risiko minimieren.

Der erste und wichtigste Schritt bei der Realisierung eines Projektes ist die Inkraftsetzung des Vertrages durch die Vertragsparteien. Hiermit beginnen Fristen für beide Beteiligten. Für den Auftragnehmer beginnt u.a. der Realisierungszeitraum für die Erbringung seiner Leistungen; er ist verpflichtet dem Auftraggeber, sprich dem Betreiber, bis zu einem festgelegten Datum eine abnahmefähige Anlage zu liefern.

Der Auftraggeber ist, je nach Ausgestaltung der vertraglichen Zahlungsmeilensteine, verpflichtet innerhalb eines definierten Zeitraums eine Anzahlung an den Auftragnehmer zu leisten. Und hier taucht bereits der erste Fallstrick auf: Sind beide Verpflichtungen nicht aneinander gekoppelt, so ergeben sich Risiken für beide Vertragsparteien.

Diese Gefahren lauern bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau

Praxistipps Großanlagenbau

Diese Gefahren lauern bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau

24.03.16 - Vertragsgestaltung im Großanlagenbau – Wie finden Techniker, Juristen und Kaufleute eine gemeinsame Sprache? Wo lauern Gefahren, und mit welchen Maßnahmen können die Beteiligten Abhilfe schaffen? Die Tipps vom Praktiker schaffen Klarheit. lesen

Wenn einer nicht zahlen kann

Tritt ein Vertrag in Kraft sobald beide Parteien den Vertrag unterzeichnet haben, so ist dies auf den ersten Blick gut für beide Parteien. Man hat sich viele administrative Vorgänge erspart; das Projekt kann vorangetrieben werden. Was passiert jedoch, wenn die Vertragsparteien nicht so leistungsfähig / leistungswillig sind, wie sie zunächst voneinander dachten?

Ein Beispiel aus einem Projektvertrag, der mit Unterschrift beider Vertragsparteien in Kraft tritt, soll das illustrieren: Der Auftraggeber hat es versäumt, gleich ob vorsätzlich oder nicht, die Anzahlung für das Projekt fristgerecht an den Auftragnehmer zu leisten.

Mit Unterschrift des Vertrages hat für den Auftragnehmer jedoch der Zeitraum für die Realisierung begonnen. Um im Zeitplan zu bleiben, muss er mit dem Basic Engineering beginnen, Langläuferbestellungen auslösen, Personal vorhalten. All dies aus eigenen Mitteln – ohne die Anzahlung des Auftraggebers.

Dieses Risiko kann den Auftragnehmer je nach Kapitaldecke schnell in Bedrängnis bringen, da er mit Inkrafttreten des Vertrages zur Leistung gegenüber dem Auftraggeber verpflichtet ist. Hiermit wird erkennbar, dass dieser Umstand aber auch ein Risiko für den Auftraggeber ist. Was passiert, wenn der Auftragnehmer so stark in Bedrängnis geraten ist, dass er sich den Gegenwert der vom Auftraggeber geschuldeten Anzahlung erst von Dritten beschaffen muss?

Der Auftragnehmer könnte mit der Auftragsbearbeitung in Verzug geraten. Hierbei ist es unerheblich, ob ein Verzug des Abnahmetermin mit einer Vertragsstrafe bewehrt ist; der Auftragnehmer kann den Abnahmetermin unter Umständen, kraft fehlender finanzieller Mittel, einfach nicht einhalten. Problem hierbei ist, der Auftraggeber wird seine Anlage nicht rechtzeitig bekommen, gelangt unter Umständen aber auch nicht, oder nur schwierig, aus dem Vertrag wieder raus.

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