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Backmittelmischanlage mit Containersystem Mit diesem Konzept meistern Sie die Anforderungen an moderne Backmittelmischanlagen

| Autor / Redakteur: Thomas Eules / Sabine Mühlenkamp

Ein neues Konzept verbindet die Anforderungen an moderne Backmittelmischanlagen: große Durchsatzleistungen, hohe Dosiergenauigkeiten und einfachste Reinigbarkeit sowie ergonomische Bedienung. Dies wird durch die Kombination von pneumatisch zugeführten Großkomponenten und einem vollautomatischen Containersystem zum Absammeln der Mittel- und Kleinkomponenten erreicht.

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Die IBCs werden zu allen Absammelstellen und über die Mischlinien vollautomatisch transportiert und sowohl an- als auch abgedockt.
Die IBCs werden zu allen Absammelstellen und über die Mischlinien vollautomatisch transportiert und sowohl an- als auch abgedockt.
(Bild: Daxner)

Die Aufgabe war herausfordernd: Ein international führender Backmittelhersteller benötigte eine Hochleistungsmischanlage für die Produktion von Backmittelmischungen für Backwaren (Brote, Torten, Kekse, Konfitüre usw.). Diese sollte nach modernsten Richtlinien vorgenommen werden. Oberste Priorität war dabei die Vermeidung von Quervermischungen insbesondere der sich im Einsatz befindlichen allergenen Zutaten. Vor allem die vielen Einzelkomponenten, wie Zucker, verschiedene Mehle, Stärke, Backfett usw. stellten eine besondere Anforderung an die Planer.

Die Anlagenlösung von Daxner lag in einer flexiblen, automatisierten Misch- und Dosieranlage. Der österreichische Anlagenbauer entwickelte hierfür ein Verfahren für die optimale Reinigbarkeit, eine staubfreie Pulververarbeitung sowie Kontaminationsfreiheit, um wechselseitige Verunreinigungen bestmöglich auszuschließen.

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Flexible Produktumstellung

Dabei werden in der Anlage sowohl Großkomponenten, wie Getreidemehl, Kristallzucker, Dextrose sowie Mittelkomponenten, z.B. Salz, Zucker, Stärke, kontaminationsfrei verarbeitet und homogen vermischt. Darüber hinaus müssen auch Kleinkomponenten wie Backmittel, Emulgatoren, Gewürze usw. sowie andere Zutaten eingearbeitet werden. Die Anlage entspricht dem BRC-Standard – dies bedeutet eine Kontaminierung unter 10 ppm. Die Leistungsfähigkeit der Anlage liegt bei bis zu 12 t/h Fertigmischungen.

Alle Komponenten sollten nach den Prinzipien von COP (Cleaning out of place) reinigbar sein oder über eine Trocken- und CIP-Reinigung verfügen. Die Auswahl des Reinigungssystems erfolgt auf Basis des erstellten Hygienekonzeptes. So mussten u.a. IFS/EHEDG-Hygienevorschriften sowie alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden.

Zudem sollte eine flexible Produkt- und Produktionsumstellung durch das Daxner-Container-Handling-System (DCS) möglich sein. Auch erforderte das Konzept höchste Mischgenauigkeit (1:100 000) für Pulvermischungen inklusive der Zugabe von Blockfett bzw. Flüssigfetten. Schlussendlich wurde seitens des Betreibers auch noch Wert auf ergonomisches Design gelegt.

Alle Zutaten werden in Groß-, Mittel- und Kleinkomponenten aufgeteilt. Die Großkomponenten werden in Außensilos gelagert und pneumatisch den zwei Mischlinien zugeführt. Die Mittelkomponenten befinden sich in Tagessilos und werden über mobile Aufgabestationen mit integrierten Kontrollsiebmaschinen befüllt. Über eine angeschlossene Dosierschnecke werden die Produkte im Grob- und Feindosierverfahren in den darunter liegenden Container bzw. IBC (Intermediate Bulk Container) dosiert und verwogen. Der Anschluss an die Befüllöffnung des IBCs erfolgt vollautomatisch durch ein hoch präzises Doppelklappensystem (DKS). Vorkommissionierte Kleinkomponenten werden über die manuellen Aufgabestationen Vib & Press (inklusive Kontrollsiebmaschine und Rührwerk) direkt in den IBC aufgegeben.

Vollautomatische Beschickung

Das dreidimensionale Containertransportsystems besteht aus einem Regalbediengerät in Kombination mit Kettenbahnen und Shuttle-Systemen. Darüber werden die IBCs zu allen Absammelstellen (Mittel- und Kleinkomponenten) und anschließend über die Mischlinien zur Entleerung der abgesammelten Produktcharge vollautomatisch transportiert. Auch das An- und Abdocken der IBCs geschieht automatisch.

Vom Container in den Mischer

Die Mischanlage besteht aus einem Präzisionsvertikalmischer. Der Gegenstrom wird durch ein im Mischer rotierendes Schraubenband erzeugt. Schneidrotoren im Mischer lösen das Blockfett auf. Die Geometrie des Schraubenbandes sorgt dafür, dass das Produkt immer wieder über die Schneidrotoren fließt. Die Ausführung des Mischers entspricht höchsten Hygieneanforderungen – keine Ecken oder Kanten und höchste Oberflächengüte.

Der Chargenmischer entleert in den Mischernachbehälter mit integriertem Austragsrührwerk, welcher gleichzeitig als Vorlagebehälter für die Hochleistungsabsackanlage dient. Sowohl der IBC als auch die gesamte Mischanlage verfügen über ein vollautomatisches Nassreinigungssystem (CIP), wobei Reinigungszyklen, wie Spülen, Waschen, Desinfizieren und Nachspülen mit Reinwasser, sowie ein anschließender Trocknungsprozess durchlaufen werden.

Technische Detaillösungen

Das Containeranschlusssystem funktioniert dank eines hochpräzisen Doppelklappensystems (DKS). Dieses entspricht höchsten Hygieneanforderungen (Pharmaausführung) und besteht aus einer stationären Aktivhälfte sowie einer am mobilen IBC montierten Passivhälfte. Da lediglich die stationäre Aktivklappenhälfte mit Strom und Druckluft bzw. Steuersignalen versorgt werden muss, kann eine vollautomatische Andockung der Transportcontainer bzw. IBCs erreicht werden.

Zusätzlich verschließen die Passivklappenhälften den IBC-Ein- und -Auslauf während des Transportvorganges hermetisch. Dadurch kann das Austreten des Transportgutes (Allergene!) komplett vermieden werden. Über die Verriegelung beim Andocken kann darüber hinaus jeglicher Staubaustritt und somit jegliche Kontaminierungsmöglichkeit beim Befüllen und Entleeren der IBCs verhindert werden. Das Komplett-Einbaumodul der Aktivklappe mit zugehöriger Ausfahrmechanik ermöglicht den schnellen Ausbau und Transport des kompletten IBC-Anschlussmoduls zur COP-Station.

Die IBCs in Hygienic-Design-Ausführung werden mithilfe eines Regalbediengeräts in Kombination mit einem ausgeklügeltem IBC-Shuttle-Transport-System zu den jeweiligen Absammelstellen der Komponenten und anschließend zur Entleerstation über den Mischlinien transportiert.

Automatisierte Reinigung

Die voll CIP-fähigen Mischanlagen sind in Hygienic Design nach EHEDG und HACCP ausgeführt. Eine komplett gerundete Mischkammer, keine horizontalen Oberflächen und optimierte Mischwerkzeuge sorgen für ein Höchstmaß an Hygiene und optimierte Reinigbarkeit.

Zusätzliche, strategisch angeordnete Sprühköpfe und Sprühdüsen ermöglichen eine komplett automatisierte Nassreinigung und anschließende Trocknung von sowohl Mischern als auch den Mischernachbehälter inklusive Verbindungsrohrbau.

Ergänzt wird das System durch eine vollautomatische CIP-Nass- und -Trockenreinigungsstation für die IBCs.

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