Suchen

Hygienegerechte Kleinstthermometer Minis fit für die Steriltechnik

| Autor / Redakteur: Jochen Pichura* / Wolfgang Ernhofer

Weniger Blockbuster, mehr hochwertige Individualmedizin: Die Folge dieser Entwicklung in der Pharmaindustrie sind neue Produktionsprozesse mit ausgeprägter Flexibilität, kleinen Einheiten und Chargen. Welche Konsequenzen hat das für die Instrumentierung, beispielsweise für die Temperaturmessung?

Firmen zum Thema

Größenvergleich Widerstandsthermometer Typ TR21-A (Bild 1) und Typ TR22-A (Bild 2)
Größenvergleich Widerstandsthermometer Typ TR21-A (Bild 1) und Typ TR22-A (Bild 2)
(Bild: Wika)

Die Pharmaproduktion wandelt sich. In den Schwellenländern werden zunehmend Generika gefertigt, während der Trend in Europa und Amerika zu qualitativ hochwertiger Individualmedizin geht – bis hinunter zum Bedarf für die Therapie eines einzigen Patienten. Die Diversität der Pharmazeutika nimmt zu, die Chargen werden geringer. Diese Entwicklung führt zu neuen Herstellungsverfahren auf der Basis flexibler Fertigungslinien aus kleinen Einheiten, mit denen eine Produktion bei Bedarf vom Labor- auf Industriemaßstab skaliert werden kann.

Small-Scale-Produktionsstränge, die Wirkstoffe und Medikamente ebenso rasch wie qualitativ zuverlässig zur Marktreife bringen sollen, erfordern eine entsprechend angepasste Messtechnik. Wika z.B. hat für die Prozessindustrie eine neue Reihe elektrischer Miniatur-Widerstandsthermometer entwickelt. Typ TR21 ist dabei auf die Anforderungen der sterilen Verfahrenstechnik zugeschnitten, speziell für Pharma-Anwendungen mit kleinen Maschinen und Behältern. Das Gehäuse der Thermometer hat einen Durchmesser von lediglich 19 mm, in dem je nach Ausführung ein Transmitter mit 4…20 mA-Ausgangssignal integriert ist. Dessen neu entwickelte digitale Elektronik erfüllt bereits die ab dem 20. April 2016 anzuwendende EMV-Richtlinie 2014/30/EU sowie die erhöhten EMV-Anforderungen nach Namur NE 21.

Bildergalerie

Sämtliche elektrischen Bauteile sind gegen Feuchtigkeit abgeschirmt (Schutzart IP67 und IP69K). Dank einer verbesserten Konstruktion des elektrischen Anschlusses ist der Kunststoff-Steckereinsatz durch eine metallische Dichtfläche umschlossen. Kontaktiert mit einem IP69K bescheinigten M12-Anschlusskabel, schließt diese Fläche sicher mit der im Gegenstecker befindlichen Dichtung ab. Das Eindringen von Feuchtigkeit über das Anschlusskabel an die Steckkontakte wird somit zuverlässig verhindert. Diese Geräteauslegung trotzt sowohl widrigsten Bedingungen im Betrieb der Anlage als auch bei deren Reinigung.

Autoklavierbare Ausführung

Die Dichtigkeit hält darüber hinaus einer Sterilisation unter Sattdampf stand. Daher sind die Thermometer auch in einer autoklavierbaren Ausführung lieferbar. Wiederholte Sterilisationszyklen bei max. 134 °C, 3 bar Absolutdruck, 100 % relativer Feuchte und einer Dauer von je 20 Minuten stellen für die Elektronik kein Problem dar.

Der Vorteil für den Anwender: Ganze Anlagenteile oder Transportbehälter mit montiertem Thermometer können als Einheit sterilisiert werden. Ein Temperaturfühler mit Anschlusskopf und fester Verkabelung beispielsweise müsste vorher demontiert werden, was einen zusätzlichen Zeitaufwand beansprucht und ein Kontaminationsrisiko nicht ausschließt.

(ID:43618416)