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Korrosion

Mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) verursacht Milliardenschäden

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Kühlkreisläufe desinfizieren

Der Einsatz von Wasser als Kühlmittel beruht auf seiner breiten Verfügbarkeit und hohen Wärmekapazität. Gelöste Gase und Salze begünstigen aber auch biologisches Wachstum, Härteausfällungen und Korrosion.

Das Berkemol-Clean-Verfahren von Berkefeld beruht auf Wechselwirkungen der Mol-Vollmetallkatalysatoren, geringer Mengen des Betriebsstoffes Mol-aktiv E30 und den im Kreislaufwasser frei beweglichen Keimen. Bei den dabei ablaufenden Reaktionen entstehen neben Wasser so genannte Biotenside. Diese lösen die im Anlagensystem befindlichen Bio-filme ab, verhindern den Neubewuchs und entziehen damit Bakterien Schutz- und Lebensräume. Das Beseitigen der Biofilme ver-hindert mikrobiologisch induzierte Korrosion, zudem können Korrosionsinhibitoren auf den freien Werkstoffoberflächen effektiv wirken.

Biofilme können der Korrosion auch entgegen wirken, so die Dechema: Eine wichtige Rolle spielen dabei extrazelluläre polymere Substanzen (EPS). Je nach Art und Zusammensetzung wirken EPS auch korrosionshemmend. Denn manche EPS besetzen Positionen an der Werkstoffoberfläche, an die sonst Mikroorganismen andocken würden. Andere können Eisen-Ionen abfangen und verhindern so, dass Mikroorganismen durch diese Eisen-Ionen angezogen werden. Die schützende Wirkung ist für einige EPS bereits nachgewiesen.

Ein Projekt der industriellen Gemeinschaftsforschung beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Erforschung einer ganzen Reihe von Exopolymeren und ihrer Wirkung. Speziell sollen Phospholipide, bakterielle EPS und weitere Substanzen daraufhin untersucht werden, ob sie sich gezielt für den Korrosionsschutz einsetzen lassen und wie dieser Schutz genau funktioniert. Die Substanzen, die im Fokus stehen, lassen sich aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen und sind unter Umweltgesichtspunkten unproblematisch – ein großes Plus gegenüber konventionellen Lacken und Korrosionsschutzmitteln.

* Der Autor arbeitet als freier Mitarbeiter für PROCESS.

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