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Korrosion

Mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) verursacht Milliardenschäden

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Biologischen Tätern auf der Spur

Der Auftraggeber des Steinbeis-Transferzentrums Technische Chemie war ratlos, als er sich an die Experten wandte: Eine seiner Sprinkleranlagen zeigte trotz sorgfältig ausgewählter Werkstoffe zahlreiche Leckagen. War es ein Materialfehler, war es Korrosion, obwohl doch weder Kontaktelemente noch niedriglegierte Stähle vorhanden waren? Der Nachweis, dass es sich um mikrobiologisch induzierte Korrosion handelt, benötigt eine spezielle Analysemethode, da sich das Erscheinungsbild nicht von denen anderer Korrosionsarten unterscheidet.

Eine exakte und schnelle Analyse gewährleistet das Steinbeis-Transferzentrum durch seine Entwicklung der MSB-FISH-Methode (Metal Surface Biofilm – Fluorescence in situ Hybridization). Hier werden Mikroorganismen direkt ohne Zwischenkultivierung auf Metalloberflächen mit fluoreszenzmarkierten Nukleinsäure-Sonden identifiziert. Der große Vorteil dieser Methode liegt auch darin, dass ein genauer zeitlicher Ablauf der Besiedelung dargestellt werden kann.

Mit der MSB-FISH-Methode konnte das Steinbeis-Team eine mikrobiologisch induzierte Korrosion nachweisen. Die Darstellung der zeitlichen Abfolge der Besiedelung erklärte den Zustand der einzelnen Rohrleitungsstränge. Dadurch war auch eine Prognose der weiteren Entwicklung möglich. Der Auftraggeber konnte nun Präventionsmaßnahmen vornehmen und die Sprinkleranlage dauerhaft schützen.

Sulfatreduzierende Bakterien (SRB) beschleunigen die Korrosion von Stahl bis zum zehnfachen einer aeroben Korrosion. Oft sind die betroffenen Anlagen für eine ständige Reinigung nicht zugänglich. In diesen Fällen hilft eine Schutzschicht gegen Biokorrosion – dies ist eines der Forschungsthemen des Forschungsbereiches PCO der Innovent in Jena, während Ceramic Polymer ein konkretes Produktangebot macht: Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von Beschichtungsprodukten für besondere Anwendungen spezialisiert – und hat auch Schutzbeschichtungen gegen anaerobe Biokorrosion im Programm: Bei diesen Anti-SRB-Beschichtungen handelt es sich um spezielle Biozide in nanokristalliner Form, die mit Füllstoffen in eine Polymermatrix eingebunden sind.

Aufgrund von Alterung, temperaturbedingten Spannungen sowie mechanischen Belastungen bilden sich in jeder Schutzbeschichtung Risse im Nano- und Mikrometerbereich. Hier siedeln sich SRB bevorzugt an, die Risse stellen für sie schützende, zirkulationsarme Nischen dar. Ist eine Beschichtung von Ceramic Polymer aufgetragen, legt das Aufbrechen der lokalen Oberfläche die Biozid-Kristalle frei; SRB werden vor der Ansiedelung abgetötet. Der Depoteffekt der Biozid-Kristalle gewähre lang anhaltenden bioziden Schutz ohne merkliche Auswaschungen, so der Hersteller.

Wie Sie Ihre Kühlkreisläufe schützen können, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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