Temperaturerfassung in der Vakuumtechnik Messen ohne zu berühren

Autor / Redakteur: Kim Burger* / Wolfgang Ernhofer

Welche Temperatur herrscht eigentlich im Vakuum? Sprechen wir von einem luftleeren, gasfreien oder gar teilchenleeren Raum? In der industriellen Praxis wird Vakuumtechnologie zu vielfältigen Zwecken eingesetzt und hat sehr konkrete Anforderungen an die Temperaturerfassung.

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(Bild: © Fotoatelier Bernhard e.K.)

Ein spezielles Einsatzgebiet von Temperaturfühlern sind vakuumbasierte Maschinen wie Niederdruck-Plasmaanlagen oder Anlagen für die Trocknungs- und Prozesstechnik. Diese Maschinen setzen eine hohe Fertigungskenntnis voraus: Die Temperaturfühler dürfen nicht ausgasen, müssen aber sehr hohe Temperaturen bis 500 °C erfassen können. Zudem ist eine große Oberflächengenauigkeit entscheidend, damit die Fühler abgedichtet in die Anlage eingebracht werden können.

Essenziell ist, dass die Abmessungen der Sensoren von Maschine zu Maschine angepasst werden. Dafür stellt Ludwig Schneider eine Vielzahl an Bauformen wie Gewinde- oder Flanschanschlüsse, variable Abmessungen sowie eine große Bandbreite an Anschlussmöglichkeiten bereit.

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Der Wertheimer Spezialist verfügt über das nötige Know-how, für jedes Einsatzszenario die passende Lösung zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Spezialanfertigungen. Ob präzise für das Labor oder robust für den industriellen Einsatz: Das Unternehmen greift auf die komplette Produktpalette zurück, von analogen Glasthermometern bis hin zu digitalen Messgeräten mit „elektrischen Fühlern“ in einer Metall-, Kunststoff- oder Glasgehäusung.

Auch die erforderlichen Werks- oder Dakks-Kalibrierungen gehören zum Qualitätskonzept. Diese erbringt Ludwig Schneider im hauseigenen akkreditierten Kalibrierlabor. Dessen Dienstleistungen reichen von der Kalibrierung im Labor oder vor Ort, über die Optimierung des Messaufbaus und der herstellerunabhängigen Auswahl an Mess- und Prüfmittel bis hin zu Schulungen.

Vakuumtechnik in der Praxis

Die Vakuumtechnologie erlaubt die Trocknung von Materialien bei Temperaturen unter 100 °C. Unter den thermischen Verfahren hat sich das insbesondere für pharmazeutische Wirkstoffe besonders bewährt, da hochwertige Produkte schonend getrocknet werden können, ohne ihre Eigenschaften zu verändern. Flüssigkeiten, Feuchtigkeit und auch bestimmte Lösemittel lassen sich so mediumschonend entfernen.

Ein Hersteller dieser Anlagen ist Pink Thermosysteme. Das Unternehmen produziert Vakuum-Lötanlagen, Niederdruck-Plasmaanlagen, Sinteranlagen sowie Anlagen für die Trocknungs- und Prozesstechnik. Die Ursprünge liegen in der Vakuumtechnik. Das Unternehmen ist zudem Spezialist für Trocknungssysteme für den pharmazeutischen Bereich sowie für die Elektronikindustrie. Die Anlagen werden für Pulver, Kondensatoren und in der Batterietechnik eingesetzt.

„Unsere Vakuum-Trocknungsanlagen bestehen aus einem Trockenschrank mit Beheizungssystem und einem auf den spezifischen Trocknungsprozess zugeschnittenen Vakuum-Pumpstand inklusive entsprechender Steuerung“, erklärt Christoph Oetzel, Konstruktionsleiter bei Pink. „Um den Prozess optimal steuern zu können, ist eine genaue Erfassung der Temperatur unverzichtbar. Nur so können wir den Anforderungen im Vakuum gerecht werden.“

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Auch die Niederdruck-Plasmatechnologie nutzt Vakuum als Grundlage. Behandelt mit Niederdruck-Plasma wird das Medium kaum erwärmt.

Exakte Temperaturerfassung

Pink stellt maßgeschneiderte Anlagen her. Analog ist auch die Temperaturerfassung immer auf den jeweiligen Prozess abgestimmt. Der Schwerpunkt liegt daher auf Fühlern für Kontaktwärme.

„Die Temperaturfühler müssen sehr hohe Temperaturen bis 500 °C erfassen können. Auch die Abmessungen der Fühler werden teilweise von Maschine zu Maschine angepasst. Ludwig Schneider reagiert dabei individuell anhand technischer Zeichnungen“, erläutert Oetzel. „Ein weiterer Vorteil ist die Werks- beziehungsweise Dakks-Kalibrierung, die das Unternehmen im Komplettpaket mit seinen Temperaturfühlern bietet.“

Die Temperaturfühler sind Verschleißteile mit einer entsprechend kurzen Lebensspanne, die vom jeweiligen Prozess abhängig ist. Folglich ist auch eine verbindliche Beziehung zum Lieferanten mit einer garantierten Verfügbarkeit von über zehn Jahren Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Anlagen von Pink werden für eine lange Laufzeit von über zehn Jahren produziert. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die Qualität der Komponenten. Die Fühler sind so konstruiert, dass sie problemlos innerhalb kürzester Zeit austauschbar sind. So werden laufende Prozesse nur unwesentlich unterbrochen. Eine Rekalibrierung ist in der Regel nicht notwendig.

Sowohl Pink als auch Ludwig Schneider produzieren im baden-württembergischen Wertheim. Die räumliche Nähe bietet den Vorteil persönlicher Beziehungen mit Projektbesprechungen vor Ort. Dies gilt auch für die Kunden von Pink, die sich bei Bedarf in der Produktionsstätte selbst über die Produkte informieren und mögliche Probleme schnell und unkompliziert besprechen können. Auch lange Transportwege entfallen, wodurch die Lieferzeiten kurz und die Transportkosten niedrig gehalten werden. Nicht zuletzt schafft auch das Label „Made in Germany“ Vertrauen und dient als Garant für Qualität sowie die Kalibrierungen für exakte und rückführbare Messergebnisse.

* * Die Autorin ist freie Journalistin. Kontakt Pink: Tel. +49-9342-919-0 Kontakt Schneider: Tel. +49-9342-8560-0

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