Investoren- und Analystentreffen bei Merck

Mercks Pharmasparte soll künftig das Wachstum beflügeln

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Life Science wächst stärker als der Markt

Im Unternehmensbereich Life Science profitiert Merck von der starken Nachfrage aus der biopharmazeutischen Industrie und wuchs schneller als der Markt. Die Skaleneffekte aus der Sigma-Aldrich-Akquisition wirkten sich dabei positiv auf die Profitabilität aus. Bei der Realisierung der Synergien im Zuge der Sigma-Aldrich-Integration kam Merck zudem schneller voran als geplant.

So werden Ende 2016 bereits 105 Mio € anstatt der für diesen Zeitpunkt ursprünglich geplanten 90 Mio € jährlich wiederkehrender Kostensynergien gehoben sein. Neu hinzu kommen bisher nicht eingeplante Umsatzsynergien, die bis Ende 2018 für einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von 20 Mio € sorgen sollen. Somit sollen die gesamten Synergien aus der Akquisition 280 Mio € anstatt ursprünglich 260 Mio € pro Jahr betragen.

Zu den zusätzlichen Umsatzsynergien soll die starke eCommerce-Plattform von Sigma-Aldrich beitragen, über die nach dem Zusammenschluss das größere Produktportfolio vertrieben werden kann. Auch die komplementären Kundenbeziehungen sowie regionale Synergien sollen zu höheren Umsätzen führen als ursprünglich erwartet.

Performance Materials stärkt und erweitert sein Portfolio

Der Unternehmensbereich Performance Materials stellte im bisherigen Verlauf des Jahres 2016 trotz eines herausfordernden Marktumfelds, das durch zyklischen Lagerabbau bei Kunden aus der Displayindustrie geprägt war, seine robuste Ertragskraft unter Beweis. Unterdessen hat Merck die Innovationskraft seines margenstärksten Bereichs durch Investitionen weiter gestärkt.

Zum Einen will Merck seine Führerschaft im Bereich der Displaymaterialien nachhaltig sichern. Dazu hat das Unternehmen unter anderem eine 30 Mio € teure OLED-Produktionsanlage in Darmstadt in Betrieb genommen. Im Laufe des Jahres 2017 plant Merck die Markteinführung der innovativen Flüssigkristallgeneration SA-VA für große TV-Geräte. Im August hat Merck zudem eine Kooperation mit der britischen Nanoco bekannt gegeben, einem führenden Hersteller von Quantenmaterialien.

Zum Anderen will Merck sein Flüssigkristall-Know-how nutzen, um auch in anderen Bereichen als Displays erfolgreich zu sein. So wurde im August der Bau einer Produktionsanlage für Flüssigkristallfenster-Module bekanntgegeben, die ab 2018 zur Marktreife kommen sollen. Im Automobilbereich sollen Flüssigkristalle unter anderem in Form von Smart Antennas mit einem sehr hohem Datendurchsatz zum Einsatz kommen.

Ausblick auf die Jahre 2019 bis 2022

Während Merck seine unmittelbaren Ziele für 2018 fest im Blick hat, hat das Unternehmen auch Pläne für das Wachstum in den Jahren danach. Dabei will sich Merck weiter auf seine Kernkompetenzen verlassen: Große Innovationskraft und erfolgreiches Portfoliomanagement.

„Mit unseren drei starken und profitablen Geschäften wollen wir auch zukünftig an der Spitze des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts stehen“, sagte Merck-CEO Stefan Oschmann mit Blick auf Wachstum und Innovationen in den kommenden Jahren. Bis 2022 will Merck mit neuen Produkten Umsätze im Volumen von rund 4 Mrd € erzielen. Dazu sollen Produkte aus der Pharma-Pipeline rund 2 Mrd € beisteuern, Innovationen der Bereiche Life Science und Performance Materials jeweils rund 1 Mrd €.

Große Zukäufe im Volumen von über 500 Mio € schließt Merck weiterhin aus, solange der Verschuldungsgrad aus Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA vor Sondereinflüssen über 2 liegt, es sei denn, sie ließen sich durch Veräußerungen finanzieren. „Wie nach den großen Akquisitionen der Vergangenheit arbeiten wir auch nach dem Zukauf von Sigma-Aldrich an einer raschen und durchgreifenden Entschuldung des Konzerns und wollen bis 2018 wieder einen Verschuldungsgrad von unter 2 erreicht haben“, sagte Finanzvorstand Marcus Kuhnert. „Dann sind auch wieder größere Akquisitionen denkbar.“

Merck hat seit 2002 Zu- und Verkäufe im Volumen von rund 38 Mrd € getätigt. Dabei wurden alle vier großen Zukäufe erfolgreich integriert und waren finanziell attraktiv.

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