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Abfülltechnik

Meister der Variation

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Flexibilität steht bei Lohnverpackern an oberster Stelle. Eine variantenreiche Abpacklinie zeigt, wie ein Lohnverpacker nicht nur für die aktuellen Aufträge, sondern auch für zukünftige Aufgaben gerüstet ist.

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Dank linearem und modularen Maschinenaufbau behält der Bediener selbst bei häufigem Formatwechsel den Überblick.
Dank linearem und modularen Maschinenaufbau behält der Bediener selbst bei häufigem Formatwechsel den Überblick.
( Archiv: Vogel Business Media )

Allein 23 verschiedene Behältnisse standen in der Ausschreibung, die ein österreichisches Unternehmen aus der pharmazeutischen Lohnverpackung sicher befüllt und verschlossen haben wollte. Nicht weniger abwechslungsreich waren die Verschlussarten und –formen, die eingesetzt werden: Stopfen, Tropfeinsätze, Schraubkappen aus Kunststoff oder Metall mit und ohne Sicherung, PP-Verschlüsse, Spraydispenser und Überkappen, die in verschiedenen Variationen mit den Behältnissen kombiniert werden.

Und schließlich wollte das Unternehmen, das sowohl für Muttergesellschaft als auch für andere pharmazeutische Unternehmen tätig ist, auch für die zukünftige Aufträge externer Kunden mit noch unbekannten Formatanforderungen bestmöglich vorbereitet sein.

Abgefüllt werden derzeit oral zu verabreichende pharmazeutische Sirupe und Lösungen sowie ein Nahrungsergänzungsmittel. Oberste Devise bei der Investition in die Verpackungstechnik war daher die Beherrschung der Formatvielfalt.

Prinzip: Vielseitigkeit

Der Lohnverpacker entschied sich für eine Kugler Linoline aus der Optima Group Pharma (Schwäbisch Hall), um diese Anforderungen zu bewältigen. Bei der Linoline laufen die Behältnisse von einem Drehteller in die Kugler Monoblock-Maschine ein. Ein Rechensystem übernimmt die Flaschen und bringt diese getaktet zunächst an einer Wägezelle in Position. Die mit 100%-Inprozesskontrolle ausgestatte Maschine ermittelt zunächst das Taragewicht jedes einzelnen Behältnisses.

Weiter geht’s zur Füllstation: Vierstellig vorhandene Rotationskolbenpumpen befüllen je nach Formatgröße in maximal vier Schritten. Danach wird das Bruttogewicht von der zweiten Wägezelle erfasst, und die Maschinensteuerung ermittelt aus beiden Werten das Nettofüllgewicht. Abweichungen vom Zielgewicht werden registriert und in Form einer Tendenzsteuerung an die Dosierstation weitergeleitet, so dass hier kontinuierlich das Optimum – das Zielgewicht – verfolgt und mit nur geringsten Abweichungen erreicht wird. „Die IPC-Einrichtung ist nicht billig, aber sie lohnt sich“, so die Aussage der Herstellungsleitung.

„Heute können wir zudem sagen und nachweisen, dass wirklich jede Flasche kontrolliert ist.“

An der Verschließstation bietet die Kugler Linoline sämtlichen Verschlussmöglichkeiten das passende Aggregat. Alle Verschlussteile werden aus Sortiertöpfen in den Verpackungsprozess eingebracht und in Schwenkbewegungen den Verschließern zur Verfügung gestellt. So können zunächst Tropfer oder Stopfen eingesetzt, Schraubkappen vorverschraubt oder Sprühpumpen eingesetzt und vorgecrimpt oder PP-Verschlüsse aufgesetzt werden.

Nach einer ersten Kontrolle, ob der Verschluss vorhanden ist, folgt der Verschließstation zweiter Teil: Hier können entweder Schraubkappen aufgesetzt und vorverschraubt oder Überkappen gesetzt werden. Am dritten Teil der Verschließstation werden Schraubkappen mit vorgegebenem Drehmoment nachgeschraubt oder die PP-Verschlüsse angerollt. Auch hier wird wieder eine Kontrolle durchgeführt, ob alle Komponenten zueinander gefunden haben.

Lob vom Bedienpersonal

„Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten gerne mit dieser Maschine. Das Urteil des Linienpersonals bezüglich der Handhabung ist ausgesprochen positiv“, lautete die übereinstimmende Meinung der Bediener. Bei einer hohen Produkt- und Formatvielfalt trägt die Anlagentechnik entscheidend dazu bei, potenzielle Fehler zu verhindern.

Bei der Auftragsvergabe konnte die Kugler Linoline insbesondere durch ihren linearen und modularen, sehr übersichtlichen Maschinenaufbau punkten, der gerade bei Formatwechseln ein großer Vorteil ist.

Neben dem Maschinenkonzept werden noch die robuste Verarbeitung und der große Formatbereich genannt, die letztlich den Ausschlag für die Investitionsentscheidung gaben.

Für die Flexibilität zeichnen an der Anlage Formatteile mit breitem Einsatzbereich, Schnellwechselvorrichtungen sowie eine Bedieneinheit, die leicht verständlich und gut strukturiert aufgebaut ist, verantwortlich. Die Bedieneinheit übernimmt im Zusammenspiel mit der Vollservoausrüstung der Maschine die Hauptarbeit bei den Formatwechseln.

Der Formatbereich reicht von 10 bis 550 ml. Die Ausbringung liegt zwischen 60 Flaschen/min bei Formaten unter 100 ml und beispielsweise 35 Flaschen/min bei 250ml Füllinhalt, einschließlich der Inprozesskontrolle.

Mit der Kugler Linoline wurde eine ältere Anlage eines anderen Fabrikats ersetzt. „Erwartungsgemäß können wir heute mehr Einheiten in kürzerer Zeit bei verbesserten Kontrollmöglichkeiten abfüllen und verschließen“, lautet das Fazit der Herstellungsleitung. „Wir haben in unserem Haus gleichzeitig zwei neue Linien mit insgesamt sechs Komponenten installiert. Hinsichtlich der Verarbeitung und Performance ragt die Linoline heraus.“

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