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Alarm-Management

Mehr Effizienz im Alarm-Management durch ganzheitlichen Ansatz

15.07.2009 | Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Helmut von Au / Dr. Jörg Kempf

Optimale Grundlage für die unmittelbare und verlustfreie Weitergabe ist der Einsatz von aufeinander abgestimmten Komponenten auf allen Ebenen einer Anlage. So kann der Alarm über eindeutig definierte Schnittstellen durch die verschiedenen Ebenen gereicht werden.
Optimale Grundlage für die unmittelbare und verlustfreie Weitergabe ist der Einsatz von aufeinander abgestimmten Komponenten auf allen Ebenen einer Anlage. So kann der Alarm über eindeutig definierte Schnittstellen durch die verschiedenen Ebenen gereicht werden.

In der Betriebsphase zahlt sich das gewissenhafte Alarm-Engineering aus. Doch selbst nach bestmöglicher Definition in der Planungsphase erreichen den Operator immer wieder Alarme, die gemäß der Alarmphilosophie keine wirklich wichtigen sind. Deshalb ist eine wiederkehrende Analyse der Meldearchive der Schlüssel zu weiteren Verbesserungen im Alarm-Management. Im Namur-Arbeitsblatt NA 102 wird hierzu der Einsatz eines Performance Monitors vorgeschlagen, mit dem sich u. a. Alarmanzahl und -dauer sowie Häufigkeitsverteilung anzeigen lassen. Die Analyse offenbart, wo Schwachstellen liegen, und bietet die Grundlage dafür, diese Probleme z.B. über das Engineering oder durch den Austausch von Hardware zu beseitigen.

Mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

Der Einsatz von systematischem Alarm-Management ist nicht allein für die Erhöhung der Sicherheit in prozesstechnischen Anlagen sinnvoll. Mit modernem Alarm-Management lässt sich auch deutlich mehr Wirtschaftlichkeit erreichen. Werden Bediener schon bei Abweichungen von den Sollwerten eines Prozesses informiert und mit zielgerichteten Anweisungen versorgt, kann frühzeitig gegengesteuert werden: Projektiert man Prozessalarme so, dass sie bereits bei Verlassen des Sollwertes abgesetzt werden, ist eine Erhöhung der Overall Equipment Effectiveness (OEE, Gesamtanlageneffektivität) möglich (Abb. 2).

Die OEE-Zahl ist eine Verhältniszahl, die relativ zum Optimalwert angegeben wird und sich als Produkt aus Verfügbarkeit und Performance der Anlage sowie der Qualität des Prozesses bzw. der Produkte definiert. Alle drei Faktoren können mit systematischem Alarm-Management positiv beeinflusst werden. Durch die Projektierung von „Vor-Alarmen“ können Produktqualität und -leistung erhöht werden und über normgerechte Alarme wird die Anlagenverfügbarkeit auf hohem Niveau gehalten.

Ein durchdachtes Alarm-Management macht sich also in mehr als einer Hinsicht bezahlt: Die Integration ins Leitsystem und ein alle Ebenen übergreifender Systemgedanke schaffen das Fundament für mehr Anlagensicherheit. Die frühzeitige Einbindung der Alarmphilosophie in die Anlagenplanung und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess über den gesamten Lebenszyklus hinweg tragen darüber hinaus zur Optimierung des Prozesses und damit zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei. n

[1] NA 102: Alarm-Management. AK 2.9, Erstausgabe Oktober 2003.

[2] Health & Safety Executive: HSE Human Factors Briefing Note No. 9, Alarm Handling, 2005.

Der Autor ist Produktmanager Simatic PCS 7 bei der Division Industry Automation, Siemens AG, Industrial Automation Systems, Karlsruhe.

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