Branchen-Ranking Medizintechnik und Pharmabranche sind vielversprechende Zukunftsbranchen

Redakteur: Marion Henig

Branchen, deren Schwerpunkt auf Forschung und Innovation gerichtet ist, werden gut aus der Krise herauskommen und haben weiterhin ausgezeichnete Zukunftsaussichten, so das Fazit der Studie „Deutschlands Zukunftsbranchen 2009“. Medizin-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik ist demnach Deutschlands Zukunftsbranche Nummer eins, dicht gefolgt von der Pharmabranche.

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Berlin – Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult analysierte im Auftrag des vfa, dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen, die Zukunftsaussichten von 35 deutschen Wirtschaftszweigen.

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„Die Wirtschaftkrise ist zwar ein tiefer Einschnitt. Wettbewerbsvorteile vor der Krise werden aber auch Stärken nach der Krise sein. Innovationsstarke und forschungsintensive Branchen werden deshalb nach einer Art Auszeit gestärkt hervorgehen“, schätzt Professor Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, die aktuelle Lage ein. Auf den drei ersten Plätzen des Rankings der Wirtschaftszweige mit dem größten Zukunftspotenzial finden sich mit der Medizin-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik/Optik (MMStR), der Pharmaindustrie und dem Maschinenbau Branchen wieder, die von Forschung und Entwicklung sowie einer hohen Innovationsfähigkeit profitieren.

Medizin-, Mess- und Regeltechnik: International wettbewerbsfähige Produkte

Den ersten Platz des Rankings erreicht die Medizin-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik/Optik. Stärken weist die Branche laut Studie vor allem in den Bereichen Technologie und Innovation auf. Durch die hohen Investitionen in diesem Bereich gelinge es der Branche, mit international wettbewerbsfähigen Produkten, die relativ geringe Dynamik in der Inlandsnachfrage durch einen hohen Auslandsabsatz zu kompensieren. Die Wettbewerbsposition der MMStR/Optik gegenüber ausländischen Wettbewerbern könne als große Stärke gesehen werden. „Die MMStR-Branche ist eine zukunftsfähige Branche, die durch ihre starke Internationalisierung zu den Gewinnern der Globalisierung gehören wird“, fasst Hüther die Ergebnisse zusammen.

Pharma: Spitzenposition in der Forschung

Die auf dem zweiten Platz stehende Pharmabranche wird laut IW Consult den technologischen Fortschritt besonders stark für das eigene Wachstum nutzen können. Positiv wirke sich dabei die überdurchschnittlich starke F&E-Orientierung der Branche aus. So erreichte die Pharmabranche in dem Bereich Technologie und Innovation Spitzenwerte bei der F&E Intensität und beim Humankapitaleinsatz. „13,2 Prozent des Umsatzes der forschenden Pharma-Unternehmen gingen 2008 in Forschung und Entwicklung. Das sind mehr als 13 Millionen Euro, die jeden Tag in die Entwicklung innovativer Medikamente gesteckt werden“, bekräftigt Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, das Ergebnis.

Die befragten Experten betrachten die weitere Marktentwicklung und die Marktchancen differenziert. Sie gehen zwar weiterhin von einem starken Branchenwachstum aus, sehen jedoch zunehmenden Wettbewerbsdruck. Hierzu stellte Yzer bei der Veröffentlichung der Studie fest: „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stellt sich am Standort Deutschland die Frage, wer unseren Wohlstand auch morgen noch sichern kann. Einer der wesentlichen Motoren der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung wird die forschende Pharma-Industrie sein. Ausschlaggebend für ihren wirtschaftlichen Erfolg ist und bleibt der Nachschub an Innovationen. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass Deutschland im internationalen Standortwettbewerb den Anschluss verliert. Daher brauchen wir in Deutschland innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und eine steuerliche Forschungsförderung.“

Maschinenbau auf dritten Platz, Chemieindustrie unter den Top-10

Den dritten Platz im Ranking erreichte die Branche Maschinenbau. Positiv ist laut Studie vor allem der hohe Internationalisierungsgrad mit der dritthöchsten Exportquote zu bewerten. Allerdings weist die Branche große Schwächen in der unterdurchschnittlichen Entwicklung der Inlandsnachfrage auf. Die Chemieindustrie hingegen schaffte es bei dem Ranking auf den siebten Platz.

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