Studie – Medizinische Biotechnologie 2009 Medizinische Biotechnologie bleibt vielversprechend

Redakteur: Marion Henig

Etwa jeder sechste Euro im deutschen Arzneimittelmarkt wurde 2008 mit Biopharmazeutika erzielt, die Umsätze mit den gentechnisch hergestellten Präparaten haben sich deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Auch die Zukunft ist weiterhin vielversprechend. Das ist das Ergebnis der aktuellen VFA-Studie Medizinische Biotechnologie 2009.

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Bei der biopharmazeutischen Produktion ist Deutschland nach den USA auf Position zwei.
Bei der biopharmazeutischen Produktion ist Deutschland nach den USA auf Position zwei.
( Bild: Roche )

Berlin – „In der Wirtschaftskrise zeigt sich die medizinische Biotechnologie bislang resistent. 2008 sind die Biopharmazeutika-Umsätze in Deutschland mit neun Prozent doppelt so stark gewachsen wie der Gesamtpharmamarkt. Mit unverändert rund 34 000 hoch qualifizierten Mitarbeitern leistet die medizinische Biotechnologie zudem einen wichtigen Beitrag zum Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland“, das erklärte Dr. Frank Mathias, Vorsitzender von VFA Bio und MediGene-Vorstandsmitglied, bei der Vorstellung des Branchenreports „Medizinische Biotechnologie 2009“. Dieser wurde von der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) für die Interessengruppe Biotechnologie im VFA, erstellt. Er analysiert die Aktivitäten deutscher Biotech-Start-ups wie auch die großer Biotech-Firmen und solcher Pharma-Unternehmen, die in der medizinischen Biotechnologie aktiv sind.

Derzeit sind in Deutschland nach Recherchen des VFA mindestens 135 Arzneimittel mit 100 Wirkstoffen zugelassen, die gentechnisch hergestellt werden. Etwa jeder sechste Euro im deutschen Arzneimittelmarkt wurde 2008 mit Biopharmazeutika erzielt, insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Mit neun Prozent wuchsen die Umsätze mit Biopharmazeutika deutlich stärker als der Gesamtpharmamarkt (+4 %). Wachstumstreiber waren insbesondere Medikamente gegen ZNS-Krankheiten wie Multiple Sklerose (+25 %), Krebs (+20 %) und immunologische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (+17 %). Bei letzterem Krankheitsgebiet erzielen Biopharmazeutika mittlerweile einen Marktanteil von 53 Prozent, bei Infektionskrankheiten 28 Prozent.

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Monoklonale Antikörper eröffnen neue Therapiemöglichkeiten

Präparate mit monoklonalen Antikörpern haben daran wesentlichen Anteil: Um 28 Prozent hat sich ihre Zahl binnen eines Jahres in den Pipelines erhöht. Diese gentechnisch produzierten Wirkstoffe sind von Molekülen des menschlichen Immunsystems abgeleitet. Sie können sehr gezielt im Körper an bestimmte Substanzen oder Zellen binden und so ins Krankheitsgeschehen eingreifen.

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