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Innovation Award 2015 "Mechanische Verfahren"

Mechanische Verfahren at its best

| Autor: Manja Wühr

Bereits zum dritten Mal hat PROCESS die Innovation Awards zur Achema verliehen. Wer hat es in der Kategorie „Mechanische Verfahren“ auf die Shortlist geschafft? Und wer durfte am Ende den begehrten Award mit nach Hause nehmen? Viele gute Innovationen und Weiterentwicklungen machten es der Jury in dieser Kategorie nicht leicht.

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Die Gewinner der Kategorie „Mechanische Verfahren“ (v.l.n.r.): PROCESS Chefredakteur Gerd Kielburger, Camille Flores/Powder Systems, Michelle Frisch/Powder Systems
Die Gewinner der Kategorie „Mechanische Verfahren“ (v.l.n.r.): PROCESS Chefredakteur Gerd Kielburger, Camille Flores/Powder Systems, Michelle Frisch/Powder Systems
(Bild: Schäffner/PROCESS)

In die Kategorie „Mechanische Verfahren“ wurden sowohl vollständig neu entwickelte als auch weiterentwickelte Komponenten, Apparate, Anlagen oder Verfahren in die Bewertung einbezogen. Wer es auf die Shortlist schaffen wollte, musste vor allem durch hohen Innovationsgrad und Wirtschaftlichkeit überzeugen. Zudem flossen vorhandene Applikationen oder Tests sowie eine aussagekräftige Präsentation in die Bewertung ein. Am Ende einer intensiven Diskussionsrunde standen folgende Shortlist-Platzierungen fest:

  • Gericke: gravimetrische Dosierwaage DIW-PE GZD 100/200 FB,
  • Haver & Boecker: Hochleistungsfiltertresse RPD Hiflo-S,
  • Inflotek: Rockplate Screen,
  • Netzsch-Feinmahltechnik: Maschinenplattform Alpha,
  • Powder Systems: Microsphere Refiner.

So unterschiedlich die Platzierungen auch sind, eines eint sie alle. Ihre Entwicklung war von dem Gedanken getrieben, die Wirtschaftlichkeit der Produktionsprozesse zu steigern. Am beeindruckendsten konnte dies der diesjährige Gewinner umsetzen: Mit dem Microsphere Refiner von Powder Systems kann Ausbeute des Downstream-Prozesses von Mikrokapseln um mehr als 97 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Technologien gesteigert werden. Ein Paukenschlag wenn man bedenkt, dass am Ende des Prozesses mit Wirkstoff gefüllte Mikrokapseln der Abfüllung übergeben werden. Schließlich reinigt, klassifiziert, filtert und trocknet die Anlage unter sterilen Bedingungen die Polymer-Mikrokapseln. Knackpunkt dabei ist die Größenklassifikation. Mit einem speziellen Behälterdesign und der Verwendung von Seiten- und Bodenfiltration wird die geforderte Größenklassifikation erreicht.

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Der Microsphere Refiner hat „durchaus das Potenzial, bisherige Techniken für den Downstream-Prozess von Mikrokapseln ablösen zu können“, wie es in der Laudatio heißt. „Dadurch könnten Probleme wie mesh blocking und damit Schwierigkeiten bei der Größenklassifikation, lange Trocknungszeiten, Gefährdung der Sterilität oder Schwierigkeiten beim Scale-up überwunden werden.“ Für ein durchgängiges Scale-up verfügt das Unternehmen über eine Labor-, eine Entwicklungs- sowie eine Produktionsanlage.

Effizienter Filter

Aber auch die Trenntechnik beweist, dass sie Prozesse deutlich wirtschaftlicher gestalten kann. So hat Haver & Boecker auf neuen Webmaschinen aus dem werkeigenen Webstuhlbau die neue Hochleistungsfiltertresse RPD Hiflo-S entwickelt. Sie beschleunigt industrielle Filtrationsprozesse enorm und macht diese damit äußerst effizient.

Entscheidend für diese Filtereigenschaften ist eine dreidimensionale Webtechnologie. Durch diese Gewebestruktur wird die offene Oberfläche auf gleichem Raum sig- nifikant erhöht. Die Durchflussleistung des Mediums kann so im Vergleich zu konventionellen Köpertressen, beispielsweise Minimesh DTW-S, bei gleicher Porengröße verdoppelt werden. Die Tiefen- struktur begünstigt eine hohe Abscheideleistung, ohne schnell zu verblocken. Das neue Filtergewebe kann aus vergleichsweise starken Drähten hergestellt werden. Dadurch können auch im kleinen Porenspektrum bislang nicht mögliche Sonderwerkstoffe, wie Avesta, Hastelloy, Inconel oder Titan, verwebt werden. RPD Hiflo-S bietet damit korrosions- und temperaturbeständige Filtergewebe in Porengrößen unter 30 µm.

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Manja Wühr

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