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Dosiersysteme

Maßgeschneiderte Dosiersysteme senken die Betriebskosten und schützen die Umwelt

28.01.2010 | Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Dr. Richard Best, Leiter Anlagentechnik bei ProMinent: „Der Trend geht verstärkt in Richtung kundenspezifische Anlagen, Sicherheit und Standardisierung durch modularen Aufbau.“
Dr. Richard Best, Leiter Anlagentechnik bei ProMinent: „Der Trend geht verstärkt in Richtung kundenspezifische Anlagen, Sicherheit und Standardisierung durch modularen Aufbau.“

Vor rund 50 Jahren lag der Ausgangspunkt von ProMinent bei Komponenten für die Hauswassertechnik und Magnetdosierpumpen. Mit Fokus auf die Wasseraufbereitung und -desinfektion entwickelte sich das Unternehmen vom Komponentenhersteller zum Systemlieferanten. Zum erweiterten Aufgabenbereich äußert sich Dr. Richard Best, Leiter der Anlagentechnik.

PROCESS: Herr Dr. Best, vor einigen Jahren wurde das Anlagengeschäft von ProMinent Dosiertechnik in einem separaten Tochterunternehmen abgespalten. Wie unterscheiden sich die beiden Bereiche?

Dr. Best: Im Mittelpunkt von ProMaqua, die sich als Spezialist für die Wasseraufbereitung und -desinfektion sehr gut auf dem Markt etabliert haben, stehen Verfahren zur Wasseraufbereitung mit Chlordioxid, Ozon, UV, Membrantechnologien oder Elektrolyseanlagen. Die Anlagentechnik im Hause ProMinent konzentriert sich dagegen auf die Planung, Fertigung und Erstellung von kundenspezifisch ausgelegten Dosieranlagen, die sehr komplex sein können. Zentrale Komponenten einer solchen Anlage bilden in der Regel eine oder mehrere Dosierpumpen, die über eine Mess- und Regeleinrichtung angesteuert werden. Dazu kommen Vorlagebehälter aus denen das zu dosierende Medium entnommen und nach einer genauen „Rezeptur“ in einen Prozess dosiert wird. Das Ganze muss dann auch entsprechend verrohrt sein. Oftmals muss der Prozess über eine entfernt liegende Schaltwarte überwacht und angesteuert werden, sodass solche Anlagen auch busfähig sein müssen. Neben der chemischen Industrie und der klassischen Wasseraufbereitung bilden insbesondere die Öl- und Gasindustrie sowie der Kraftwerksbereich einen besonderen Schwerpunkt unserer Tätigkeit.

PROCESS: Welche technischen Entwicklungen beobachten Sie bei Dosieranlagen in der Prozessindustrie?

Dr. Best: Der Trend geht verstärkt in Richtung maßgeschneiderte Anlagen und Sicherheit. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach einer Standardisierung. Diesen scheinbar widersprüchlichen Anforderungen werden wir gerecht: durch Dosieranlagen in Modulbauweise. Für den Endkunden werden je nach Bedarf unterschiedlich große Anlagen gefertigt. Die Module sind aus hochwertigen Komponenten erstellt und erfüllen hohe sicherheitstechnische Anforderungen. Auf diese Weise erhält der Kunde jeweils ein kundenspezifisches Dosiersystem. Durch eine Mehrfachverwendung und Einsatz aufeinander abgestimmter Komponenten wird die hohe Qualität sichergestellt und durch die Funktionsweise die Sicherheit gewährleistet. Aus dem modulare Aufbau resultieren Einsparungen im Bereich des Engineering und der Dokumentation. Zusätzlich tragen unsere Dosierpumpen, wie die Membrandosierpumpe delta mit geregeltem Magnetantrieb optoDrive, zur Erhöhung der Sicherheit bei. Ihre integrierte optoGuard überwacht kontinuierlich die wesentlichen hydraulischen Dosierparameter. Automatisch werden verblockte Dosierstellen oder gebrochene Dosierleitungen erkannt, wie auch im Dosierkopf eingeschlossene Luft- oder Gasblasen.In den Anwendungsfeldern Kraftwerk, Petrochemie und Öl- und Gasindustrie, in denen unsere Prozesspumpen wie Extronic oder die Hydro- und Orlita-Baureihen überwiegend eingesetzt werden, gewährleistet beispielsweise eine PTFE-Doppel-Membran oder Mehrlagen-Metallmembran mit Membranbruch-Überwachung den sicheren Betrieb. In Gas-explosionsgefährdeten Betriebsstätten wird eine zuverlässige Funktion bei unserer nach EG-Ex-Richtlinie 94/9/EG (Atex) zugelassenen Baureihe ProMinent EXtronic bei ausgasenden Medien durch einen selbstentlüftenden Dosierkopf sichergestellt.

PROCESS: Wie werden Ihre Anlagen in übergeordnete Leitsysteme vernetzt und integriert?

Dr. Best: Unsere Dosieranlagen lassen sich in übergeordnete Steuerungen einbinden, über die Mess- und Regelgeräte Dulcometer durch das 4-20mA-Signal oder optional über Profibus DP. Auch unsere Dosierpumpen können in der Feldbusebene über Profibus mit der SPS oder dem Leitrechner kommunizieren.

PROCESS: Welche weiteren Anforderungen stellen die Kunden heute?

Dr. Best: Ein wichtiger Aspekt betrifft die Produktqualität und Dokumentation. Um eine maximale Betriebssicherheit der Anlagen zu gewährleisten, verlassen bei uns alle auszuliefernden Anlagen erst nach strengen und umfangreichen Qualitätstests das Werk. Auch der Dokumentationsumfang ist sehr aufwändig. Mit einem erfahrenen Team aus Technikern und Ingenieuren haben wir uns aber schon seit Jahren darauf eingestellt. Zudem fordern Betreiber von Kraftwerken, aber auch die Öl- und Gas- oder die chemische Industrie einen umfassenden technischen Support auf internationaler Ebene. ProMinent hat weltweit 54 eigene Tochterunternehmen und mehr als 60 autorisierte Vertretungen. Damit können wir unseren Kunden überall einen schnellen technischen Service garantieren.

PROCESS: Wie hoch schätzen Sie das Marktpotenzial der einzelnen Branchen?

Dr. Best: Die Investitionen der chemischen Industrie in Pumpen und Systeme werden in den nächsten Jahren weltweit um rund zwei Prozent jährlich wachsen. Das Volumen liegt damit bei über 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Im Öl- und Gasbereich rechnet man mit Investitionen in Pumpensysteme von jährlich über drei Milliarden Euro. In der Kraftwerksbranche wird dagegen mit jährlichen Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro allein in Pumpen und Systeme gerechnet.

PROCESS: Herr Dr. Best, vielen Dank für das Gespräch.

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