Wassertechnologien

Marktchancen für weltweite Wasserprojekte

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Projekte in Russland

Etwa 70 % der 9000 Kläranlagen in Russland wurden vor 30 bis 50 Jahren gebaut. Rund 160 000 km Wasserleitungen sollen marode sein; die Trinkwasserqualität ist in vielen Orten gesundheitsgefährdend. Bis heute haben fast 15 Millionen Menschen in Russland überhaupt keinen Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung. Im ländlichen Raum hat nur jeder Vierte Zugang zur zentralen Kanalisation.

Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt sich GTAI für den deutschen Außenhandel ein – auch in schwierigen Zeiten.
Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt sich GTAI für den deutschen Außenhandel ein – auch in schwierigen Zeiten.
(Bild: Bild: GTAI)

Im Rahmen des nationalen Projekts „Ökologie“ gibt es mehrere Unterprogramme, die auf eine Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserreinigung zielen. Wichtigstes Vorhaben ist das föderale Projekt „Sauberes Wasser“. Mit ihm soll das System der Trinkwasseraufbereitung und -versorgung bis 2024 umfassend modernisiert werden. Insgesamt rechnet Russlands Regierung mit Investitionen von 245 Milliarden Rubel (3,4 Milliarden Euro) für die Umsetzung des Projekts. Knapp zwei Drittel davon kommen aus dem Staatshaushalt.

Außerdem will das Bauministerium im Rahmen der Smart-City-Strategie für Russlands Städte die kommunale Wasserwirtschaft digitalisieren. Dabei geht es um den Einbau von smarten Zählern, Messgeräten und Sensoren. Sie sollen helfen, Leitungsverluste zu verringern, die Betriebskosten zu senken und drohende Havarien schneller zu erkennen. Zu den Pilotregionen gehören Omsk und Sarow im Gebiet Nischni Nowgorod. Dort will der staatliche Atomenergiekonzern Rosatom den Betrieb der örtlichen Wasserwerke übernehmen und digitale Technologien installieren.

Projekte in Kuwait

Kuwaits Frischwasserverbrauch stieg von 2010 bis 2017 um 19 % auf 728 Millionen Kubikmeter. Mittelfristig wird mit jährlichen Steigerungsraten von 2 bis 3 % gerechnet. Meerwasserentsalzungsanlagen liefern 99 % des Frischwassers.

Die südkoreanische Doosan Heavy Industries & Construction Company erhielt den 422 Millionen Dollar EPC-Auftrag (Engineering, Procurement, Construction) der ersten Phase der Doha RO-Anlage (Kapazität: 0,27 Millionen m3/d). Auftraggeber ist das Ministerium für Elektrizität und Wasser (MEW). Mit der Ausschreibung der zweiten Phase mit gleicher Leistung ist 2020 zu rechnen. Die MEW sieht deren Inbetriebnahme bereits 2021 vor.

Private Investoren sollen den künftigen Kapazitätsausbau finanzieren. Dafür zuständig ist die Kuwait Authority for Partnership Projects (KAPP). Die erste und bislang einzige Entsalzungsanlage, die als PPP-Projekt (Private Public Partnership) realisiert wurde, ist die erste Phase von Az Zour North. Zu diesem Projekt gehört auch ein 1540 MW Kraftwerk. Die zusammengelegten Phasen 2 und 3 des Az Zour North-Projekts sollen aus einem 3200 MW Kraftwerk und einer 0,75 Millionen m3/d Entsalzungsanlage bestehen.

Zwei weitere kombinierte Kraftwerks- und Entsalzungsprojekte könnten 2020 zur Ausschreibung kommen: die erste Phase des Al Khairan Projekts (Kapazitäten: 1500 MW; 0,57 Millionen m3/d) und Nuwaiseeb (3600 MW; 0,34 Millionen Kubikmeter). Az Zour North und Al Khairan sollen als DBFOT-Projekte (Design, Build, Finance, Operate, Transfer) umgesetzt werden.

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* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS. Quelle: GTAI

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