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Explosionsschutz Marktbeobachtung und Erfahrungsaustausch sind wichtige Säulen des Explosionsschutzes

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

75 Experten aus dem deutschsprachigen Raum kamen in diesem Jahr zum 30. Seminar für Sachverständige des Explosionsschutzes auf Einladung von Cooper Crouse-Hinds. Dabei nahm der Erfahrungsaustausch eine breite Rolle ein – großes Thema war u.a. Wireless und was dabei zu berücksichtigen ist.

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Ex-Schutz ist immer ein Fall für Fachleute. Wenn es zum großen Knall kommt, hilft ohnehin nur noch die Feuerwehr. (Bild: FirePhotography)
Ex-Schutz ist immer ein Fall für Fachleute. Wenn es zum großen Knall kommt, hilft ohnehin nur noch die Feuerwehr. (Bild: FirePhotography)

Wireless Communication ist zurzeit der Hype in der Prozessautomation. Was dabei zu berücksichtigen ist, das erläuterte ein Vertreter der Dekra Exam. So ist z.B. zu beachten, dass, sobald sich Teile der Wireless-Einrichtung innerhalb einer Zone des Explosionsschutzes befinden, diese betrachtet oder zertifiziert sein müssen. Dies erfolgt abhängig von der Zone. Dabei ist es sinnvoll, Sicherheitsabstände zu betrachten, was jedoch nur möglich ist, wenn der Betreiber vom Hersteller die Strahlungsleistung der Geräte mit und ohne Fehler bekommt, zurzeit noch ein Wunschdenken. Veröffentlicht wird nur der Hinweis, dass die Leistung unter zwei Watt liegt, und das gilt als sicherer Grenzwert für die Strahlungsleistung von üblichen Wireless-Einrichtungen.

Bezüglich der Kennzeichnung von Einrichtungen im Ex-Bereich gibt es immer wieder Probleme. Die Beispiele reichen von unsinniger, aber nicht gefährlicher Beschriftung bis zu wissentlich falschen Angaben. Ursache ist auch teilweise Unkenntnis, nachdem der nichtelektrische Explosionsschutz mit aufgenommen wurde. Schlechte Erfahrungen gibt es auch bei der zertifizierten Black Box, wenn man den Deckel abhebt. Die Ausrüstung und Dokumentation entspricht oft nicht den Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung. Also: „Darf man sich auf die Zertifizierung einer Einrichtung verlassen?“ Offensichtlich nein, denn die vorgetragenen Beispiele zeigen, dass es auch bei den Prüfstellen Mängel gibt. So gibt es Geräte/Einrichtungen mit Bescheinigungen, die eigentlich nicht ausgestellt werden dürften, da die Ex-Richtlinien nicht eingehalten sind. Deshalb die berechtigte Frage der Anwender: „Wer überprüft die Prüfstellen?“

Und noch ein interessantes Problem wurde vorgetragen: der Vertrieb über das Internet. Der Hersteller bzw. der Händler hat nicht mehr unbedingt seinen Sitz innerhalb Deutschlands und vertreibt z.B. sein nicht zugelassenes Gerät über das Internet. Wie geht man vor, wenn festgestellt wird, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen von dem Gerät nicht eingehalten werden? Einigkeit besteht, dass es nicht reicht, nur vom Hersteller zu verlangen, dass dies korrigiert wird, sondern es sollte auch die Community darüber informiert werden. Führt das nicht zum Erfolg, d.h. zieht der Hersteller sein fehlerhaftes Gerät nicht vom Markt zurück, so kann die Marktüberwachung der regionalen Überwachungsbehörden eingeschaltet werden. Sie ist bei den Länderbehörden angesiedelt und ist dann gefordert, wenn die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der Atex nicht eingehalten sind.

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