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Kennzeichnung

Lückenloser Informationsfluss – Kennzeichnung chemischer Produkte

| Redakteur: Marion Henig

Ein neues System, das mit zwei Druckmodulen und mit einem speziellen Riemenapplikator ausgestattet ist, etikettiert Fässer mit zweifarbigen Etiketten gemäß der neuen GHS-Verordnung. (Bild: Bluhm Systeme)
Ein neues System, das mit zwei Druckmodulen und mit einem speziellen Riemenapplikator ausgestattet ist, etikettiert Fässer mit zweifarbigen Etiketten gemäß der neuen GHS-Verordnung. (Bild: Bluhm Systeme)

Für die Kennzeichnung chemischer Stoffe und Produkte stehen verschiedene Kennzeichnungstechnologien zur Verfügung, sodass eine durchgängige und dauerhafte Kennzeichnung entlang der Lieferkette auch gemäß den neuesten gesetzlichen Vorgaben gewährleistet werden kann.

Die Kennzeichnung chemischer Stoffe und Verpackungen erfolgt in erster Linie aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Verwechslungen von Behältern oder unsachgemäße Handhabung durch fehlende, unleserliche oder abgelöste Kennzeichnung können fatale Folgen haben. Vor diesem Hintergrund ist auch die neue europäische GHS Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, genannt CLP-Verordnung, zu verstehen, mit deren Inkrafttreten 2009 ein neues System für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen eingeführt wurde.

Für die Kennzeichnung chemischer Produkte mit Chargennummer, Produktbezeichnung oder Mindesthaltbarkeitsangaben kommen auf der Direktbeschriftungsebene Tintenstrahldrucker zum Einsatz. Je nach Anwendung bzw. Faktoren wie zu kennzeichnendem Material, Bandgeschwindigkeit und Schriftgröße gibt es hier verschiedene Systeme auf Basis unterschiedlicher Druck-Technologien.

Müssen z.B. Papiersäcke, Faltkisten, Kunststoff-Kanister, Glas-Flaschen, Sprühdosen oder andere unebene Verpackungskörper beschriftet werden, sind thermische oder Continuous Inkjet-Codiersysteme sinnvoll. Die Systeme arbeiten nach dem Drop-on-Demand-Prinzip. Sie sind nahezu wartungsfrei und in der Lage, in sehr guter Qualität auf den unterschiedlichsten Oberflächen Bar- und Datamatrixcodes, Echtzeit und -datum, Chargennummern und vieles mehr aufzubringen.

Die Abacus Chemiegesellschaft aus Bergisch Gladbach setzt z.B. für die Beschriftung von Kunststoffflaschen einen Linx Continuous Inkjet-Codierer von Bluhm Systeme ein. Ein Überduck in der robusten Druckkopfhülle verhindert bei diesem System das Eindringen von Feuchtigkeit und Staubpartikeln und sorgt für störungsfreien und zuverlässigen Betrieb in fast allen denkbaren Produktionsumgebungen. Ebenso wie die hohen Gehäuse-Schutzklassenoptionen IP 55 (Strahlwasserschutz) bzw. IP 65 (Staubschutz). Drucksysteme mit thermischer Tintentechnologie beschriften saugfähige und nicht-poröse Oberflächen. Aufgrund ihrer brillianten, randscharfen Druckergebnisse selbst auf porösen Oberflächen sind sie oft im Bereich der Faltkisten- oder Papiersackbeschriftung zu finden. Sie drucken mit bis zu 600 dpi Auflösung und erreichen extrem hohe Druckgeschwindigkeiten. Köster Bauchemie setzt thermische Compactline-Tintenstrahldrucker von Bluhm Systeme ein, um Papiersäcke mit der Chargennummer oder der Produktbezeichnung zu kennzeichnen. Anders als bei herkömmlichen Tintenstrahldruckern, wo die Düsen schnell durch Staub verstopfen bzw. verkleben und sich nur schwer reinigen lassen, basieren diese Drucker auf der patentierten Hewlett-Packard Drucktechnologie. Deshalb sind die Tintenkartuschen ganz unproblematisch.

Neben den genannten DOD-Systemen gibt es auch noch Tintenstrahldrucksysteme, die nach piezoelektrischem Prinzip arbeiten. Die so genannten Piezo-Highresolution-Codierer werden ausschließlich für die Beschriftung von Umverpackungen aus Karton oder Papier eingesetzt. Deshalb werden Codiersysteme, die nach piezoelektrischem Prinzip arbeiten für die Großflächenbeschriftung auf Sekundärverpackungen eingesetzt, da aufgrund großer Düsendurchmesser besonders große Schriften oder Gafiken erzeugt werden können. Die Auflösung ist mit bis zu 300 dpi etwas geringer als beim thermischen Inkjet-Verfahren, aber das Druckbild ist dennoch optisch gut anzusehen und prima lesbar.

Auch gibt es erstmalig eine Beschriftungslösung, mit der sich innerhalb einer Produktion sowohl Verpackungen auf Primär- als auch Sekundärverpackungsebene kennzeichnen lassen. Durch die Möglichkeit, gleich drei unterschiedliche Drucktechnologien anzuschließen, können verschiedene Verpackungsformen und -oberflächen mit unterschiedlich hohen Zeichensätzen und Codes codiert werden: von winzig klein bis hin zu ganz großen Schriften, beispielsweise für die Traybeschriftung.

Produktinformationen per Etikett

Umfangreichere Produktinformationen wie Inhaltsstoffe, Hinweise zu Umgang und Lagerung aber auch Logistikinformationen werden meistens per Etikett auf Flaschen, Säcke, IBC (Intermediate Bulk Container), Fässer usw. aufgebracht. Auch hier stehen verschiedene Systeme zur Auswahl, je nach Anforderung. Für das faltenfreie Aufbringen vorgedruckter Etiketten gibt es Etikettenspendesysteme. Die Dreco Werke haben z.B. einen Geset-Etikettenspender von Bluhm im Einsatz, der jeweils die Vorder- und Rückseite der Gebinde etikettiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gebinde klein und bauchig, oder hoch und oval sind.

Doch manchmal müssen Blanko-Etiketten oder teilvorgedruckte Etiketten vor dem Auf-bringen noch mit Informationen bedruckt werden. Diese Aufgabe lässt sich mit einem Etikettendruckspender z.B. der Serie Legi-Air lösen. Die Systeme drucken und spenden Etiketten in einem Arbeitsgang. Für die Verbesserung logistischer Abläufe sind auch RFID-Druckmodule verfügbar. Der Druckspender bedruckt dann die Oberseite mit Informationen und beschreibt gleichzeitig den im Etikett integrierten RFID-Chip.

Eine neue Herausforderung für Chemieunternehmen wie auch Anbieter von Kennzeichnungstechnik gleichermaßen ist das neue Kennzeichnungssystem für Chemikalien, das mit der 2009 in Kraft getretenen GHS-Verordnung eingeführt wurde. Es sieht zweifarbige Etiketten mit neuen, einheitlichen Warnsymbolen sowie neuen Gefahren- und Sicherheitshinweise vor.

Chemie-Etiketten nach GHS

Doch auch hier gibt es bereits erste Lösun-gen, z.B. mit einer neuartigen Etikettieranlage. Auf Blanko-Etiketten oder auf mit festen Infos teilvorgedruckte Etiketten werden neben den Gefahrenhinweisen „H“ und den Si-cherheitshinweisen „P“ je nach Bedarf auch die zweifarbigen Warnsymbole in der erforderlichen Menge und Abmessung mitgedruckt. Produktbezeichnungen, Mengenangaben, Logos, Barcode (ein- oder zweidimensional) sind ohnehin Standard. Das System ist mit zwei Druckmodulen und mit einem speziellen Riemenapplikator ausgestattet, der sich bei der Fassetikettierung den in Höhe und Durchmesser unterschiedlichen Gebindegrößen automatisch anpasst, was positionsgenaues Etikettieren ermöglicht. Aber auch handgestützte Etikettierlösungen, um am Arbeitsplatz neutrale oder vorgedruckte Etiketten mit der zweifarbigen Warnsymbolik zu erzeugen, sind bereits auf dem Markt. Gerade in der Chemie-Industrie ist es besonders wichtig, dass Warnhinweise, Gewichtsangaben, Inhaltsstoffe etc. auf den Verpackungen dauerhaft gut lesbar bleiben. Fehlende oder nicht lesbare Kennzeichnung kann fatale Folgen haben. Deshalb muss die Kennzeichnung je nach Produkt und Folge-Prozess säure- und oder lösungsmittelbeständig sein. Auch hier gibt es für die verschiedenen Einsatzbereiche die passenden Etiketten, z.B. UV-beständige, seewassertaugliche oder chemikalienresistente Materialien. Und auch der Etikettenkleber wird auf die Anforderungen der jeweiligen Verpackungsmaterialien in der Chemieindustrie abgestimmt.

Fazit: Die Entscheidung für eine Kennzeichnungstechnik ist neben der Berücksichtigung von Investitions- und laufenden Betriebskosten in erster Linie auch davon abhängig, welche Anforderung an die Produktbeschriftung gestellt wird und welche Materialien beschriftet werden sollen. Ebenso bestimmen gesetzliche Vorgaben wie die neue Reach-Verordnung die Wahl der richtigen Kennzeichnungstechnik.

* Die Autorin arbeitet als Redakteurin bei Bluhm Syteme GmbH.

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