Engineering-Auftrag Linde erhält Zuschlag für Erdgasverarbeitungsprojekt von Gazprom

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Der Vertrag über das Engineering und die Beschaffung von Anlagen zur Ethan-, Flüssiggas- und Heliumproduktion in Russland ist unter Dach und Fach: Lesen Sie die Details zu diesem jüngsten Linde-Auftrag und wie Linde und Gazprom darüber hinaus in Zukunft strategisch zusammenarbeiten wollen.

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Eine Gaszerlegungseinheit in Kollsnes, Norwegen
Eine Gaszerlegungseinheit in Kollsnes, Norwegen
(Bild: Linde)

München – Linde wurde von Gazprom, Gazprom Pererabotka Blagoweschtschensk und deren Generalunternehmer Nipigas als Lizenzgeber der Erdgasverarbeitungstechnologie für das Amur-GPP-Projekt (Amur Gas Processing Plant) im Osten Russlands ausgewählt. Linde wird für das Engineering und die Beschaffung von Anlagen zur Extraktion von Ethan und Flüssiggasbestandteilen (Natural Gas Liquids – NGL) und zur Abscheidung von Stickstoff (Nitrogen Rejection Unit – NRU) sowie für eine Heliumgewinnungs- und -verflüssigungsanlage zuständig sein.

Die Anlage, die in fünf Phasen bis 2024 errichtet werden soll, wird Teil des Power of Siberia genannten Pipeline-Projekts sein, das die Erdgasfelder in Ostsibirien mit Nordostchina verbinden wird.

Ende Dezember 2015 haben Linde und Nipigas einen Vertrag über das Engineering und die Beschaffung der genannten Komponenten für alle fünf Projektphasen geschlossen. Die erste Phase umfasst zwei NGL- und NRU-Anlagenstränge sowie eine Helium-Erzeugungsanlage. Die entsprechenden Engineering-Arbeiten haben bereits begonnen. Nach Fertigstellung wird Amur GPP mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 49 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr eines der weltweit größten Gasverarbeitungsprojekte sein.

Darüber hinaus haben Alexej Miller, Vorsitzender des Vorstands von Gazprom, und Dr. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Linde-Vorstands, kürzlich in Moskau eine Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen unterzeichnet. Ziel des Abkommens ist es, bei bestehenden und zukünftigen Projekten im Bereich der Erdgaswertschöpfungskette zu kooperieren und diese gemeinsam umzusetzen.

„Wir freuen uns, dass wir unsere erfolgreiche Geschäftsbeziehung mit Gazprom deutlich ausbauen können“, sagte Büchele. „Mit Amur GPP entsteht eine der weltweit größten Erdgasaufbereitungsanlagen. Darüber hinaus werden wir gemeinsam an Projekten und Technologien arbeiten, die Gazprom eine bessere Vermarktung ihres Erdgases und dessen Nebenprodukten ermöglicht.“

Die Zusammenarbeit umfasst die Planung, den Bau und die Wartung von Erdgasanlagen. Darüber hinaus werden beide Partner bei Verfahrenstechnologien auf dem Gebiet der Erdgasverarbeitung und -verflüssigung sowie bei der Produktion der erforderlichen Anlagenteile in Russland kooperieren. Ein weiterer Bereich der Vereinbarung betrifft die Heliumgewinnung – inklusive lokaler Investitionen sowie Errichtung und Betrieb von Heliumanlagen.

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