Studie zur Produktion Liefertermintreue überfordert Unternehmen häufig

Redakteur: Stéphane Itasse

Eine Studie soll Auskunft über die Organisation der Produktion in Unternehmen liefern. Dabei hat sich herausgestellt, dass beispielsweise knappe Lieferfristen die Unternehmensorganisation stark überstrapazieren.

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Der Aufwand für die Einhaltung von Lieferterminen ist oft zu groß, wie Autoren einer Studie des FIR in Aachen festgestellt haben. (Kühne+Nagel)
Der Aufwand für die Einhaltung von Lieferterminen ist oft zu groß, wie Autoren einer Studie des FIR in Aachen festgestellt haben. (Kühne+Nagel)

Vier Monate lang hatten das FIR an der RWTH Aachen, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sowie das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen für die Studie 148 in Deutschland produzierende Unternehmen befragt.

Produktions- und Informationssysteme im Fokus

Zu den organisatorischen wurden auch IT-relevante Aspekte der Produktion in die Studie aufgenommen, heißt es. So waren die Hauptansatzpunkte der Studie die Wandlungsfähigkeit von Produktionssystemen und echtzeitfähige Informationssysteme.

Die befragten Unternehmen stammen laut Angaben des FIR zum Großteil aus dem Maschinen- und Anlagenbau. So sei beispielsweise die Einhaltung der Lieferfristen oft ein Ding der Unmöglichkeit.

70% der Befragten reagieren mit Überstunden auf Lieferdruck

„Die steigende Komplexität der Planungs- und Steuerungsprozesse bedeutet für die Organisation und ihre Informationssysteme einen erheblichen Koordinationsaufwand, der sich häufig nachteilig auf die Einhaltung des Liefertermins auswirkt“, sagt FIR-Wissenschaftler Stefan Kompa.

Um diese Verzögerungen zu vermeiden, würden der Studie nach fast 70% der Befragten mit Überstunden und Zusatzschichten reagieren. Auch bei den Angaben zum Bestellfortschritt herrschen der Studie nach Differenzen zum Kunden. Während das Unternehmen häufig nur Mittelwerte und Annahmen übermittle, wolle der Kunde transparente Informationen in Echtzeit.

Automatisierte Antworten erhöhen Rückmeldegeschwindigkeit und Datenqualität

In diesem Zusammenhang haben 25% der Studienteilnehmer eine regelmäßige Ermittlung und Weiterleitung des Bestellauftragsfortschritts durch die Lieferanten an deren Kunden als eine wichtige Möglichkeit erachtet. 70% sehen demzufolge die Zukunft der Steuerung der Produktion auf dezentraler Basis, was auch die Verarbeitung von Echtzeitdaten ermöglichen sollte.

Insgesamt sei dabei festgestellt worden, dass automatisierte Antworten an den Kunden sowohl die Rückmeldegeschwindigkeit als auch die Datenqualität erhöhe. Unternehmen die ihre Auftragsabwicklung demnach zu einem großen Teil mittlels elektronischem Datenaustausch handhaben, konnte eine höhere Liefertermintreue nachgewiesen werden, heißt es in der Studie. Großunternehmen würden dabei komplexe EDI-(Electronic-Data-Interchange)-Austauschformate bevorzugen, während in kleinen bis mittelständischen Firmen auf kostengünstige und schnelle Datenaustauschsysteme Wert gelegt werde.

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