Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie Bayerisches Chemieunternehmen zahlt Mitarbeitern Impfprämie

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.09.2021

Brüssel (dpa) *17:44 Uhr – Weniger schwere Industrieunfälle in der EU

Die Zahl der schweren Industrieunfälle in der Europäischen Union ist seit der Einführung strengerer Regeln gesunken. Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der EU-Kommission hervor. Trotz der wachsenden Chemieindustrie sei die Zahl von Unfällen mit gefährlichen Substanzen gesunken, seit die sogenannte Seveso-III-Richtlinie 2015 in Kraft trat, befand die Brüsseler Behörde.

Die Richtlinie soll schwere Unfälle mit gefährlichen Stoffen und Chemikalien vermeiden und Schäden für Menschen und Umwelt gering halten. Rund 12.000 Einrichtungen fallen darunter, die solche Stoffe nutzen oder lagern, zum Beispiel in der Chemie und Petrochemie. Die Richtlinie schreibt ihnen zum Beispiel vor, regelmäßig Sicherheitsberichte zu erstellen und Notfallpläne zu entwickeln. Deutschland hat mit rund 3600 die meisten Industrieeinrichtungen, die unter die Seveso-Richtlinie fallen.

Das Gesetz geht auf einen Unfall bei einem Chemiekonzern nahe der italienischen Gemeinde Seveso 1976 zurück. Hochgiftiges Dioxin wurde mit schwerwiegenden Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Bewohner freigesetzt.

Waldstetten (dpa) *16:40 Uhr – Chemiefabrik zahlt Mitarbeitern 500 Euro für Corona-Impfung

Mitarbeiter einer Chemiefabrik in Bayern erhalten 500 Euro Prämie, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Chemische Fabrik Karl Bucher in Waldstetten (Landkreis Günzburg) will mit der Aktion vor allem Beschäftigte zur Impfung motivieren, die bisher unentschlossen waren. Da sich die Politik bei einem so sensiblen Thema schwer tue, habe sich das Unternehmen zu dem Angebot entschieden, sagte Geschäftsführer Stefan Bucher am Mittwoch. Es reiche nicht, wenn sich die Wirtschaft mit Forderungen an die Politik bemerkbar mache. Zunächst hatte die «Augsburger Allgemeine» über die Prämie berichtet.

In Deutschland sind Impfprämien für Mitarbeiter eher unüblich, in anderen Staaten wie den USA werden solche Sonderzahlungen in Betrieben häufiger angeboten. Vereinzelt haben zwar auch Unternehmen in der Bundesrepublik Impfprämien angekündigt, die 500 Euro der Chemiefabrik sind allerdings ungewöhnlich hoch.

Durch den Betrag solle ein hoher Anreiz geschaffen werden, dass sich nicht geimpfte Beschäftigte mit dem Thema fachlich befassen oder auch ärztliche Beratung in Anspruch nehmen, erklärte der Chef des Familienunternehmens, das rund 130 Mitarbeiter hat. «Die Impfprämie sehen wir nicht nur als gute Investition in die Gesundheit unserer Mitarbeiter, sondern auch in eine Risikominimierung zur Aufrechterhaltung der Produktionsfähigkeit.» Eine Infektionsquelle innerhalb des Betriebs könne für Tage und Wochen zu stillstehenden Anlagen führen.

Houston und London (ots/PRNewswire) *12:33 Uhr – Lyondell Basell will bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen

Lyondell Basell gab heute das Ziel bekannt, bis 2050 Netto-Null-Emissionen für alle Produktionsanlagen zu erreichen. Als Zwischenschritt in Richtung 2050 kündigte das Unternehmen zudem eine Strategie an, mit der bis 2030 eine absolute Reduzierung der Scope 1- und Scope 2-Emissionen um 30 Prozent bezogen auf 2020 erreicht werden soll. Dieses Vorhaben steht im Einklang mit den Bemühungen, die Ziele des Pariser Abkommens zu unterstützen, den Klimawandel zu begrenzen, indem die weltweiten Treibhausgasemissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf Netto-Null reduziert werden.

Der Ansatz umfasst:

- Verbessertes Energiemanagement und emissionsarme Dampferzeugung;

- Minimierung des Fackeltätigkeit;

- Verwendung emissionsärmerer Brennstoffe;

- Elektrifizierung der Produktionsprozesse und Verbesserung der Ofentechnologie; und

- Mindestens 50 Prozent Strombedarfs aus erneuerbaren Energien.

München (ots) *10:53 Uhr – Die Pharma-Oscars sind vergeben / Kuhstallpille Immunobon zum innovativsten Produkt 2021 gewählt

Schnupfen, Husten, tränende Augen – bei einer Allergie ist Handeln gefragt. Mit der Kuhstallpille steht dafür seit Anfang des Jahres Unterstützung aus der Apotheke zur Verfügung: Immunobon wurde kürzlich im Rahmen des Pharma Trend Image & Innovation Awards, einer repräsentativen und unabhängigen Befragung von Ärzten, Apothekern und Patienten, zum innovativsten Produkt 2021 gewählt.

Im Deutschen Museum in München, dem größten Wissenschafts- und Technikmuseum der Welt, kamen die führenden Vertreter aus Entwicklung und Forschung zusammen, um die Vergabe der Pharma Awards 2021 live mitzuerleben. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden – unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek – Preise für die herausragendsten Innovationen im Gesundheits- und Healthcare-Sektor verliehen. Neben namhaften Firmen wie Biontech oder Janssen-Cilag zählt in diesem Jahr auch Bencard Allergie, die Entwickler der Kuhstallpille, zu den Award-Gewinnern.

München (dpa) *08:23 Uhr – Wachsender Materialmangel wird zum Problem für die Industrie

Der erhebliche Teile- und Materialmangel in der deutschen Industrie hat nach Angaben des Ifo-Instituts nochmals deutlich zugenommen. In der monatlichen Konjunkturumfrage des Instituts klagte eine Rekordzahl von über drei Viertel der Unternehmen (77,4 Prozent) über Nachschubprobleme bei Vorprodukten und Rohstoffen, noch einmal mehr als im August (69,2 Prozent). Deswegen wollten immer mehr Unternehmen die Preise erhöhen.

Am meisten unter Lieferengpässen leidet demnach derzeit die deutsche Autoindustrie, in der nahezu alle Unternehmen (96,7 Prozent) über Probleme berichteten. Im Maschinenbau waren es fast neun von zehn Unternehmen (89 Prozent), in der chemischen Industrie gut zwei Drittel (67 Prozent). Sogar die Getränkehersteller sind betroffen, wenn auch in geringerem Umfang – in dieser Branche meldeten laut Umfrage 38 Prozent der Firmen Engpässe. Das Ifo-Institut hatte zuletzt wegen der Lieferprobleme seine Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,5 Prozent gesenkt. Ursprünglich hatten die Münchner Ökonomen eine kräftige Erholung der deutschen Wirtschaft erwartet.

28.09.2021

Berlin/Leuna (dpa) *16:34 Uhr – Ost-Chemie für schnelle Regierungsbildung: Wandel wartet nicht

Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat an die Politik appelliert, schnell eine neue Bundesregierung zu bilden. «Der Industriestandort Deutschland kann sich nicht schon wieder eine Regierungsbildung leisten, die sich über Wochen und Monate hinzieht», sagte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Landesverbandes Nordost im Verband der Chemischen Industrie (VCI), am Dienstag. Die Herausforderungen für die künftige Regierung wie Energiewende, Bürokratieabbau oder Digitalisierung warteten nicht. «Wir sind in Ostdeutschland zudem besonders stark vom Strukturwandel betroffen.»

Gefragt seien daher kluge Rahmensetzungen, Planungssicherheit und eine Rückbesinnung auf Eigenverantwortung und Sozialpartnerschaft, sagte Schmidt-Kesseler weiter. Die chemisch-pharmazeutische Industrie wolle sich künftig proaktiv einbringen - egal welche Koalition es am Ende wird. «Dafür brauchen wir aber auch eine Politik, die mit uns partnerschaftlich nach den besten Lösungen sucht.»

Wien (dpa) *16:17 Uhr – Weltweite Nachfrage nach Öl wird ab 2035 stagnieren

Wegen des Umstiegs auf effizientere und klimafreundlichere Technologien wird der globale Erdöl-Bedarf laut einer Analyse der Produzenten-Gruppe Opec nur noch bis 2035 steigen.

Danach rechnet das Ölkartell mit einer Stagnation, wie aus seiner jährlichen Langzeitprognose hervorging, die am Dienstag in Wien vorgestellt wurde. Kurzfristig sagten die Opec-Experten jedoch für die kommenden Jahre eine starken Anstieg der Nachfrage voraus.

Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft sackte der durchschnittliche tägliche Ölbedarf voriges Jahr um gut neun Millionen Barrel auf rund 91 Millionen Barrel ab (ein Barrel = 159 Liter). Die Opec rechnet damit, dass sich der Konsum bis 2023 auf 101,6 Millionen Barrel pro Tag erholt und danach abflacht.

Der Trend zu Home Office und Videokonferenzen wird laut dem Bericht die Nachfrage nach Transport und Treibstoffen dämpfen. «Wir sehen auch einen beträchtlichen Anstieg bei elektrischen Fahrzeugen voraus», sagte Opec-Generalsekretär Mohammad Sanusi Barkindo. Das Ölkartell schätzt, dass der Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen vom derzeitigen niedrigen einstelligen Bereich bis 2025 auf fast 20 Prozent wachsen wird. Die Opec betonte, dass Erdöl langfristig mit fast 30 Prozent den größten Anteil im globalen Energiemix behalten werde. Wind- und Sonnenkraft werde nicht Öl, sondern Kohle verdrängen.

27.09.2021

Frankfurt/Main (ots) *08:17 Uhr – VCI zur Bundestagswahl: Rasch handlungsfähig werden

Deutschland hat gewählt, verschiedene Konstellationen für eine mehrheitsfähige Bundesregierung sind möglich. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) appelliert an die Parteien der demokratischen Mitte, die Sondierungsgespräche konzentriert zu führen, um möglichst rasch eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Sie müsse in den ersten hundert Tagen konkrete Weichen für eine industriepolitische Erneuerung Deutschlands stellen.

Auf mehreren Politikfeldern gilt es aus Sicht des VCI mit Beginn der Legislaturperiode unmittelbar tätig zu werden, damit Deutschland ein international wettbewerbsfähiger Chemie- und Pharmastandort bleibt. Dazu gehören vor allem Stromkosten, Forschungsförderung, Bürokratieabbau, Genehmigungsverfahren und Unternehmenssteuern.

24.09.2021

Johannesburg (ots/PRNewswire) *11:19 Uhr – Sasol verpflichtet sich zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 und verdreifacht seine angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030

Sasol hat seine Strategie aktualisiert, mit der das Unternehmen sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Dies ist Teil der Verpflichtung, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt zu beschleunigen und die Ziele des Pariser Abkommens zu unterstützen.

Im Einklang mit seinen Zielen für 2050 hat der Konzern sein im vergangenen Jahr angekündigtes Emissionsreduktionsziel für 2030 Scope 1 und 2 Treibhausgase (THG) von ursprünglich 10% für seine Aktivitäten in Südafrika auf 30% für sein Energie- und Chemiegeschäft im Vergleich zu Jahr 2017 erhöht. Das Unternehmen führt außerdem ein Ziel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen nach Scope 3 für sein Energiegeschäft ein, ausgehend vom Basisjahr 2019. Andere Unternehmen sind ähnliche Verpflichtungen eingegangen.

23.09.2021

Shanghai (ots/PRNewswire) *22:41 Uhr – China zertifiziert erste Lieferung von über den gesamten Lebenszyklus hinweg klimaneutralem Erdöl

Die Shanghaier Umwelt- und Energiebörse (SEEE) hat das erste kohlenstoffneutrale Erdölzertifikat an Sinopec (HKG: 0386, "Sinopec"), Cosco Shipping und China Eastern Airlines bei der Zertifizierungszeremonie für Chinas erste Lieferung von vollständig klimaneutralem Erdöl am 22. September in Shanghai, China, ausgestellt.

Sinopec, Cosco Shipping und China Eastern Airlines haben ein innovatives Verfahren zum Aufbau eines „neuen Modells für umweltfreundlichen Transport“ entwickelt – ein Meilenstein, da Chinas Transport- und Energiesektor darauf hinarbeitet, den Höhepunkt der Kohlenstoffemissionen zu erreichen und Kohlenstoffneutralität zu erzielen.

Um die Kohlenstoffemissionen, die während des gesamten Lebenszyklus der Öltransporte entstehen, auszugleichen, setzten Sinopec, Cosco Shipping und China Eastern Airlines aktiv Strategien zur Energieeinsparung und Emissionsreduzierung um, erwarben CCER-Kohlenstoffzertifikate (Chinese Certified Emission Reduction) und beauftragten SEEE als Zertifizierungsstelle für Kohlenstoffneutralität.

Sinopec hat die Verantwortung für den Ausgleich der Kohlenstoffemissionen übernommen, die bei der Förderung, Lagerung, Verarbeitung und dem Transport von Erdölprodukten sowie bei der Verbrennung von Motorenbenzin, Diesel und Flüssiggas entstehen; Cosco Shipping hat die Verantwortung für den Ausgleich der Kohlenstoffemissionen beim Transport von Rohöl und bei der Verbrennung von Schiffskraftstoffen übernommen; und China Eastern Airlines hat die Verantwortung für den Ausgleich der Kohlenstoffemissionen bei der Verbrennung von Flugkerosin übernommen.

22.09.2021

Sundern (dpa/lnw) *12:53 Uhr – Unfall bei Chemieexperiment: Schüler mit schweren Verbrennungen

Bei einem Experiment im Chemieunterricht hat sich in Sundern im Hochsauerlandkreis ein Schüler schwere Verbrennungen an der Hand zugezogen. Laut Mitteilung der Polizei von Mittwoch musste der 14-Jährige mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Die Kriminalpolizei hat zu dem Vorfall, der sich am Dienstag ereignete, die Ermittlungen übernommen. Der Unfall sei außerhalb des Schulgebäudes passiert. Die Polizei spricht von einem Außenexperiment. Weitere Details nannten die Ermittler zunächst nicht.

London (dpa) *12:16 Uhr – CO2-Krise: Britische Regierung stützt Düngemittelhersteller mit Millionen

Wegen der steigenden Energiepreise greift die britische Regierung einem wichtigen Düngemittelhersteller mit Steuergeld unter die Arme. Es handle sich um «viele Millionen, vielleicht Dutzende Millionen» Pfund als finanzielle Unterstützung für das US-Unternehmen CF Fertilisers, sagte Umweltminister George Eustice am Mittwoch dem Sender Sky News.

Derzeit belastet ein akuter Mangel an Kohlenstoffdioxid (CO2) die Herstellung etwa von Fleischprodukten. Das Gas wird benötigt, um Tiere im Schlachthaus zu betäuben und Verpackungen vakuumsicher zu versiegeln. CO2 fällt bei der Düngemittelproduktion an. Hersteller wurden aber zuletzt von den gestiegenen Erdgaspreisen getroffen. CF Fertilisers legte vorübergehend zwei Fabriken in Großbritannien still – eine hat die Produktion nun wieder aufgenommen. Das Unternehmen produziert etwa 60 Prozent des in Großbritannien benötigten Gases. CO2 wird auch im Medizinsektor benutzt.

Witten (ots) *10:07 Uhr – Größte Akquisition der Firmengeschichte: Ardex beteiligt sich mehrheitlich an Wedi

Die Ardex-Gruppe wächst weiter: Der Bauchemiespezialist mit Hauptsitz in Witten beteiligt sich mehrheitlich an Wedi, einem führenden Hersteller von Systemen für hochwertige Badlösungen – es ist die größte Akquisition der Firmengeschichte. Wedi mit Sitz in Emsdetten wird weiterhin eigenständig agieren. Zudem bleibt Stephan Wedi Gesellschafter und Geschäftsführer. Auch Fabian Rechlin bleibt der Geschäftsführung erhalten.

21.09.2021

Brüssel (dpa) *19:14 Uhr – EU-Kommission unterschreibt Vertrag für weiteres Covid-19-Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

Leverkusen (dpa) *19:03 Uhr – Leverkusener Explosion: Weitere Hinweise auf chemische Reaktion

Im Fall der Explosion in der Leverkusener Sondermüll-Verbrennungsanlage mit sieben Toten haben sich die Hinweise verdichtet, dass eine chemische Reaktion des Abfalls das Unglück ausgelöst hat. Dies hätten experimentelle Untersuchungen des Abfalls, der in dem explodierten Tank gelagert wurde, ergeben, teilte die Bezirksregierung Köln am Dienstag mit. Die Ergebnisse der Untersuchungen habe ein Sachverständiger jetzt in seinem zweiten Zwischenbericht vorgelegt.

Danach soll die chemische Reaktion mit zunehmender Temperatur zu einem rapide ansteigenden Überdruck im Lagertank geführt haben. Dieser habe trotz der vorhandenen Tank-Sicherheitssysteme nicht mehr abgebaut werden können. Die Selbsterwärmung des Abfalls verbunden mit einem Druckanstieg sei durch die Experimente bestätigt worden.

Bereits in der Vergangenheit sei dieser Abfall einer dänischen Firma in anderen europäischen Anlagen verbrannt worden. Nach Erkenntnissen der Bezirksregierung Köln habe er dort keine Unfälle verursacht. Die Bezirksregierung will jetzt weitere Untersuchungen des Sachverständigen abwarten.

London (dpa) *16:06 Uhr – Britischer Verband: CO2-Krise kann zu fehlenden Lebensmitteln führen

Wegen einer CO2-Krise in Großbritannien drohen nach Ansicht der Lebensmittelindustrie bald Versorgungsprobleme in Supermärkten und Gastronomie. Vor allem die Produktion von Hühner- und Schweinefleisch sowie von Backwaren sei betroffen, sagte Ian Wright, Chef des Lebensmittel- und Getränkeherstellerverbands FDF, am Dienstag dem Sender BBC Radio 4. «Wir haben noch etwa zehn Tage, bevor Verbraucher, Kunden und Restaurantbesucher merken, dass diese Produkte nicht vorrätig sind.»

Wegen Zehntausender fehlender Lastwagenfahrer kam es bereits zu Lücken in den Regalen. Derzeit belastet zudem ein Mangel an Kohlenstoffdioxid (CO2) die Herstellung etwa von Fleischprodukten. Das Gas wird benötigt, um Verpackungen vakuumsicher zu versiegeln. Es handle sich um eine echte Krise, sagte Wright. Die Lieferketten zur Versorgung von Supermärkten und Gastronomie stünden so stark unter Druck wie seit 40 Jahren nicht mehr.

CO2 fällt bei der Düngemittelproduktion an. Hersteller wurden aber zuletzt von den gestiegenen Erdgaspreisen getroffen. Der wichtige Produzent CF Industries legte deshalb vorerst zwei Fabriken in Großbritannien still. Nun könnte eine akute Krise abgewendet worden sein: Nach Verhandlungen mit Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng kündigte das US-Unternehmen am Dienstag an, den Betrieb wiederaufzunehmen. CF und die Regierung hatten über Finanzhilfen verhandelt.

Köln (ots) *10:02 Uhr – Nestlé, Papier-Mettler und der Grüne Punkt stellen innovatives Recyclingprodukt vor

Durchbruch beim Recycling von Folienabfällen aus dem Gelben Sack: Nestlé Deutschland, Papier-Mettler und der Grüne Punkt haben gemeinsam eine neue Schrumpffolie aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) entwickelt, die etwa zur Hälfte aus Rezyklaten besteht. Ein Teil dieser Rezyklate wird aus Kunststoffabfällen gewonnen, die im Gelben Sack bzw. der Gelben Tonne gesammelt wurden. Diese Post-Consumer-Rezyklate (PCR) gelten als besonders schwierig beim Einsatz für neue Folien.

Die von Papier-Mettler hergestellten Schrumpffolien werden zur Transportsicherung von Trays im Maggi-Werk Singen eingesetzt. Weitere Anwendungen sind möglich und bereits in Vorbereitung.

Den Haag (dpa) *06:48 Uhr – Shell verkauft Schiefergasvorkommen in Texas

Der Ölkonzern Shell hat für 9,5 Milliarden Dollar in bar ein Schiefergasvorkommen im US-Bundesstaat Texas verkauft und will einen Großteil der Einnahmen für Aktienrückkäufe verwenden. Das Gebiet befindet sich im Permian Basin im Westen Texas. Käufer ist die US-Ölfirma Conoco Phillips, wie Shell am späten Montagabend in Den Haag mitteilte. Sieben Milliarden US-Dollar sollen für Aktienrückkäufe verwendet werden, der Rest soll die eigene Bilanz stärken.

Der Rückkauf der eigenen Anteile laufe zusätzlich zu den bereits laufenden Programmen, mit denen Kapital an die Aktionäre fließen soll. Mit der Ölpreis-Erholung versuchen Ölkonzerne ihre Investoren zu umgarnen, in dem vorher gekürzte Dividenden wieder erhöht werden und viel Geld in Aktienrückkäufe gesteckt wird. Shell hatte erst im Juli höhere Ausschüttungen an die Aktionäre angekündigt.

Der Verkauf des Schiefergasvorkommens steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Behörden und soll im vierten Quartal 2021 abgeschlossen sein.

20.09.2021

Hanau (dpa) *18:01 Uhr –Heraeus erweitert Medizintechnik-Portfolio mit zwei US-Übernahmen

Der Hanauer Technologiekonzern Heraeus baut mit der millionenschweren Übernahme zweier US-Unternehmen sein Medizintechnik-Portfolio aus. Der Abschluss des Zukaufs von Mo-Sci Corporation und ETS Technologies werde für Ende 2021 erwartet, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Über den genauen Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Das 1985 gegründete Unternehmen Mo-Sci Corporation aus dem US-Bundesstaat Missouri ist den Angaben zufolge ein weltweit führender Anbieter von Medizin- und Spezialglas. ETS Technologies wurde demnach 2012 gegründet, um eine neuartige bioaktive Glastechnologieplattform für die Wundversorgung zu entwickeln.

Wiesbaden (dpa) *08:40 Uhr – Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise seit 1974

Der Preisauftrieb in Deutschland legt von bereits hohem Niveau aus weiter zu. Im August erhöhten sich die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das ist der höchste Zuwachs seit Ende 1974, als die Erzeugerpreise während der ersten Ölkrise stark gestiegen waren. Im Juli dieses Jahres hatte die Steigerungsrate 10,4 Prozent betragen, im Juni waren es 8,5 Prozent gewesen. Schon das waren ungewöhnlich hohe Zuwächse.

Entscheidend für die Entwicklung sind den Angaben zufolge kräftige Preissteigerungen von Energie und Vorleistungsgütern. Energie war im August durchschnittlich fast ein Viertel teurer als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich stiegen die Preise für Erdgas, die um gut 44 Prozent zulegten.

Singapur (dpa) *07:54 UhrÖlpreise geben weiter nach

Die Ölpreise sind am Montag mit weiteren Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 74,81 US-Dollar. Das waren 53 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 59 Cent auf 71,38 Dollar. Belastung kommt am Ölmarkt seit einigen Tagen vom US-Dollar. Weil der Dollar aufwertet, wird Erdöl für viele Nachfrager teurer. Grund ist, dass Rohöl wie auch viele andere Rohstoffe in der US-Währung gehandelt wird. Währungseffekte können daher eine große Rolle in der Preisbildung spielen.

Essen (dpa) *5:45 Uhr –Gaspreise auf Höhenflug

Die Großhandelspreise für Erdgas steigen und steigen. Zugleich sind die Speicher in Deutschland deutlich weniger gefüllt als vor der Heizsaison üblich. Für die Haushalte sind das keine guten Nachrichten. Gas ist auf den Energiemärkten ein knappes Gut geworden. Im Frühjahr 2020, nach Beginn der Corona-Pandemie, waren die Gaspreise im Keller, Haushalte konnten sich über sinkende Kosten freuen. Doch seit dem vergangenen Winter hat sich das geändert. Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ermittelt werden, sind allein von Januar bis Juli um 42 Prozent gestiegen. An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich die Preise für Erdgas seit Jahresbeginn sogar mehr als verdoppelt. Das Energienachrichtenportal «Montelnews» schrieb jüngst sogar von «Panik» am Gasmarkt.

Experten sehen einen ganzen Strauß von Gründen für den heftigen Preisanstieg. Nach dem Wiederanlaufen der Wirtschaft habe sich die weltweite Nachfrage wieder normalisiert, erläutert Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool. Das gelte vor allem für Asien. Der dortige Bedarf an Flüssigerdgas (LNG) beeinflusse auf den eng verflochtenen Erdgasmärkten auch das Preisniveau in Europa. Hinzu kommt, dass die Gasspeicher in Europa nach dem vergleichsweise kalten Winter 2020/21 noch nicht wieder komplett aufgefüllt sind. In Deutschland sind sie aktuell zu weniger als zwei Drittel gefüllt, wie auf der Datenplattform der Betreiber zu sehen ist. Vor einem Jahr betrug der Füllstand gut 94 Prozent. Auch in den meisten Jahren zuvor waren die Speicher vor Beginn der Heizsaison deutlich besser gefüllt als derzeit.

17.09.2021

Barcelona/Dreieich (dpa) *10: 43 Uhr – Spanier übernehmen Plasma-Spezialisten Biotest

Der spanische Medizinkonzern Grifols hat die Mehrheit am hessischen Arzneimittelhersteller Biotest übernommen.

Der Blutplasma-Spezialist aus Dreieich bei Frankfurt gehörte zuvor dem Finanzinvestor Tiancheng aus Hongkong, der seine deutsche Pharmaceutical Holding für 1,1 Milliarden Euro an die Spanier abgegeben hat. Das gab Grifols am Freitag in Barcelona bekannt.

Biotest beschäftigt weltweit mehr als 1900 Menschen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 484 Millionen Euro.

Grifols ist damit vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen neuer Eigentümer von knapp 90 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien und

1 Prozent der Vorzugsaktien von Biotest, die im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt werden. Den übrigen Aktionären machte Grifols ein Kaufangebot von 43 Euro pro Stammaktie und 37 Euro pro Vorzugsaktie. Mit dem Erwerb werde Grifols sein globales Angebot an Plasma-Therapien erweitern. Die Transaktion biete die einmalige Chance, das europäische Innovationszentrum zu fördern und mit einem hervorragenden deutschen Unternehmen zusammenzuarbeiten, das für seine Expertise in der klinischen Entwicklung bekannt sei, erklärte Grifols-Manager Víctor Grífols Deu in einer Mitteilung. Umsätze und Gewinnmargen sollen ab 2023 deutlich steigen.

16.09.2021

Köln (dpa) *13:35 Uhr – Biontech-Chef Sahin: Lieblingslehrerin hat Anteil am Corona-Impferfolg

Biontech-Chef Ugur Sahin hat seiner früheren Kölner «Lieblingslehrerin» in einer persönlichen Videobotschaft zum 80. Geburtstag gratuliert und ihren Matheunterricht als wichtigen Beitrag bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs bezeichnet. «Es ist auch Ihrem Unterricht und Ihnen persönlich zu verdanken, dass wir im Januar letzten Jahres mit aller Entschlossenheit begonnen haben, den Impfstoff zu entwickeln», sagte Sahin in seiner Gratulation an Gisela Seulen, wie der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet. Die damalige Schlussfolgerung, dass sich das Coronavirus vom chinesischen Wuhan aus in die ganze Welt verbreiten werde, sei «nicht komplexer als Oberstufen-Mathe» gewesen.

Die Mathematik helfe ihm, «biologische Mechanismen zu verstehen oder die Zusammenhänge zwischen Krankheiten und der Entwicklung von wirksamen Therapieverfahren», sagte Sahin weiter. Seulen sagte der Zeitung, sie fühle sich von Sahins Botschaft «natürlich gebauchpinselt».

Der Vorstandschef und Mitgründer des Mainzer Unternehmens Biontech war im Alter von vier mit seiner Familie nach Köln gezogen, machte dort Abitur und studierte Medizin. An diesem Freitag zeichnet die Uni Köln ihn und seine Frau, die Forscherin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci, mit der Ehrendoktorwürde aus.

Pomezia, Italien (ots/PRNewswire) *11:30 Uhr – Alfasigma weiht das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum in Pomezia ein

Mit einer Anfangsinvestition von über 17 Millionen Euro für die Entwicklung von 5600 m2 neuer Labore für pharmazeutische Technologie und analytische Chemie bestätigt Alfasigma sein Engagement für Forschung und Entwicklung. Die Einweihung des Labio 4.0 Marino Golinelli ist Teil einer breit angelegten Unternehmensstrategie mit progressiven Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E ), die es Alfasigma, einem der ersten fünf Pharmaunternehmen mit italienischem Kapital, ermöglichen soll, sich sowohl national als auch international durch Innovation und technologische Entwicklung hervorzuheben.

In dem neuen Mehrzweckzentrum befinden sich die Labors für die Entwicklung innovativer Formulierungen , die F&E-Labors für pharmazeutische Technologie, die F&E-Labors für analytische Entwicklung und die neue F&E-Pilotanlage für feste Lebensmittel, zu der noch die Labors für Biotechnologie und Nanotechnologie hinzukommen werden. Diese Anlage ist eine der Besonderheiten: Sie ist in der Lage, die Produktion von klinisch-experimentellen Chargen für neue Spezialitäten in oraler Form (Granulat, beschichtete und unbeschichtete Tabletten, Kapseln, Chronoide/Minitabs) zu kalibrieren, die in einem Zwischenmaßstab zwischen dem Kilolab (der Größe des technologischen Entwicklungslabors) und der halbindustriellen Produktion arbeiten.

Durch die neue Pilotanlage soll es möglich sein, die Zwischenschritte zwischen der Entwurfsphase und der Umsetzungsphase zu beschleunigen, d. h. Mikroproduktionen mit innovativen pharmazeutischen Formen im Scale-Up (Skalierbarkeit von klein auf groß) und im Scale-Down (Skalierbarkeit von groß auf klein) durchzuführen, indem das Potenzial des Zwischenmaßstabs genutzt wird. Ziel ist es, die bestehenden Verfahren zu optimieren und die in den Technologielabors entwickelten Verfahren vor der Industrialisierungsphase besser zu charakterisieren, was sich auf die Ressourcen und den Zeitplan auswirkt.

Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (ots/PRNewswire) *08:03 Uhr – ADQ will Schweizer Pharmaunternehmen Acino übernehmen

ADQ, eine Holdinggesellschaft mit breitem Portfolio großer Unternehmen aus allen wichtigen und diversifizierten Wirtschaftssektoren von Abu Dhabi, hat eine endgültige Vereinbarung über die Übernahme von Acino mit Sitz in der Schweiz, einem führenden Anbieter hochwertiger Pharmazeutika mit Schwerpunkt auf wachstumsführende Märkte im Nahen Osten, Afrika, Lateinamerika, Russland, der Ukraine und der GUS-Region, abgeschlossen.

Mit der Akquisition von Acino beabsichtigt ADQ, eine integrierte Pharmaplattform in ausgewählten wachstumsführenden Märkten mit Funktionen zur Formulierungsentwicklung, Zulassung, Herstellung und Vermarktung zu schaffen. Anfang dieses Jahres erwarb das Unternehmen die Amoun Pharmaceutical Company, einen der führenden Hersteller, Vertriebshändler und Exporteure von pharmazeutischen und Tiergesundheitsmarkenprodukten in Ägypten, und Pharmax Pharmaceuticals, ein pharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in den VAE, das erschwingliche Markengenerika herstellt und vermarktet. Darüber hinaus erwarb ADQ eine Minderheitsbeteiligung an der in Indien ansässigen Biocon Biologics, die sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung qualitativ hochwertiger, erschwinglicher Biosimilars in allen globalen Märkten spezialisiert hat.

15.09.2021

München (dpa) *18:30 Uhr – Wacker Chemie hebt erneut Prognose

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie profitiert weiter von hohen Polysilicium-Preisen und einer sehr starken Nachfrage in seinen Chemiebereichen. Das Münchener Unternehmen hob daher am Mittwoch nach Börsenschluss seine Jahresprognosen für Umsatz und operatives Ergebnis erneut an.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dürfte 2021 zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Euro liegen, nachdem Wacker bisher mit 900 Millionen bis 1,1 Milliarden operativem Gewinn gerechnet hatte. Der Umsatz soll von 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr nun auf rund 6 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte das Management rund 5,5 Milliarden Euro als Ziel ausgegeben.

Im laufenden dritten Quartal rechnet Wacker mit einem Umsatz in der Größenordnung von 1,6 Milliarden Euro, das operative Ergebnis soll voraussichtlich bei etwa 400 Millionen Euro liegen.

Köln (dpa/lnw) *13:32 Uhr – Salzsäure in Coca-Cola-Werk ausgetreten – ein Mitarbeiter in Klinik

In einem Werk des Getränkeherstellers Coca-Cola in Köln ist am Mittwoch Salzsäure ausgetreten. Ein Mitarbeiter kam zeitweise in eine Klinik - nach Angaben der Firma und der Feuerwehr aber rein vorsorglich. Wie Coca-Cola mitteilte, war der Austritt der Säure am frühen Mittwochmorgen bemerkt worden. Man habe daraufhin die Mitarbeiter in Sicherheit gebracht und die Feuerwehr gerufen. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» (Mittwoch) berichtete.

Die Einsatzkräfte fanden nach eigenen Angaben eine Leitung vor, aus der eine geringe Menge Salzsäure tropfte. Sie verwendeten Abstreumaterial und schlossen das Leck. Alle weiteren Messungen im Einsatzbereich seien danach unauffällig geblieben. Allerdings musste die Straße am Werk für den Einsatz gesperrt werden. Am Mittag teilte Coca-Cola mit, der Einsatz sei beendet und der Mitarbeiter nicht mehr im Krankenhaus. Eine Gefahr für Anwohner habe wegen des Austritts der Säure nicht bestanden.

14.09.2021

Köln (dpa/lnw) *15:58 Uhr – Chemikalien vermischt: Produktion in Kölner Milchwerk steht still

Im Kölner Werk des Molkereiunternehmens Friesland Campina (Tuffi, Landliebe) steht nach einem Unfall die Produktion still. Beim Entladen eines Tanklastwagens sei es zu einer chemischen Reaktion mit Rauchentwicklung gekommen, teilte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag mit. Statt der in den offiziellen Papieren deklarierten Natronlauge habe sich in der Ladung eine andere chemische Substanz befunden.

Nach Angaben der Kölner Polizei wurden bei dem Unfall am Montag aus ungeklärter Ursache Natronlauge und Ameisensäure in unterirdischen Tanks vermischt. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte am Dienstag noch an. Der Inhalt der Tanks sollte abgepumpt und entsorgt werden. Verletzte gab es nach Angaben des Unternehmens nicht. Laut Feuerwehr waren bisher alle Schadstoffprüfungen negativ.

Friesland Campina geht davon aus, dass die Produktion in Köln am Mittwoch wieder starten kann. Bis dahin werde die normalerweise in Köln verarbeitete Milch zu anderen Standorten umgeleitet.

10.09.2021

München/Stuttgart (dpa) *16:36 Uhr – Siemens und Porsche bauen eFuels-Fabrik in Chile

Siemens Energy und der Autohersteller Porsche bauen in Chile eine Fabrik für CO2-neutralen Kraftstoff (eFuel). Der erste Spatenstich für eine Pilotanlage, die nächstes Jahr 130.000 Liter eFuels erzeugen soll, sei am Freitag erfolgt, teilten die beiden Unternehmen mit. Die Kapazität soll bis 2024 auf 55 Millionen Liter und bis 2026 auf 550 Millionen Liter erweitert werden.

Bei dem Projekt wird mit Windstrom CO2-neutraler Kraftstoff erzeugt. Per Elektrolyse wird mit dem Strom Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Anschließend wird CO2 aus der Luft gefiltert und mit dem Wasserstoff zu eFuel umgewandelt. Der Produktionsstart der Pilotanlage ist für Mitte 2022 vorgesehen. Neben Siemens Energy, Porsche und HIF beteiligen sich auch Enel, Exxon Mobil, Gasco und ENAP an dem Projekt namens Haru Oni.

Leverkusen (dpa) *13:38 Uhr – Bewegende Gedenkfeier für Opfer der Explosion in Leverkusen

Gut einen Monat nach der Explosion in einer Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage haben Mitarbeiter und Angehörige bei einer berührenden Gedenkfeier der sieben Toten gedacht. Am Unglückstag sei die «Brutalität eines Ereignisses» über die Familien der Opfer, das Unternehmen und auch die ganze Stadt hereingebrochen, sagte der Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) am Freitag. «Wir stehen zusammen in der Trauer.»

An der Veranstaltung auf einem Flugplatz nahmen etwa 200 Menschen teil, mehrere Hundert verfolgten sie zudem über einen Livestream. Auf einer Bühne standen großformatige Fotos der Opfer, für die je eine Kerze leuchtete.

Der Chef des Chempark-Betreibers Currenta, Frank Hyldmar, kündigte an, dass zwei Gedenkstätten errichtet würden. Vor dem Entsorgungszentrum in Leverkusen-Bürrig sowie vor der Unternehmenszentrale in Leverkusen sollten in der kommenden Woche Bäume gepflanzt und Gedenktafeln angebracht werden. Bis zum ersten Jahrestag des Unglücks würden die Gedenkorte künstlerisch gestaltet.

Mainz (dpa) *09:06 Uhr – Biontech will Impfstoff-Zulassung für Kinder bald beantragen

Biontech will in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren beantragen. Dazu würden die Ergebnisse einer Studie den Behörden weltweit, «auch hier in Europa», vorgelegt, sagte die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci dem «Spiegel». «Wir bereiten bereits die Produktion vor. Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden.»

Die Studienergebnisse liegen laut Biontech vor und müssten nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. «Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan», sagte Biontech-Chef Ugur Sahin dem «Spiegel». Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu den jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet.

Zugleich fordern die beiden Biontech-Gründer dazu auf, alles daranzusetzen, in den kommenden Wochen noch unentschiedene Menschen von einer Impfung zu überzeugen. «Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit, um einen harten Winter zu vermeiden», sagte Sahin. «Wir sollten das uns Mögliche tun, in diesen knapp zwei Monaten so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren.»

09.09.2021

Bad Lauchstädt (dpa/sa) *17:26 Uhr – Bund unterstützt grünen Wasserstoffpark für Chemiestandort Leuna

Mit Hilfe des Bundes soll in Bad Lauchstädt ein Energiepark für sogenannten grünen Wasserstoff entstehen. Das Projekt wird mit rund 34 Millionen Euro gefördert, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. In den kommenden fünf Jahren soll auf dem Areal nahe dem Chemiestandort Leuna gezeigt werden, wie grüner Wasserstoff hergestellt, gespeichert, transportiert, vermarktet und genutzt werden kann.

Ziel sei es, ein Versorgungssystem mit einer Kapazität von rund 27 Millionen Kubikmetern Wasserstoff pro Jahr zu errichten und zu erproben. Der grüne Wasserstoff soll den Angaben zufolge von dem Energiepark Bad Lauchstädt über eine ehemalige Pipeline zum Chemiepark Leuna transportiert werden und dort teilweise Erdgas ersetzen.

Darmstadt (dpa) *08:49 Uhr – Merck will deutlich investieren – Milliarden für Übernahmen

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will deutlich mehr investieren und Milliarden für Firmenübernahmen in die Hand nehmen. «Unsere Ambition ist, das weltweit führende Wissenschafts- und Technologieunternehmen des 21. Jahrhunderts zu werden», sagte Belen Garijo am Donnerstag laut einer Mitteilung anlässlich des Kapitalmarkttags des Unternehmens. Für Zukäufe kalkuliert Garijo, die das Darmstädter Dax-Unternehmen seit Mai führt, mit einem Betrag im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich ab Ende 2022.

Den Angaben zufolge will Merck seinen Umsatz so bis 2025 auf etwa 25 Milliarden Euro steigern, dies entspreche einer durchschnittlichen organischen Wachstumsrate von mehr als sechs Prozent pro Jahr. Dabei sollen rund 80 Prozent des geplanten Zuwachses die drei Unternehmensbereiche beisteuern. Merck besitzt eine Sparte für Laborausrüstung, einen Pharmabereich und ein Geschäft mit Spezialmaterialien, das sich vor allem auf die Halbleiter- und Elektronikindustrie konzentriert. Geplant ist zudem, die Investitionen im Zeitraum von 2021 bis 2025 um mehr als 50 Prozent gegenüber der vorangehenden Fünfjahresperiode zu steigern.

Für das laufende Jahr hatte Merck mit 58 000 Beschäftigten zuletzt seine Prognosen angehoben. Bisher ist ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft um bis zu 14 Prozent auf bis zu 19,7 Milliarden Euro vorgesehen. 2020 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 17,5 Milliarden Euro.

Basel (dpa) *07:57 Uhr – Roche übernimmt Berliner Partner TIB Molbiol

Der schweizerische Pharmakonzern Roche übernimmt den langjährigen deutschen Partner TIB Molbiol Group. Der Abschluss der Transaktion wird im vierten Quartal 2021 erwartet, wie Roche am Donnerstag in Basel mitteilte. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Mit der Übernahme von TIB Molbiol wird den Angaben zufolge das Portfolio an molekulardiagnostischen Lösungen von Roche um eine Vielzahl von Assays für Infektionskrankheiten erweitert, wie beispielsweise die Identifizierung von SARS-CoV-2-Varianten. Das Portfolio von TIB Molbiol sei bereits auf den Probenvorbereitungssystemen von Roche verfügbar.

Die TIB Molbiol, mit der Roche über mehr als zwanzig Jahren zusammenarbeitet, ist ein Biotech-Unternehmen, das seit über 30 Jahren den Weltmarkt mit Reagenzien für die Forschung und medizinische Diagnostik beliefert. Die Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in Berlin und verfügt über lokale Vertretungen in Australien, Kolumbien, Italien, Spanien und den USA.

08.09.2021

Genf (dpa) *18:13 Uhr – WHO-Chef greift Pharmaindustrie wegen Bevorzugung reicher Länder an

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Prioritäten von Pharmaherstellern bei der Verteilung von Covid-Impfstoffen kritisiert. Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte damit am Mittwoch auf eine Mitteilung des internationalen Branchenverbandes IFPMA, wonach reiche Staaten jetzt über so viele Impfdosen verfügen, dass Dosen an ärmere Staaten abgeben könnten, ohne ihre eigenen Impfkampagnen einzuschränken. «Ich war entsetzt, als ich das gelesen habe», sagte Tedros in Genf. Es sei schon seit langem genug Impfstoff für reiche und arme Länder da.

Laut WHO sind bislang 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen erfolgt. Noch kein einziges armes Land hat eine Impfrate von zehn Prozent erreicht.

«Wir haben Gleichbehandlung von Beginn an eingefordert - nicht erst, wenn die reichsten Länder versorgt sind», sagte Tedros bei einer Pressekonferenz. «Solange die Firmen und Länder, die das globale Angebot kontrollieren, denken, dass sich die Armen der Welt mit Überresten zufrieden geben sollen, werde ich nicht schweigen.»

Tedros sprach sich erneut gegen Auffrischungs-Impfungen aus. Durch ein Aussetzen dritter Impfungen könnten Menschen in allen Länder schneller vor Covid-19 geschützt werden, sagte er.

Iserlohn (dpa/lnw) *16:36 Uhr – Merkel besucht Pharmahersteller im Sauerland

Bei einem Besuch bei dem mittelständischen Arzneimittelhersteller Medice in Iserlohn im Sauerland hat die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel unternehmerische Wandlungsfähigkeit gelobt. Deutschland sei ein starker Gesundheitsstandort, betonte die CDU-Politikerin bei einem ihrer letzten geplanten Firmenbesuche als Regierungschefin. Große wie mittelständische Gesundheitsunternehmen seien einem starken Wandel unterlegen, den das familiengeführte Unternehmen in Iserlohn mitgestalte. Statt auf bloße Arzneimittelherstellung zu setzen, widme man sich dort zunehmend einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz, der gleichzeitig im Sinne der Kreislaufwirtschaft ökologisch verträglich sei. Auch Nachhaltigkeit und Digitalisierung seien wichtige Themen, die man verfolge, hob sie hervor. Wie hier mutig vorangegangen werde, sei ein hoffnungsvolles Signal auch an andere Mittelständler.

Gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak war Merkel am Dienstag in dessen Wahlkreis im Sauerland gereist, um Medice besser kennen zu lernen. Der fast ausschließlich in Iserlohn produzierende Hersteller von Medikamenten etwa für die Bereiche Nierenheilkunde und Zentrales Nervensystem ist nach eigenen Angaben den letzten Jahren stark gewachsen. Dort sind inzwischen fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Der jährliche Umsatz betrage fast 300 Millionen Euro.

Frankfurt/Main (dpa) *14:28 Uhr – Chemie- und Pharmabranche plant höhere Forschungsausgaben

Die deutsche Chemie- und Pharmabranche will trotz der Pandemie mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren. Die Branche dürfte 2021 mit 14 Milliarden Euro ihren Rekord-Forschungsetat vom vergangenen Jahr übertreffen, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch mitteilte.

2020 steckten Chemie- und Pharmaunternehmen mit 13,7 Milliarden Euro rund 2,5 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung als im Jahr zuvor. «Wesentlicher Treiber für diesen Anstieg war die Forschung für Impfstoffe gegen das Coronavirus und für Medikamente, um Covid-19-Patienten zu behandeln», sagte der Chef des VCI-Forschungsausschusses, Thomas Wessel.

Die Forschungsabteilungen der Unternehmen blickten optimistisch auf das laufende Jahr, hieß es weiter. So planten rund 53 Prozent der Unternehmen, ihre Forschungstätigkeiten konstant zu halten. Über ein Drittel wollten ihre Forschungsarbeiten ausdehnen.

Allerdings müssten sich die Bedingungen für Forschung und Innovation am heimischen Standort verbessern, forderte der Verband. «Gerade mit Blick auf den Green Deal der EU sehen viele Firmen unserer Branche schwarz, wenn es um Innovationen geht», sagte Wessel. Die Unternehmen sorgten sich vor allem darum, wie diese Regelungen gestaltet würden. Im Rahmen des Green Deals hat sich die EU zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften.

Hinzukomme, dass sich der Forschungsstandort Deutschland auf einen immer stärker werdenden Wettbewerb einstellen müsse. Der härteste Wettbewerb komme aus China und den USA, aber auch andere Schwellenländer holten stark auf, sagte Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt. Deutschland ist demnach der viertgrößte Forschungsstandort für Chemie und Pharma.

07.09.2021

Grünwald (dpa) *08:02 Uhr – Arzneimittelfirma Dermapharm verdoppelt fast Gewinn

Das Arzneimittelunternehmen Dermapharm hat im ersten Halbjahr dank einer hohen Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung deutlich mehr verdient. Unter dem Strich habe sich der Gewinn mit 75,8 Millionen Euro nahezu verdoppelt, teilte das im SDax notierte Unternehmen am Dienstag in Grünwald bei München mit. Dermapharm hatte bereits vorläufige Zahlen zum ersten Halbjahr Ende August vorgelegt und die Jahresziele bestätigt.

Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten wie bereits bekannt um 13 Prozent auf 428 Millionen Euro. Dazu trugen neben einer hohen Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung wie Vitamin-D-Produkte auch die Corona-Impfstoffproduktion für Biontech sowie die Übernahme der Merck-Tochter Allergopharma bei. Das um Einmalkosten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um rund 50 Prozent auf 137 Millionen Euro.

06.09.2021

Ingelheim (dpa/lrs) *14:04 Uhr – Spatenstich für Biomasseheizkraftwerk bei Boehringer

Mit einem neuen Biomasseheizkraftwerk will der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim an seinem Stammsitz künftig den CO2-Ausstoß in der betriebseigenen Energieerzeugung um 80 Prozent senken. Der Bau begann am Montag mit einem symbolischen Spatenstich, bei dem auch die rheinland-pfälzische Klimaschutz- und Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) dabei war. Das neue Kraftwerk ist Teil eines 205 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms des Familienunternehmens in eine klimaschonendere Energieversorgung seiner Standorte.

Das neue Kraftwerk am Hauptsitz im rheinhessischen Ingelheim soll 2023 seinen Betrieb aufnehmen. Als Energieträger soll den Angaben zufolge Altholz dienen, das nicht anderweitig verwertet werden kann. Das Gebrauchtholz stamme aus dem Rhein-Main-Gebiet und werde nach strengen Qualitätsstandards kontrolliert.

05.09.2021

Riad/Sanaa (dpa) *11:30 Uhr – Erneuter Raketenangriff auf Saudi Aramco-Anlagen

Bei einem Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Rebellen in Saudi-Arabien sind zwei Kinder verletzt und mehrere Häuser beschädigt worden. Die saudische Luftabwehr fing nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Riad am Samstagabend drei ballistische Raketen und drei mit Sprengstoff beladene Drohnen ab und zerstörte diese. Raketensplitter hätten zwei Kinder in der Nähe von Dammam im Osten verletzt und 14 Wohnhäuser leicht beschädigt, teilte Ministeriumssprecher Turki al-Maliki am Sonntag mit.

Der Küstenort Dammam und die Nachbarstadt Dhahran sind wichtiger Standort der saudischen Ölindustrie, wo auch der Staatskonzern Aramco seinen Sitz hat. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben Aramco-Anlagen schon mehrfach angegriffen. Im März hatten sie ein Öllager im Hafen Ras Tanura vom Meer aus mit Drohnen angegriffen. Im November hatten sie erklärt, eine Aramco-Anlage in Dschidda mit einem Marschflugkörper getroffen zu haben.

Die Huthis erklärten am Sonntag, Aramco-Anlagen in Dammam und weiteren Orten angegriffen zu haben. «Der erfolgreiche Einsatz habe sein Ziel erreicht», sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari dem Rebellen-nahen Fernsehsender Al-Masirah zufolge.

Leverkusen (dpa) *11:22 Uhr – Covestro-Chef Steilemann zu Stellenabbau: Keine konkreten Planungen

Der Chemiekonzern Covestro hält sich weiter bedeckt über den Umfang eines Stellenabbaus im Zuge des Unternehmensumbaus. Die «Rheinische Post» hatte unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtet, dass fast zehn Prozent der weltweit 18.000 Stellen zur Disposition stünden, davon allein in Deutschland mehr als 900. Ein Covestro-Sprecher hatte das als ersten Schätzwert bezeichnet. Im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX bemühte sich Covestro-Chef Markus Steilemann am Wochenende um Schadensbegrenzung. «Ich kann nach bestem Wissen und Gewissen sagen, es gibt keine konkreten Planungen, diese Maximalanzahl abzubauen.»

Hintergrund ist der laufende Umbau des Kunststoff-Unternehmens, das seit Juli in einer neuen Konzernorganisation aufgestellt ist. Im Zuge dieser Neuaufstellung wurden laut Steilemann seit mehr als einem Jahr auch Ideen zusammengetragen, welche Strukturen und Tätigkeiten eventuell nicht mehr notwendig seien oder etwa durch die Digitalisierung effizienter gestaltet werden könnten. Als Beispiel nannte er eine vorsorgliche Anlagenwartung durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, an der aktuell gearbeitet werde.

Wenn alle Vorschläge vollständig umgesetzt würden, käme man auf die genannte Zahl von theoretisch 1700 Stellen, davon gut 900 in Deutschland, die abgebaut werden könnten, sagte Steilemann. Zudem handele sich erst einmal um Ideen, die auf ihre Praktikabilität und Realisierbarkeit hin überprüft würden, betonte der Covestro-Chef. Erst danach lasse ich sagen, wie viele Stellen gegebenenfalls wegfallen werden und was ein Arbeitsplatzabbau kosten würde.

Der Manager verwies auf den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2025. Diese Vereinbarung hatte Covestro 2018 getroffen, als in einem damals schwierigen Marktumfeld ein Programm zur Streichung von 900 Stellen aufgelegt worden war. Aktuell sind laut Covestro Gespräche über eine Verlängerung der Vereinbarung bis 2028 geplant. Von den weltweit 18.000 Beschäftigten sind 7600 in Deutschland tätig.

03.09.2021

Brüssel (dpa) *11:50 Uhr – Astrazeneca und EU-Kommission beenden Rechtsstreit zu Impfdosen

Die EU-Kommission und die britische Pharmafirma Astrazeneca haben ihren laufenden Rechtsstreit zur Lieferung von Corona-Impfdosen beigelegt, wie die Kommission am Freitag mitteilte. Damit werde die Lieferung von 200 Millionen ausstehenden Dosen bis März 2022 garantiert.

Die EU-Kommission hatte Ende April juristische Schritte gegen Astrazeneca eingeleitet. Der britisch-schwedische Hersteller hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den Monaten zuvor immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Ein erster Gerichtstermin im Hauptsacheverfahren war ursprünglich für Ende September geplant.

Nach Angaben von Astrazeneca verpflichtet sich der Konzern zur Lieferung von 60 Millionen Impfdosen bis zum Ende des dritten Quartals 2021 sowie 75 Millionen Dosen zum Ende des vierten Quartals. Im ersten Quartal 2022 sollen zudem 65 Millionen Dosen geliefert werden.

Nach Angaben von Astrazeneca hat der Hersteller gemeinsam mit seinen Partnern mehr als 170 Staaten rund 1,1 Milliarden Dosen zur Verfügung gestellt. Davon seien etwa zwei Drittel an ärmere Länder gegangen.

Wien (dpa) *10:00 Uhr – Ölkonzern OMV sieht sich vor großem Wandel

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV steht nach den Worten seines neuen Vorstandsvorsitzenden Alfred Stern vor einem großen Wandel. Die künftige Ausrichtung werde Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz berücksichtigen, kündigte der 56-jährige Manager am Freitag an. «In einer nachhaltigen Zukunft ist es nicht vorstellbar, dass wir natürliche Ressourcen abbauen, verwenden und wegwerfen.» Die gesamte Branche werde sich verändern.

Die teilstaatliche OMV baue zum Beispiel ihre Raffinerie in Wien-Schwechat bis 2023 für 200 Millionen Euro so um, dass zu einem Teil auch Pflanzenöle verarbeitet werden könnten. Ursprüngliche Ziele wie die Steigerung der Ölförderung waren schon unter Sterns Vorgänger Rainer Seele zu den Akten gelegt worden. Die Details der neuen Strategie sollen laut Stern im ersten Quartal 2022 vorgelegt werden, sobald der Aufsichtsrat sie gebilligt habe.

Seele hatte zuletzt noch ein Rekordergebnis für das erste Halbjahr 2021 präsentiert. Das operative Ergebnis der OMV lag bei 2,17 Milliarden Euro. Dank der Konsolidierung der Chemie-Tochter Borealis in den Konzern legte der Umsatz um 73 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro zu. Die Entscheidung seines Vorgängers, einen 75-Prozent-Anteil der Borealis zu kaufen, habe der OMV ein Wachstumsfeld eröffnet, sagte Stern. Er will in dem Unternehmen mit seinen 25 000 Mitarbeitern eine Vertrauens- und Lernkultur etablieren, die die neue Ausrichtung erleichtern soll.

02.09.2021

Düsseldorf (dpa) *21:32 Uhr – Covestro plant Stellenabbau

Der Kunststoffkonzern Covestro will nach einem Bericht der «Rheinischen Post» zahlreiche Stellen abbauen. Der Dax-Konzern wolle weltweit bis zu 1700 Stellen streichen, hieß es unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Die Konzernspitze habe die Belegschaft entsprechend informiert. Eine Covestro-Sprecherin sagte auf Anfrage am Donnerstagabend, ein derart umfangreicher Stellenabbau sei aktuell nicht geplant. Es handele sich um einen internen Schätzwert im Zuge der laufenden Anpassung der Konzernstrukturen.

Dem Zeitungsbericht zufolge droht in Deutschland 950 Mitarbeitern oder gut 12 Prozent der hierzulande 7600 Beschäftigten das Aus. Weltweit beschäftigen die Leverkusener nach der Übernahme des Geschäfts mit Beschichtungsharzen von DSM mittlerweile rund 18.000 Menschen.

Zuletzt hatte Covestro 2018 in einem damals schwierigen Marktumfeld ein Programm zur Streichung von 900 Stellen aufgelegt. Im Rahmen der damals getroffenen Vereinbarungen will der Konzern bis Ende 2025 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Am 28. September veranstaltet Covestro einer größere Investorenkonferenz. Möglicherweise wird es dann Neuigkeiten zum weiteren Umbau des Unternehmens geben.

Ludwigshafen (dpa) *21:20 Uhr – BASF: Ölige Flüssigkeit in Ludwigshafen-Oppau niedergegangen

In der Nachbarschaft des Chemieriesen BASF im Ludwigshafener Stadtteil Oppau ist eine ölige Flüssigkeit niedergegangen. Sie sei am frühen Donnerstagabend im Umfeld der BASF-Tore 12 und 13 «in einem eng begrenzten Gebiet» festgestellt worden, teilte das Unternehmen mit. «Es besteht keine akute Gefahr für die Bevölkerung.» Anwohner würden gebeten, vorsorglich den Kontakt mit dem Stoff zu vermeiden und kein Obst und Gemüse aus dem Freien zu verzehren. «Personen können sich ungefährdet im Freien aufhalten.»

Die Menschen in den betroffenen Straßenzügen in Ludwigshafen-Oppau wurden der Mitteilung zufolge von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, der Werkfeuerwehr und über die Warn-Apps Katwarn und Nina informiert. Bei Katwarn hieß es: Infolge einer betrieblichen Störung seien in Teilbereichen von Oppau Schadstoffe freigesetzt worden.

Die Berufsfeuerwehr ermittele gemeinsam mit der Werkfeuerwehr und der Umweltzentrale der BASF die Ursache der Verschmutzung, teilte der Konzern mit. Innerhalb und außerhalb des Werks seien Umweltmesswagen unterwegs.

Deerfield/Chicago (dpa) *14:35 Uhr – Milliarden-Übernahme: US-Medizinkonzern Baxter will Hillrom kaufen

Nach einigem Werben scheint der Pharma- und Medizintechnikkonzern Baxter beim US-Unternehmen Hillrom mit einer erhöhten Offerte zum Zug zu kommen. Beide Firmen schlossen nach Angaben vom Donnerstag eine verbindliche Absichtserklärung für die Übernahme. Baxter zahlt demnach 156 Dollar je Aktie und lässt sich somit den Kauf des Herstellers von Krankenbetten, OP-Tischen und Patientenüberwachungssystemen rund 10,5 Milliarden Dollar (8,9 Mrd Euro) kosten. Inklusive Schulden werde Hillrom mit 12,4 Milliarden Dollar bewertet, wie die Konzerne mitteilten.

Baxter hatte nach Berichten des «Wall Street Journals» sein Angebot aufgestockt, nachdem der Konzern im Juli mit einer niedrigeren Offerte abgeblitzt war. Jetzt haben die Hillrom-Aktionäre das Wort, die genügend Anteile anbieten müssen. Die Hillrom-Aktie legte seit Juli - als es zum ersten Mal Spekulationen über eine Offerte gegeben hatte - deutlich zu. Zuletzt kostete sie 145 Dollar. Zudem fehlt noch das grüne Licht der Wettbewerbsbehörden. Dieses und die Zustimmung der Anteilseigner vorausgesetzt soll die Übernahme Anfang 2022 abgeschlossen werden.

Mit der Übernahme läuft die Konsolidierungswelle in der Medizintechnik weiter, da Unternehmen ihren Krankenhauskunden eine breitere Produktpalette verkaufen wollen. Baxter will mithilfe des Zukaufs unter anderem das Angebot digital vernetzter Medizin ausbauen und den internationalen Vormarsch von Hillrom vorantreiben. Der Konzern geht davon aus, dass die Übernahme bereits im ersten vollen Jahr die Gewinne steigen lässt.

01.09.2021

Düsseldorf (dpa/lnw) *08:43 Uhr – NRW-Industrie steigert ihre Produktion deutlich

Nordrhein-Westfalens Industrie hat ihre Produktion deutlich gesteigert, aber noch nicht das Niveau vor der Corona-Krise erreicht. Der Wert der im ersten Halbjahr hergestellten Güter habe bei 144,5 Milliarden Euro gelegen und damit 9,9 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, teilte das Landesstatistikamt IT.NRW am Mittwoch in Düsseldorf mit. Nach verhaltenem Jahresauftakt lief die Produktion im zweiten Quartal in vielen Betrieben auf Hochtouren.

Vor allem in der Metallproduktion und in der Chemiebranche zog die Produktion zuletzt an, der Bereich Nahrungs- und Futtermittel schwächelte hingegen. Dennoch sind die Folgen der Pandemie weiterhin in der Statistik zu sehen, denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 sank die Produktion um 2,9 Prozent. Es geht um Industriefirmen mit mindestens 20 Beschäftigten, also gut 10 000 in Nordrhein-Westfalen.

Frankfurt/Berlin (dpa) *08:40 Uhr – Chemische Industrie: Streik bei Bahn verstärkt Lieferprobleme

Der dritte Streik im Güterverkehr der Deutschen Bahn stellt die chemische Industrie vor erhebliche Herausforderungen. «Erneut müssen die Unternehmen mit ihren Kunden und Logistikdienstleistern kurzfristig flexible Lösungen entwickeln», teilte der Verband der Chemischen Industrie mit. «Das zieht einen immensen Personalaufwand und erhebliche zusätzliche Kosten nach sich.» Der Bundesverband der Deutschen Industrie erneuerte seine Kritik am Vorgehen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Neben dem Streik im Personenverkehr hat die GDL zu einem mehr als fünftägigen Streik im Güterverkehr der Bahn aufgerufen. Der Arbeitskampf sollte am Mittwochabend (17 Uhr) beginnen.

Während wegen Engpässen bei Vorprodukten schon jedes fünfte Unternehmen der Chemieindustrie die Produktion gedrosselt habe, verzögere der Streik nun auch die Auslieferung an Kunden der chemisch-pharmazeutischen Industrie, erläuterte der Verband der Chemischen Industrie. «Für viele Stoffe ist die Bahn das Transportmittel der Wahl, da für einige Chemikalien der Schienenweg üblicherweise vorgeschrieben ist.»

Das gilt etwa für viele Gefahrgüter, die wegen des geringeren Unfallrisikos in Zügen transportiert werden müssen. Zwar hält die Deutsche Bahn nur noch rund 43 Prozent am Güterverkehr auf der Schiene; das übrige Geschäft übernehmen Konkurrenten. Doch die Bahn dominiert den Einzelwagenverkehr, auf den etwa die Chemie-Industrie in vielen Fällen angewiesen ist. Dabei werden Einzelwaggons in großen Rangierbahnhöfen zu langen Zügen zusammengestellt.

Berlin (dpa/bb) *06:00 Uhr – Verdi ruft zu Warnstreiks im Pharma-Großhandel auf

Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch und Donnerstag zu einem Warnstreik im Pharma-Großhandel in Berlin und Brandenburg aufgerufen. Impfstoff-Lieferungen sollen von der Aktion nicht betroffen sein, betonte die Verhandlungsführerin für die Gewerkschaft, Franziska Foullong. Verdi fordert unter anderem sechs Prozent höhere Löhne und Gehälter sowie ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Der Großhandel habe insbesondere in der Corona-Krise mit der Lieferung von Impfstoffen gut verdient, betont Verdi. Nun gehe es darum, dass davon auch etwas bei den Beschäftigten ankomme. Die für Ende Juli angesetzte Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten war nicht zustande gekommen. Ein weiteres Treffen ist laut Verdi für den 16. September angesetzt.

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