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Lederherstellung Lanxess zeigt In situ-Verwertung von Leder-Falzspänen auf Hannover Messe

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Auf der diesjährigen Hannover Messe präsentieren Lanxess und das Forschungsinstitut Invite eine neue Produktionsanlage zur Rezyklierung von Falzspänen in der Lederherstellung. Im Rahmen der Sonderschau „Modulare Produktion“ wird die innovative Anlage für „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ (Reel) vorgestellt. Sie ist auf dem Stand D44 in Halle 11 als Beispiel für die technische Umsetzung von Ideen in Bezug auf modulare Automation zu sehen.

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Der LANXESS-Geschäftsbereich Leather zeigt die Pilotanlage auf der Hannover Messe 2017.
Der LANXESS-Geschäftsbereich Leather zeigt die Pilotanlage auf der Hannover Messe 2017.
(Bild: Lanxess )

Hannover – Der Lanxess-Geschäftsbereich Leather hat in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut Invite die Pilotanlage entwickelt, um aus kollagenhaltigen Nebenprodukten, die bei der Lederherstellung anfallen, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe herzustellen. Die Anlage ist modular aufgebaut und dafür konzipiert, in Gerbereien direkt an Ort und Stelle eingesetzt zu werden. Die Praxiserprobung soll beim Projektpartner Heller-Leder aus dem niedersächsischen Hehlen ab Mitte 2017 stattfinden.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „R+Impuls – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ gefördert. Die Maßnahme unterstützt Projekte, die innovative Technologien und Produkte aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung bringen.

Vollständige Verwertung ohne Emissionen

Bei einer Gerberei mittlerer Größe fallen mehrere Tonnen Falzspäne pro Tag an. Mit einer von Lanxess geleasten Produktionsanlage könnte der Betrieb daraus in situ, also direkt vor Ort, seinen Bedarf an X-Biomer-Nachgerbchemie herstellen. Die eingesetzten Nebenprodukte werden dabei rückstandsfrei verwertet, das heißt, bei der Herstellung werden keinerlei Abfälle und Emissionen erzeugt.

„Das Ziel des Projektes ist es, dem Gerber X-Biomer etwa zu vergleichbaren Kosten wie beim Bezug der kommerziell verfügbaren X-Biomer-Nachgerbstoffe anbieten zu können“, erklärt Dietrich Tegtmeyer, Leiter des Projekts bei LANXESS. Konzeptionell höhere Produktionskosten sollen durch die entfallenden Logistikkosten kompensiert werden. Dieses Konzeptmodell gilt es, in der Pilotierung zu verifizieren. Darüber hinaus wird das Projekt in jedem Fall voll und ganz der Nachhaltigkeit zu Gute kommen.“

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