Geschäftszahlen Lanxess rechnet mit Rekordergebnis für 2017

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess erwartet nach einem guten zweiten Quartal 2017 weiterhin das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte für das laufende Geschäftsjahr. Der weltweite Umsatz des Spezialchemie-Konzerns stieg um fast 30 % auf 2,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das Ebitda vor Sondereinflüssen verbesserte sich um rund 25 % auf 367 Millionen Euro.

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Seit dem 1. August 2013 steuert der Spezialchemie-Konzern Lanxess offiziell seine weltweiten Geschäfte vom Kölner Lanxess Tower aus.
Seit dem 1. August 2013 steuert der Spezialchemie-Konzern Lanxess offiziell seine weltweiten Geschäfte vom Kölner Lanxess Tower aus.
(Bild: Lanxess)

Köln – Maßgeblich für den Anstieg waren der Ergebnisbeitrag der neu erworbenen Chemtura-Geschäfte sowie gestiegene Absatzmengen und Verkaufspreise. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen lag im zweiten Quartal 2017 bei 14,6 % und damit leicht unter dem hohen Wert des Vorjahres von 15,1 %. „Unsere operative Stärke und die profitablen Zukäufe sind die Basis für die starken Ergebnisse des zweiten Quartals. Die neu erworbenen Chemtura-Geschäfte leisten bereits einen signifikanten Ergebnisbeitrag und auch die übrigen Bereiche unseres Spezialchemie-Portfolios entwickeln sich positiv“, sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert.

Das Konzernergebnis lag aufgrund von einmaligen Sonderaufwendungen bei drei Millionen Euro nach 75 Millionen Euro im Vergleichsquartal. Die Einmaleffekte resultieren aus der Chemtura-Übernahme und der geplanten Schließung der Chromchemikalien-Produktion am argentinischen Standort Zárate im vierten Quartal 2017. Bereinigt um diese Effekte stieg das Konzernergebnis um rund 75 %auf 141 Millionen Euro nach 80 Millionen Euro im Vergleichsquartal. „Insgesamt sind wir voll auf Kurs und rechnen für das Gesamtjahr nach wie vor mit einem Rekordergebnis. Im Vergleich zum sehr starken Vorjahr erwarten wir allerdings für das zweite Halbjahr 2017 eine etwas abgeschwächte Dynamik“, so Zachert. Für das Gesamtjahr 2017 prognostiziert der Konzern unverändert ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 1,225 und 1,3 Milliarden Euro. Das bislang höchste operative Ergebnis erreichte Lanxess im Jahr 2012 mit rund 1,2 Milliarden Euro.

Ende April hatte Lanxess die Akquisition des US-Chemiekonzerns Chemtura abgeschlossen und in der Folge seine Konzernstruktur neu geordnet. Ab sofort berichtet das Unternehmen über fünf Segmente mit insgesamt zwölf Geschäftsbereichen. Das Segment Advanced Intermediates umfasst die Geschäfte mit Zwischenprodukten und Agrochemikalien. Im neuen Segment Specialty Additives ist das Additivgeschäft gebündelt. Zum Segment Performance Chemicals gehören die Geschäftsbereiche für Farbpigmente, Lederchemikalien, Materialschutzprodukte und Wasseraufbereitungstechnologien. Das Segment Engineering Materials umfasst die Geschäfte mit Hochleistungskunststoffen und Urethanen. Im Segment Aralanxeo ist das Geschäft mit synthetischen Kautschuken verankert.

Umsätze in allen Segmenten über Vorjahr

Der Umsatz des Segments Advanced Intermediates lag im zweiten Quartal 2017 mit 505 Millionen Euro um 14 % über den Vorjahreswert. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 10,2 % auf 97 Millionen Euro. Im neuen Segment Specialty Additives stieg der Umsatz um 106,6 % auf 440 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 75 Millionen Euro um 67 % über dem Vorjahreswert.

Im Segment Performance Chemicals stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2017 um 11,2 % auf 367 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 80 Millionen Euro um 15,9%. Im neuen Segment Engineering Materials wuchs der Umsatz um 31,3 % auf 361 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg deutlich um 60 % von 45 Millionen Euro auf 72 Millionen Euro. Ergebnisverbessernd wirkte insbesondere der Beitrag aus dem neu erworbenen Urethane-Geschäft von Chemtura.

Im Segment Arlanxeo kletterte der Umsatz um 24,6 Prozent auf 835 Millionen Euro nach 670 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ebitda vor Sondereinflüssen ging um drei Prozent auf 92 Millionen Euro nach 95 Millionen Euro im Vergleichszeitraum zurück. Dabei standen der erfolgreichen Weitergabe gestiegener Rohstoffkosten vor allem gestiegene Energiekosten entgegen.

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