Kautschukproduktion Lanxess legt Grundstein für weltweit größte Nd-PBR Produktionsanlage

Redakteur: Matthias Back

Der deutsche Spezielchemie-Konzern Lanxess plant rund 200 Millionen Euro in den Bau einer Neodymium-Polybutadienkautschuk (Nd-PBR) Produktionsanlage zu investieren. Mit einer Jahreskapazität von 140.000 Tonnen wird das Werk in Singapur das weltweit größte seiner Art sein und unterstützt die Versorgung des wachsenden Markts für „Grüne Reifen“, insbesondere in Asien.

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Lanxess investiert 200 Millionen Euro in den Bau eines neuen Werkes im Chemiepark auf Jurong Island. (Bild: Lanxess)
Lanxess investiert 200 Millionen Euro in den Bau eines neuen Werkes im Chemiepark auf Jurong Island. (Bild: Lanxess)

Singapur, Leverkusen - Seit dem sich Lanxess im Juni 2011 auf Singapur als Standort festgelegt hat sind die Konstruktionsarbeiten nach eigenen Angaben weit fortgeschritten. Am 11. September 2012 soll mit dem Bau begonnen werden. Es werden rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Anlage soll in der ersten Jahreshälfte 2015 in Betrieb genommen werden.

Singapur attraktivster Standort

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie hatte Lanxess mögliche Standorte für das Werk in Asien bewertet. Aufgrund der sehr guten Rohstoffversorgung, der exzellenten Infrastruktur, der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften, dem großen Hafen sowie der Nähe zu wichtigen Kunden und Zulieferern fiel die Wahl auf Singapur. Zudem wurden bereits zwei Verträge mit wichtigen Zulieferern unterzeichnet. Die Petrochemical Corporation of Singapore (Private) Limitied wird Lanxess mit dem Rohstoff Butadien, der für Herstellung von Nd-PBR benötigt wird, beliefern. Darüber hinaus wird Singapurs TP Utilities Pte Ltd die Nd-PBR-Anlage mit Dampf versorgen.

Lanxess ist Marktführer bei der Herstellung von Nd-PBR, das für „Grüne Reifen“ verwendet wird. Nd-PBR wird in der Lauffläche und in den Seitenwänden von „Grünen Reifen“ eingesetzt. Es reduziert den Rollwiderstand und erhöht die Kraftstoffeffizienz eines Reifens. Nd-PBR verringert zudem den Reifenabrieb und trägt so in hohem Maße dazu bei, dass Reifen sicherer und haltbarer werden.

Jährliche Wachstumsrate von 14 Prozent bei "Grünen Reifen" in Asien

Mit einer jährlichen globalen Wachstumsrate von rund zehn Prozent in Jahr sind "Grüne Reifen" das am schnellsten wachsende Segment der Reifenindustrie. In Asien ist das Wachstum mit 14 Prozent im Jahr sogar noch ausgeprägter. Getrieben wird die steigende Nachfrage vom Megatrend Mobilität, insbesondere in Asien und Lateinamerika. Beide Regionen zeichnen sich durch eine zunehmend wohlhabendere Mittelschicht aus.

Für zusätzliche Nachfrage sorgen die rund um die Welt in Kraft tretenden Kennzeichnungspflichten für Reifen. Im November 2012 erfolgt die Einführung der vorgeschriebenen Reifenkennzeichnung in der Europäischen Union. Reifen werden dann je nach ihrer Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung mit einer Kategorisierung von A bis G versehen. Das Rollgeräusch wird ebenfalls gemessen. Durch die Kennzeichnung von „Grünen Reifen“ erhöht die neue Gesetzgebung die Transparenz für den Verbraucher.

Die neue Nd-PBR-Anlage wird auf Jurong Island neben dem Butylkautschukwerk von Lanxess errichtet, das mit 400 Millionen Euro die bisher größte Einzelinvestition des Unternehmens darstellt. Informationen zu diesen sowie 2000 weiteren Großanlagen weltweit finden Sie in unserer Projektdatenbank für den internationalen Großanlagenbau unter www.groab.de.

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