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Quartalsbericht Lanxess Lanxess hebt Ergebisprognose und Investitionen an

| Redakteur: Marion Henig

Dank der strategischen Ausrichtung auf die Wachstumsregionen hat Lanxess seine Ergebnisse im zweiten Quartal 2010 stärker als erwartet gesteigert. Angesichts dieser guten Entwicklung hebt der Spezialchemie-Konzern seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2010 an, das globale Maßnahmenpaket wird teilweise ausgesetzt, Investitionen werden erhöht.

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Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG: "Durch solidarisches Handeln aller Mitarbeiter konnten wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Jetzt gehen wir gestärkt aus der Krise hervor. Deshalb ist es an der Zeit, finanzielle Einschnitte zurückzunehmen." (Bild: Lanxess)
Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG: "Durch solidarisches Handeln aller Mitarbeiter konnten wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Jetzt gehen wir gestärkt aus der Krise hervor. Deshalb ist es an der Zeit, finanzielle Einschnitte zurückzunehmen." (Bild: Lanxess)

Leverkusen - Mit 269 Millionen Euro hat Lanxess im Berichtsquartal das EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Konzern profitierte dabei von der anhaltend starken Nachfrage nach synthetischem Kautschuk in Asien und insbesondere Lateinamerika. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen kletterte dabei auf 14,7 Prozent nach 9,0 Prozent im zweiten Quartal 2009. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag im Berichtszeitraum über 85 Prozent.

Die zehn umsatzstärksten Produkte im zweiten Quartal kamen aus den Bereichen synthetischer Kautschuk und Hightech-Kunststoffe, die vorwiegend von der Auto- und Reifenbranche nachgefragt werden.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 48 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. Gründe waren höhere Absatzmengen in den wesentlichen Kundenindustrien und positive Währungseffekte, da der Euro in Relation zum US-Dollar und dem brasilianischen Real schwächer notierte. Gestiegene Kosten für Rohstoffe wurden vollständig durch Preiserhöhungen an die Kunden weiter gegeben. Der Konzerngewinn lag im zweiten Quartal bei 131 Millionen Euro, nach 17 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Maßnahmenpaket wird teilweise ausgesetzt

Aufgrund der nachhaltig guten Geschäftsentwicklung setzt Lanxess das zur Bewältigung der Krise eingeführte globale Maßnahmenpaket „Challenge09-12“ teilweise aus. Die mehr als 6.000 deutschen Tarifmitarbeiter werden wieder ein volles Weihnachtsgeld erhalten, das im November 2010 ausgezahlt wird. Außerdem wurde gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) für den Großteil der Tarifmitarbeiter in Deutschland die Aufhebung der Arbeitszeitverkürzung zum 1. Januar 2011 sowie eine Sonderzahlung im April 2011 vereinbart. Die Kürzung der variablen Bezüge der leitenden Mitarbeiter und Angestellten sowie des Vorstandes werden ebenfalls teilweise zurückgenommen. "Durch solidarisches Handeln aller Mitarbeiter konnten wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Jetzt gehen wir gestärkt aus der Krise hervor. Deshalb ist es an der Zeit, finanzielle Einschnitte zurückzunehmen", begründete Vorstandsvorsitzender Axel C. Heitmann diesen Schritt. Allerdings könne der Konzern die flexiblen Kostenstrukturen nicht vollständig abschaffen, denn noch immer sei das wirtschaftliche Umfeld für einige Geschäftsbereiche und in einigen Regionen schwierig.

Positiver Ausblick auf das Gesamtjahr

„Die globale Wirtschaft bleibt weiter auf dem Erholungspfad und hier insbesondere die wichtigen Wachstumsregionen”, sagte Heitmann. „Unter der Voraussetzung, dass die Erholung anhält, erwarten wir nun für das Gesamtjahr ein EBITDA vor Sondereinflüssen von etwa 800 Millionen Euro und würden damit das starke Ergebnis von 2008 übertreffen.“ Im Mai waren noch 650 bis 700 Millionen Euro als Prognose genannt worden.

Heitmann fügte hinzu, dass sich die positive Geschäftsentwicklung im laufenden dritten Quartal bis Ende September fortsetzt und Lanxess kein ausgeprägtes Sommerloch erwartet. Gleichwohl besteht weiterhin das Risiko von Rückschlägen etwa durch steigende Preise für Rohstoffe, Kursschwankungen des Euro, das Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme und die Konsolidierung der staatlichen Haushalte.

Angesichts der zahlreichen Projekte in den Wachstumsmärkten will der Konzern im laufenden Jahr nun weltweit zwischen 450 und 470 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 400 bis 430 Millionen Euro investieren.

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