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Quartalsbericht Lanxess

Lanxess erzielt bestes Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte

| Redakteur: Marion Henig

Die weltweite Chemiekonjunktur wird sich auch weiterhin positiv entwickeln, diese Prognose stellt Lanxess bei der Bekanntgabe seiner Quartalszahlen. Der Standort Deutschland hat im zweiten Quartal 2008 für Lanxess jedoch an Bedeutung verloren. Zumindest mit Blick auf den Inlandsanteil am Gesamtumsatz, der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozentpunkte gesunken ist.

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Lanxess-Vorstandsvorsitzender Dr. Axel C. Heitmann: „Auch in Deutschland war eine leichte konjunkturelle Eintrübung festzustellen.“
Lanxess-Vorstandsvorsitzender Dr. Axel C. Heitmann: „Auch in Deutschland war eine leichte konjunkturelle Eintrübung festzustellen.“
( Bild: Lanxess )

Leverkusen – Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat im zweiten Quartal 2008 sowohl sein operatives Ergebnis als auch den Umsatz deutlich gesteigert. Das EBITDA vor Sondereinflüssen, die zentrale Steuerungsgröße des Unternehmens, verbesserte sich von April bis Juni um 5,7 Prozent auf 223 Millionen Euro. Der Konzerngewinn im zweiten Quartal wird mit 53 Millionen Euro angegeben. Besonders positiv wirkte sich aus, dass Rohstoffpreissteigerungen vollständig in den Markt weitergegeben werden konnten.

Der Umsatz des Konzerns übertraf mit 1,765 Milliarden Euro den entsprechenden Vorjahreswert um 2,2 Prozent. Bereinigt um Portfolioveränderungen und negative Wechselkurseffekte ergab sich ein operatives Umsatzwachstum von 14 Prozent.

„Lanxess ist optimal aufgestellt, um sich auch in einem zunehmend schwieriger werdenden Marktumfeld zu behaupten“, sagte Axel C. Heitmann, Vorsitzender des Vorstands der Lanxess AG. Als Gründe dafür nannte Heitmann die Fokussierung auf hochwertige und innovative Produkte sowie die Abgabe stark zyklischer Geschäfte im Rahmen eines konsequenten Portfolio-Managements.

Erstes Halbjahr 2008 mit weiterem EBITDA-Wachstum

Auf Halbjahresbasis verbesserte Lanxess das EBITDA vor Sondereinflüssen um 3,0 Prozent auf 443 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge wuchs um 0,9 Prozentpunkte auf 13,4 Prozent. Das Konzernergebnis kletterte gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 um 124 Millionen Euro auf 156 Millionen Euro. Das Vorjahresergebnis von 23 Millionen Euro war durch Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Abgabe der Geschäftseinheit Lustran Polymers geprägt. Der Umsatz erreichte mit 3,3 Milliarden Euro nicht den Vorjahreswert von 3,4 Milliarden Euro. Bereinigt ergab sich jedoch auch auf Halbjahressicht ein deutliches Umsatzplus von 11,1 Prozent.

Positive Entwicklung im zweiten Quartal in allen Regionen

Die positive Geschäftsentwicklung des Konzerns spiegelt sich auch in der regionalen Entwicklung wider: Um Portfoliomaßnahmen und Währungseffekte korrigiert, steigerte Lanxess den Umsatz in allen Regionen.

  • In der Region Asien/Pazifik profitierte Lanxess vorrangig von den Aktivitäten des Segments Performance Polymers. Unbereinigt lag der Umsatz in dieser Region bei 323 Millionen Euro – ein Plus von 4,2 Prozent. Bereinigt wurde der Umsatz sogar um 43 Prozent gesteigert. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz erhöhte sich leicht auf 18,3 (18,0) Prozent. Deutlich zweistellige Wachstumsraten erzielte Lanxess in China, Indien und Japan.
  • In der Region Amerika ergab sich ein Zuwachs beim Umsatz um 9,3 Prozent auf 470 Millionen Euro. Der bereinigte Umsatz kletterte um 12,3 Prozent. Zu dieser positiven Entwicklung trugen maßgeblich die Geschäfte in Brasilien bei. Sowohl Nord- als auch Südamerika setzten mit Zuwächsen von über 10 Prozent kräftige Impulse. Der Anteil der Region am Gesamtumsatz stieg auf 26,6 von 24,9 Prozent vor Jahresfrist.
  • In der Absatzregion EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika, ohne Deutschland) erzielte Lanxess unbereinigt ein Umsatzplus von 4,2 Prozent auf 591 Millionen Euro. Korrigiert um Portfolio- und Währungseffekte lagen die Umsätze in der Region sogar um 18 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Maßgeblichen Anteil an dem erfreulichen Geschäftsverlauf hatten Westeuropa und hier vor allem Belgien, Frankreich und Italien, Osteuropa mit der Slowakei, Ungarn und Tschechien sowie der Nahe Osten und Südafrika. Der Anteil der Region EMEA am Gesamtumsatz lag bei 33,5 nach 32,8 Prozent im Vorjahr.
  • In Deutschland ging der Umsatz aufgrund der abgegebenen Geschäfte um 9,3 Prozent auf 381 Millionen Euro zurück. Bereinigt ergab sich ein leichtes Plus um 0,6 Prozent. Der Inlandsanteil am Gesamtumsatz lag damit bei 21,6 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil noch bei 24,3 Prozent.

Entwicklung in den Segmenten

  • Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Polymers konnte um 36,6 Prozent auf 127 Millionen Euro gesteigert werden. Hier machte sich positiv bemerkbar, dass die Rohstoffpreissteigerungen vollständig in den Markt weitergegeben werden konnten. Zur klaren Ergebnisverbesserung trugen zudem die erstmalige Einbeziehung von Petroflex wie auch die sehr positive Mengenentwicklung bei. Die EBITDA-Marge erreichte 14,0 Prozent. Auch der Umsatz des Segments wuchs deutlich um 35,3 Prozent auf 908 Millionen Euro. 19,7 Prozentpunkte des Zuwachses entfielen dabei auf die Petroflex-Gruppe, die einen Umsatz von 132 Millionen Euro erzielte. Alle vier Geschäftseinheiten des Segments steigerten sowohl Preise als auch Mengenabsatz.
  • Ein deutliches Umsatzplus von 10 Prozent auf 320 Millionen Euro erzielte auch das Segment Advanced Intermediates. Das EBITDA vor Sondereinflüssen war mit 49 Millionen nahezu konstant. Hauptgrund für diese Entwicklung waren negative Wechselkurseffekte sowie gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, die jedoch durch Anpassung der Verkaufspreise kompensiert werden konnten. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen ging entsprechend um 1,9 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent zurück.
  • Im Segment Performance Chemicals wuchsen die Umsätze leicht um 0,6 Prozent auf 523 Millionen Euro. Nahezu alle Business Units nahmen Preiserhöhungen vor. Vor allem bedingt durch die negativen Auswirkungen der Wechselkursveränderungen verminderte sich das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments um 12,4 Prozent auf 78 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge erreichte 14,9 Prozent nach 17,1 Prozent in der Vorjahresperiode.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2008

Für die zweite Jahreshälfte 2008 geht Lanxess von einer weiteren Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums aus. Insbesondere für Nordamerika ist mit einer verstärkten konjunkturellen Eintrübung zu rechnen. Davon betroffen sind vor allem der dortige Bau- und Automobilsektor. Die Perspektiven für den globalen Automobil- und Reifenmarkt bleiben jedoch robust, wobei hier vor allem die Wachstumsregionen Asien-Pazifik, Mittel-/Osteuropa und Lateinamerika durch ihre Dynamik im Fokus stehen. Durch Impulse aus diesen Wachstumsregionen dürfte sich die weltweite Chemiekonjunktur auch weiterhin positiv entwickeln. Die Preise für Energie und petrochemische Rohstoffe werden sich voraussichtlich weiterhin auf hohem volatilen Niveau bewegen. Daneben wird die Stärke der europäischen Währung, insbesondere zum US-Dollar, Einfluss auf den weiteren Geschäftsverlauf ausüben.

Für das Gesamtjahr geht Lanxess nach wie vor von einer operativen Umsatzsteigerung aus. Das EBITDA vor Sondereinflüssen wird weiterhin bei über 700 Millionen Euro erwartet. Der Vorjahreswert von 719 Millionen Euro berücksichtigt noch die Ergebnisbeiträge der Ende September 2007 abgegebenen Lustran Polymers-Aktivitäten in Höhe von 20 Millionen Euro. An den generellen Zielen, 2008 auf Konzernebene die durchschnittliche EBITDA-Marge der Wettbewerber zu erreichen, alle Geschäftsbereiche mit einer EBITDA-Marge von mehr als 5 Prozent zu betreiben und sein Investment-Grade-Rating beizubehalten, hält Lanxess unverändert fest.

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