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Flammschutz- und Schmierstoffadditive Lanxess bringt Übernahme von Chemtura unter Dach und Fach

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Lanxess hat die Übernahme des US-amerikansichen Unternehmens Chemtura abgeschlossen. Früher als erwartet, haben alle zuständigen Behörden die Transaktion freigegeben. Mit einem Unternehmenswert von 2,4 Milliarden Euro ist die Akquisition des Anbieters von Flammschutz- und Schmierstoffadditiven die größte Übernahme in der Geschichte von Lanxess.

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Das neue Additivgeschäft mit rund 2 Milliarden Euro Jahresumsatz ist eine zusätzliche starke Säule im Lanxess-Konzern.
Das neue Additivgeschäft mit rund 2 Milliarden Euro Jahresumsatz ist eine zusätzliche starke Säule im Lanxess-Konzern.
(Bild: Lanxess)

Köln – Mit dem Zukauf baut Lanxess sein Additiv-Portfolio deutlich aus und wird in diesem Wachstumsfeld zu einem der führenden Akteure weltweit. Neben den Additiven werden auch die bisherigen Chemtura-Geschäfte mit Urethanen und Organometallen bei Lanxess integriert. Insgesamt übernimmt der Kölner Spezialchemie-Konzern weltweit rund 2.500 Chemtura-Mitarbeiter an 20 Standorten in elf Ländern. Die bisherigen Chemtura-Geschäfte stehen für einen Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

„Mit der Akquisition von Chemtura kommen wir einen weiteren großen Schritt bei unserer Neuausrichtung voran. Durch den Ausbau des Additivgeschäfts bekommt Lanxess eine zusätzliche starke Säule. Mit Chemtura stärken wir unsere Präsenz in der Wachstumsregion Nordamerika deutlich“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender von Lanxess. In Nordamerika verfügt der Konzern jetzt über 24 Produktionsstandorte (vorher 12) und beschäftigt rund 2.800 Mitarbeiter (vorher 1.500). Der globale Umsatzanteil der Region Nordamerika steigt von rund 17 auf etwa 21 %.

Sein gesamtes Additivgeschäft bündelt Lanxess ab sofort im neuen Segment „Specialty Additives“. Dieses Segment ist eine zusätzliche starke Säule im Konzern mit einem Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro und rund 2.900 Mitarbeitern weltweit. Zum Segment gehören die neuen Geschäftsbereiche „Additives“ und „Rhein Chemie“. Das gebündelte Geschäft mit Flammschutz- und Schmierstoffadditiven ist im Geschäftsbereich „Additives“ verankert, der von Anno Borkowsky geleitet wird. Der Geschäftsbereich „Rhein Chemie“ unter Leitung von Philipp Junge führt die bisherigen Lanxess-Geschäfte mit Kautschuk- und Farbadditiven.

Profitables Geschäft mit Flammschutz- und Schmierstoffadditiven

Im Bereich der Schmierstoffadditive und synthetischen Schmierstoffe für industrielle Anwendungen stärkt LANXESS seine Wettbewerbsposition signifikant. „Bei den industriellen Schmierstoffen sind wir jetzt einer der führenden Anbieter und verfügen über eine integrierte Wertschöpfungskette“, erläuterte Anno Borkowsky. Das Unternehmen rechnet für den industriellen Schmierstoffadditiv-Markt mittelfristig mit jährlichen Wachstumsraten von drei bis vier Prozent, vor allem getrieben durch stetig steigende Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Umweltverträglichkeit von Schmierstoffen.

Auch bei den Flammschutzadditiven baut Lanxess seine Marktposition deutlich aus und führt jetzt auch die ehemaligen Chemtura-Geschäfte mit brombasierten Flammschutzadditiven, Brom und weiteren Brom-Derivaten. Diese werden wegen ihrer hohen Wirksamkeit beispielsweise in der Bauindustrie eingesetzt und passen ideal zum bestehenden Lanxess-Geschäft mit phosphorbasierten Flammschutzadditiven. „Die Anforderungen an den Flammschutz steigen vor allem durch den Trend zum energieeffizienten Bauen kontinuierlich. Ab heute können wir unseren Kunden brom- und phosphorbasierte Produkte aus einer Hand anbieten“, schilderte Borkowsky. Auch für den Bereich der Flammschutzadditive erwartet das Unternehmen mittelfristige Wachstumsraten von drei bis vier Prozent pro Jahr.

Neue Geschäftsfelder: Urethane und Organometalle

Neu für Lanxess ist das Geschäft mit Urethanen. Dieses wird ab sofort im neuen Geschäftsbereich „Urethane Systems“ unter Leitung von Markus Eckert geführt. Zum Produktangebot zählen Heißgieß-Prepolymere, spezielle, wässrige Urethan-Dispersionen sowie Polyester-Polyole. Dabei handelt es sich um Komponenten für spezielle Polyurethane, die vor allem in der Bau-, Bergbau-, Öl-/Gas-, Sport- und Elektronikindustrie zum Einsatz kommen. Beispielsweise werden Rollen für Förderbänder oder Inline-Skates aus diesen Kunststoffen gefertigt. Gemeinsam mit dem bestehenden Geschäftsbereich „High Performance Materials“ bildet „Urethane Systems“ das neue Segment „Engineering Materials“.

Ebenfalls neu im Portfolio des Konzerns ist das Geschäft mit Organometallen. Dabei handelt es sich um chemische Verbindungen, die u.: als Katalysatoren in der Polymer-Produktion oder zur Synthese von Feinchemikalien und Pharmazeutika verwendet werden. Dieses Geschäft wird ab sofort im bestehenden Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates geführt.

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