Petrochemieprojekte im Mittlerer Osten Kuwait investiert trotz Ölschocks

Autor / Redakteur: Katrin Pasvantis / Anke Geipel-Kern

Kuwait lässt sich durch die Ölpreisflaute nicht von Investitionen abschrecken. Bereits im letzten Jahr wurden Milliarden-Aufträge für Infrastruktur und zum Ausbau der Ölförderung vergeben. In diesem Jahr soll das Auftragsvolumen weiter steigen, berichtet die Germany Trade & Invest.

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Kuwaittowers
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(Bild: danyloz2002, Pixabay)

Dubai/Kuwait – Trotz hoher Einnahmenverluste im Ölgeschäft treibt Kuwait geplante Infrastrukturvorhaben mit Nachdruck voran. Der Staat ist einer der weltweit größten Ölproduzenten und hat Milliardeninvestitionen in der Pipeline. Aber in der Vergangenheit behinderte der mangelnde Konsens zwischen Regierung und Parlament die Umsetzung von Megaprojekten und Wirtschaftsreformen. Dies habe sich geändert. Im Februar 2015 genehmigte das Parlament den Fünfjahresplan der Regierung von 2015 bis 2019/20 mit Projekten im Wert von 116 Mrd. $, berichtet die Germany Trade & Invest (GTAI) in ihrem jüngsten Newsletter.

Die Umsetzung der 2015 vergebenen Projekte wird mittelfristig das Wachstum des Nicht-Öl-Sektors antreiben. Die niedrigen Ölpreise könnten jedoch das Investitions- und Konsumklima dämpfen. Vor diesem Hintergrund rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) im Nicht-Ölsektors zunächst mit einer Verlangsamung des Wachstum (2013: +4,2%; 2014: +3,2%; 2015: +3,0%), bevor es mittelfristig auf real rund 3,5 bis 4% anziehen soll, wenn sich die Effekte der großen Investitionen aus 2015 bemerkbar machen.

Trotz Defizit und wachsendem Druck auf die Wirtschaft setzt Kuwait seine hohen Ausgaben für Infrastrukturprojekte fort. Das Land verfügt über hohe Finanzpolster. Die Gefahr neuerlicher Spannungen zwischen Parlament und Regierung, die zu Verzögerungen bei der Projektimplementierung führen, bleibt. Die Situation hat sich seit 2013 aber deutlich verbessert.

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