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Kunststoffmesse K 2010

Kunststoffmesse K 2010 öffnet ihre Tore

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Kurs auf China

Kein Wunder also, dass Asien und vor allem China zurzeit das Zauberwort der Branche ist. Nirgendwo werden momentan so viele Autos gekauft wie dort. Experten schätzen, dass in diesem Jahr die 14-Millionen-Grenze noch überschritten wird. Deshalb beflügelt die steigende Konsumlust des Milliardenvolks die Phantasie selbst eher nüchtern gestimmter Finanzvorstände. BASF, BMS, Lanxess, Evonik, Wacker, alle investieren dort und erhoffen sich ihren Anteil vom chinesischen Wirtschaftswunder. Typisch dafür ist die bereits 2006 von Lanxess formulierte „Lanxess goes Asia“-Strategie, die Konzernchef Axel Heitmann jetzt mit drei weiteren Investitionen untermauert.

So nimmt der unangefochtene Marktführer bei Synthesekautschuk 400 Millionen Euro in die Hand, um in Singapur ein Butylkautschuk-Werk zu bauen, das ab 2013 jährlich 100000 Tonnen auswerfen wird, und ab 2011 soll in Wuxi die Produktion der technischen Kunststoffe Dur-ethan und Porcan von aktuell 40000 auf 60000 Tonnen pro Jahr aufgestockt werden. Im Klartext heißt das, von den 470 Millionen Euro, die der Konzern 2010 für Neu-, Umbauten und Erweiterungen ausgeben will, fließt der Löwenanteil nach Asien.

Im Übrigen ist das Butylkautschuk-Werk die laut Vorstandsmitglied Dr. Werner Breuers größte Investition in der erst sechsjährigen Firmengeschichte von Lanxess und soll jährlich 300000 Euro in die Konzernkassen spülen. Aber auch Indien ist in den Fokus gerückt. Erst kürzlich hat der Vorstand grünes Licht für den Bau einer Compoundieranlage für Dur-ethan und Porcan in Jhagadia gegeben.

Größter Chemieinvestor insgesamt ist allerdings die BASF, und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Bereits im Herbst letzten Jahres hat Dr. Martin Brudermüller, im BASF-Vorstand zuständig für Kunststoffe und die Region Asien/Pazifik, die Strategie 2020 verkündet und mit ambitionierten Zielen aufgewartet. In zehn Jahren will der Konzern den Umsatz nicht nur verdoppeln, sondern in dieser Zeit auch stärker als der Markt wachsen, und für den stehen immerhin Prognosen von fünf Prozent im Raum.

Um diese Ziele zu erreichen, greift der Vorstand tief in die Tasche und gibt bis 2013 die gewaltige Summe von zwei Milliarden Euro aus. Die größte Baustelle wird am Verbundstandort Nanjing entstehen, der soll nämlich gemeinsam mit der chinesischen Regierung für 1,4 Milliarden US-Dollar erweitert werden. Davon trägt die BASF die Hälfte. Und um den wachsenden Bedarf der chinesischen Bau- und Autoindustrie mit Polyurethan (PU) zu befriedigen, ist eine MDI-Anlage in Chongqing geplant, die bereits im Frühjahr 2014 400000 Tonnen des PU-Vorproduktes ausspucken soll.

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