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K 2016 - Leitmesse der Kunststoffbranche

Kunststoffindustrie auf der Suche nach neuen Wegen

| Autor: Dominik Stephan

Dem Herstellerverband Plastics Europe ist das zu wenig: „Die europäische Kunststoffindustrie fordert seit längerem eine rechtlich bindende Deponiebeschränkung für alle recycelbaren Post-Consumer-Abfälle“, erklärten Verbandssprecher. „Auch wenn ein 10 %-Ziel ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt es ein halbherziger Versuch.“ Positiver äußerte sich European Bioplastics, der Verband der Lieferanten biobasierter Kunststoffe, der dafür plädiert, dass „zukunftsgerichtete Sektoren mit ausgeprägten Umweltschutzvorteilen und Wachstumspotenzialen, wie Biokunststoffe, gefördert werden sollten“. Der Verband prognostiziert, dass die Bioplastik-Produktionskapazitäten in der EU bis 2025 um das Zwanzigfache auf stolze 5,7 Millionen Tonnen ansteigen werden.

Kunststoffindustrie zeigt sich kämpferisch

Trotz aller Bedenken gibt sich die Kunststoffindustrie kämpferisch: Mit neuen Ultraleicht-Werkstoffen oder intelligenten Systemen bringen sich Chemiefirmen und Anlagenbauer im Kampf um Marktanteile in Stellung. So präsentiert sich Covestro als Lösungsanbieter für Zukunftsthemen wie Energieeffizienz oder Leichtbau, bei denen die Leverkusener mit neuen Polyurethanschäumen punkten wollen. Auch Spezialpolymere für die additive Fertigung oder den 3D-Druck ergänzen das Portfolio der ehemaligen Bayer Material Science ebenso wie die Cardyol-Technologie zum Einsatz von CO2 zur Polyol-Herstellung.

Lanxess präsentiert ein Portfolio von Hochleistungskunststoffen ebenso wie das neue Joint-Venture Arlanxeo, in dem der Kölner Spezialchemiekonzern seine Kautschukaktivitäten zusammen mit dem saudischen Ölriesen Aramco gebündelt hat. Die BASF zeigt sich mit Dämmstoffen, Polyamiden, Beschichtungen und Pigmenten als innovativer Werkstoffspezialist. Besonders stolz sind die Ludwigshafener neben ihrem neuen Wunderpolyamid Ultramid Advanced N, das konventionelle PPA-Kunststoffe in Sachen Beständigkeit und Verschleiß übertreffen soll, auch auf ihre Simulationssoftware Ultrasim, mit der sich das Verhalten von PU-Systemen beim Schäumen z.B. in der Automobilindustrie, zuverlässig berechnen lassen soll.

Die Maschinenbauer setzen auf Vernetzung: Auf der K 2016 wollen die Apparatehersteller unter dem Logo „4.0“ die Werbetrommel für die „intelligente“ Fabrik im industriellen Internet der Dinge rühren. Dieser Paradigmenwechsel weg von der zentralisierten hin zur dezentralen Produktion ist besonders für die Polymerchemie mit ihren großen Produktionsvolumina und vergleichsweise kleinen Margen eine Herausforderung.

Dennoch: „Industrie 4.0 ist vor allem eines: eine Riesenchance, die wir gemeinsam mit unseren Kunden nutzen wollen“, ist sich Dr. Stefan Engleder, CTO beim Spritzgussspezialisten Engel, sicher. Trotzdem findet er das Wort „Revolution“ nicht wirklich passend. „Der Wandel, den wir derzeit erleben, ist eher eine Art Evolution“, erklärt er. „Für uns ist Industrie 4.0 kein neues Konzept, sondern in vielen Bereichen bereits langjährige Praxis.“ Das sehen andere Branchenakteure sicherlich ähnlich.

Auch GKV-Präsident Westerheide ist überzeugt, dass die intelligente Vernetzung durch digitale Technologien auch Kunststoff Verarbeitern neue Perspektiven eröffnet: „Die K 2016 wird uns eine ausgezeichnete Gelegenheit bieten, die Vorteile der Digitalisierung für unsere Industrie zu erkunden.“

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