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K 2016 - Leitmesse der Kunststoffbranche

Kunststoffindustrie auf der Suche nach neuen Wegen

| Autor: Dominik Stephan

Ganz anders in China: Das Reich der Mitte musste wegen der schwachen Exportnachfrage sein Wachstumsziel auf 6,5–7 % nach unten korrigieren. Jetzt drohen erste Firmen mit Abwanderung. Auch die OECD fürchtet, dass die Situation in China die Wachstumsaussichten der Region beeinträchtigen kann. Trotzdem: Am „Goliath der weltweiten Produktion“ (McKinsey) führt auch weiterhin für Investoren kein Weg vorbei.

Indien, der zweite große asiatische Markt, hat hingegen noch erheblichen Nachholbedarf: Prognosen gehen von einer Verdoppelung des Kunststoffverbrauchs auf 20 Millionen Tonnen bis 2020 aus. Nach Schätzungen der Plastindia Foundation wird der Pro-Kopf-Verbrauch 2016 bei rund 16 kg (zum Vergleich: ein Europäer verbraucht im Jahr im Schnitt 130 kg) liegen.

Rohstoffsicherheit gewinnt an Bedeutung

Während sich die Chemie über die Polymer-Nachfrage in Asien freut, stöhnen die Kunststoff-Verarbeiter: Der schwache Euro, die große Nachfrage aus Fernost und den USA und der kurzzeitige Ausfall mehrerer großer Polyolefinwerke haben das Thema Rohstoffsicherheit ganz oben auf die Agenda gesetzt: So gründete der Dachverband der europäischen Kunststoffverarbeiter EUPC (European Plastics Converters) die „Allianz für Polymerversorgung in Europa“, ein Informationsnetzwerk, das in Rohstoff- oder Zollfragen unterstützend tätig werden soll.

Aber nicht nur Rohstoffe, auch die Energiekosten sind von großer Bedeutung für die Branche. Besonders aus Deutschland, wo die Stromkosten zu den höchsten in Europa gehören, wird Kritik laut. Nicht nur die notorisch energiehungrige Chemie fürchtet, gegenüber US-Konkurrenten, die von billigem Schiefergas profitieren, ins Hintertreffen zu geraten.

Auch deshalb richten sich viele Blicke auf den Petrochemieriesen Ineos, der seit kurzem Ethan aus US-Schiefergas nach Norwegen importiert. In einigen Monaten soll das erste shale-basierte Polyethylen aus Europa auf den Markt kommen. Ineos steht außerdem in den Startlöchern für die Förderung von Schiefergas in Großbritannien, wobei dieses Jahr noch kein Fracking geplant ist. Das Unternehmen will Schiefergas sowohl als Energiequelle, wie auch zur Herstellung von Polymeren verwenden.

Schöne neue Rohstoffwelt?

Die Sorge um eine ausreichende Rohstoff- und Energieversorgung ist auch der wesentliche Antrieb hinter dem Kreislaufwirtschaftskonzept der Europäischen Kommission. Diese hatte Ende 2015 mit dem Circular Economy Package (CEP) ein Maßnahmenpaket zur Förderung von Recycling und Wiederverwendung auf den Weg gebracht. Jetzt sieht eine Überarbeitung der Abfallgesetze ein einheitliches EU-Ziel für das Recycling von 75 % des Verpackungsmülls bis 2030 und ein Deponieverbot für getrennt gesammelte Abfälle vor. Derzeit werden weniger als 25 % des Kunststoffabfalls recycelt und rund 50 % auf Deponien entsorgt.

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