Armaturen Kugeldrehgelenk verlängert dieLebensdauer von Schlauchleitungen

Autor / Redakteur: Michael Adam / Frank Fladerer

Dass sich durch technische Innovationen im Armaturenbereich die Kostenschraube wirksam nach unten drehen lässt, zeigt eine Problemlösung am Beispiel des Chemieunternehmens Goldschmidt

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Bild 1: Ein neuarti-ges Kugeldreh-gelenk reduziert die Belastung von Schlauchleitungen. Vor allem Torsion und Knickbelastung wird mit der Neuentwicklung vorgebeugt.
Bild 1: Ein neuarti-ges Kugeldreh-gelenk reduziert die Belastung von Schlauchleitungen. Vor allem Torsion und Knickbelastung wird mit der Neuentwicklung vorgebeugt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Dass sich durch technische Innovationen im Armaturenbereich die Kostenschraube wirksam nach unten drehen lässt, zeigt eine Problemlösung am Beispiel des Chemieunternehmens Goldschmidt GmbH in Essen. Hier kam es im Rahmen des innerbetrieblichen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses zur Umstellung auf Kugeldrehgelenke, ein Impuls aus der Betriebstechnik des Geschäftsbereichs Care & Surface Specialties, der im Dialog mit den Ingenieuren von RS Roman Seliger und MSR zur Serienreife entwickelt und in Essen erstmals eingesetzt wurde.

Die Goldschmidt GmbH aus Essen ist eine Tochter der Degussa AG. Sie ist ein Chemieunternehmen, das mitten in der Stadt beheimatet ist. Das bedingt eine hohe Verantwortung gegenüber Nachbarn und Umwelt. Im Rahmen des Programms Responsible Care hat sich Goldschmidt zu verantwortungsvollem Handeln gegenüber Mensch und Umwelt verpflichtet sowie zur fortlaufenden Verbesserung der Anlagen- und Arbeitssicherheit. Bei der praktischen Umsetzung im Bereich Rohr- und Schlauchleitungstechnik setzt man seit Jahren weitestgehend auf Armaturen und Sicherheitstechnik Marke RS, also auf Produkte und Dienstleistungen der RS Roman Seliger Armaturenfabrik GmbH.

Die Zentraldatei der Schlauchwerkstatt erfasst rund 1200 Leitungen und mehr als die doppelte Anzahl an Armaturen. Sie konfektioniert seit rund sechs Jahren die nötigen Leitungen fürs ganze Werk und prüft in vorgegebenen Abständen auf Dichtigkeit, auf elektrische Leitfähigkeit, auf Funktionsfähigkeit gemäß der Druckgeräterichtlinie oder auf Übereinstimmung mit den Normen und dem Merkblatt T 002 der BG Chemie.

Die Erfassung aller Schlauchleitungen, ihres Zustands und ihrer Prüfungen in der Zentraldatei erlaubt eine gute Analyse – sowohl der potenziellen Produktlebensdauer als auch der Ursachen für eine signifikant verkürzte Lebensdauer. Dabei fiel auf, dass viele Schlauchleitungen vor der Zeit Schäden aufwiesen, die zum Beispiel auf Torsion oder Knickbelastung zurückzuführen waren. Der Grund konnte bei der Überprüfung des Einsatzorts meist schnell geklärt werden: Entweder zwang der enge Raum an den Tanks zu einem übermäßig engen Biegeradius des Schlauchs, oder das Eigengewicht der Schlauchleitung führte am Ansatz zum Lagertank zum Knick, vor allem, wenn ein Ende von der Gegenstelle abgekuppelt wurde und die Leitung frei im Raum hing. Und da, wo Schlauchleitungen wechselnd an verschiedene Tanks oder Fässer anzukuppeln waren, wurden diese Schläuche von den Mitarbeitern häufig axial verdreht.

Armatur passt sich an die Bewegung des Schlauchs an

Die Betriebstechniker dachten über mögliche Wege nach, diskutierten die Frage mit der MSR Schlauchtechnik GmbH, Mülheim, sowie mit den Entwicklungsingenieuren von RS. Die Aufgabenstellung: eine Lösung, die die mechanischen Belastungen für den Schlauch merklich reduziert und die nach Lage der Dinge nicht im Schlauch selbst liegen konnte, sondern nur in der Armatur. Die Lösung: eine Armatur, die sich ein Stück weit den Bewegungen des Schlauchs anpasst (Bild 1). Die RS-Entwicklungsingenieure setzten die Idee um und konstruierten ein Kugeldrehgelenk, für das inzwischen ein Gebrauchsmuster erteilt ist. Mit seinem Schwenkwinkel von insgesamt etwa ± 25° in alle Richtungen folgt das bewegliche Ende des Kugeldrehgelenks den Schlauchbewegungen, wenn etwa der Mitarbeiter die Schlauchleitung zum Ankuppeln an einen anderen Tank führt (Bild 2). Das vermeidet beziehungsweise reduziert Knick- und Torsionsbelastungen. Ein häufig vorkommendes Beispiel: Bei waagrechten Leitungsausgängen nimmt das Gelenk einen guten Teil des Weges nach unten auf, verlagert also gleichsam den Knick aus dem Schlauch in das Drehgelenk, das für diese Belastung ja konstruiert wurde.

Inzwischen wurden die Kugeldrehgelenke an zahlreichen Stellen in den verschiedenen Werksabteilungen eingesetzt, an denen es früher konstruktionsbedingt zu Knickbelastungen der Schlauchleitungen mit entsprechend hohem Schlauchverschleiß kam. Das Ergebnis bekam die Schlauchwerkstatt zu spüren – in Form von weniger Arbeit und erheblich höherer Standzeit der Schlauchleitungen. Und die Betriebsleitung in Form von reduzierten Instandhaltungskosten.

Dipl.-Ing. Michael Adam ist Anwendungstechniker bei der RS Roman Seliger Armaturenfabrik GmbH in 22848 Norderstedt, Tel. (0 40) 52 30 64-0, info@seliger.de

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