Jahresbilanz des BVE Krisenkater: Ernährungsindustrie klagt über Kostendruck

Redakteur: Alexander Stark

Das Jahr 2020 stellte die Ernährungsindustrie vor nie dagewesene Herausforderungen: Die Covid-19-Pandemie führte zu Einschränkungen in der Produktion, zu unterbrochenen Lieferketten und partiellen Einbrüchen der Nachfrage im In- und Ausland. Doch die Herausforderungen sind auch mit dem Abflauen der Pandemie nicht geringer geworden.

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Die Ernährungsindustrie hat bereits im Corona-Jahr unter einem erheblichen Kostendruck gelitten. Und dieser Druck verstärkt sich gerade, klagt der Branchenverband BVE.
Die Ernährungsindustrie hat bereits im Corona-Jahr unter einem erheblichen Kostendruck gelitten. Und dieser Druck verstärkt sich gerade, klagt der Branchenverband BVE.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Berlin – Beim Umsatz erlebten die deutschen Lebensmittelhersteller im Corona-Jahr einen vergleichsweise „milden Verlauf“: das Vorjahresergebnis konnte nahezu gehalten werden und betrug rund 185 Milliarden Euro. Innerhalb der Branche gibt es allerdings deutliche Unterschiede, besonders die Lieferanten für die Gemeinschaftsverpflegung wie Kantinen, Mensen und Restaurants, darunter insbesondere die Brauereien und Food-Service-Spezialisten, litten unter den Lockdowns. Während die Verkaufspreise im Inland mit einem Plus von 1,2 % leicht anstiegen, drohen steigende Kosten aus dem Ruder zu laufen.

„Die Ernährungsindustrie hat bereits im Corona-Jahr unter einem erheblichen Kostendruck gelitten. Und dieser Druck verstärkt sich gerade: die Transportlogistik wird immer teurer, die Rohstoffpreise steigen und dazu kommen negative Standortfaktoren wie die höchsten Strompreise in ganz Europa“, sagt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Auch beim Thema Beschäftigung steht die Branche vor großen Herausforderungen. Während in den letzten Jahren konstant Beschäftigung aufbauen konnte, musste 2020 der erste Beschäftigungsrückgang seit zwölf Jahre verzeichnet werden.

Insgesamt beschäftigt die Branche in 6163 überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben 614.063 Menschen. Das sind etwa 4700 Menschen weniger als im Jahr zuvor. Wenngleich das Minus von 0,8  nur gering ausfällt, so hat die Krise und der anhaltende Fachkräftemangel doch den positiven Trend nun unterbrochen. Gleichzeitig gab es auch im Corona-Jahr 2020 13 neue Tarifabschlüsse in den ANG-Mitgliedsverbänden mit einem durchschnittlichen Lohnzuwachs von 2,3 %. Bei einer realen Umsatzentwicklung von -0,8 % gilt es, das anzuerkennen.

2020 zählte die Ernährungs- und Genussmittelindustrie 29.664 Auszubildende, das sind sechs Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Die Jahresbilanz und weitere Zahlen finden Sie in der Statistikbroschüre 2021 der BVE.

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