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Weltrohstoffpreise Oktober 2014

Krisenherde belasten Rohstoffpreise

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Geopolitische Spannungen und Krisen bedrohen weiterhin die momentan noch sinkenden Weltrohstoffpreise.
Geopolitische Spannungen und Krisen bedrohen weiterhin die momentan noch sinkenden Weltrohstoffpreise. (Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Wie im Vormonat sinken die Rohstoffpreise kräftig. Politische Krisen hängen aber präsenter denn je, wie ein Damoklesschwert über den Rohstoffmärkten. Wir haben für Sie die Rohstoffpreise und Konjunkturerwartungen der Industriebank IKB zusammengefasst.

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise haben im Verlauf des September 2014 um gut 4 % nachgegeben. Aufgrund der weiteren Abwertung des Euro zum US-Dollar infolge des Zinsschritts der EZB fiel der Rückgang in Euro gerechnet mit 1 % jedoch deutlich geringer aus.

Insbesondere energetische Rohstoffe sanken kräftig im Preis. Ursache für den Rückgang der Rohstoffpreise waren vor allem eingetrübte Konjunkturerwartungen infolge der verschärften Situation in den großen geopolitischen Krisenherden. Zwar ist zum Glück die Situation im Ukraine-Konflikt nicht weiter eskaliert, von einer Lösung oder Entspannung ist man jedoch weit entfernt. Zudem werden nun auch immer mehr Mittelständler von den Folgen der Sanktionen gegen Russland negativ tangiert. Dagegen scheint sich im Irak-Syrien-Konflikt die Meinung durchzusetzen, dass es auf einen länger anhaltenden kriegerischen Einsatz hinausläuft.

Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung des Rohölpreises eigentlich verwunderlich. Trotz Bombardierung von Förderanlagen, die sich im Einflussbereich der IS-Milizen befinden, ist der Preis gesunken. Dies liegt zum einen daran, dass zuletzt die OPEC ihre Fördermenge wieder leicht gesteigert hat, zum anderen aber auch, weil vor allem in Nordamerika die Tagesproduktion an Rohöl kräftig ausgeweitet wurde.

Die Rohöl-Fördermenge im Einflussbereich des Islamischen Staates ist zudem momentan noch mit deutlich unter 0,1 Millionen Barrel pro Tag anzusetzen. Sollte es jedoch infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen zu einer Zerstörung – ob bewusst oder aus Versehen – von einer der großen Pipelines oder Förderanlagen im Irak kommen, wird der Spotpreis für Rohöl sofort nach oben schnellen. Unter normalen Umständen – also ohne solche Effekte – sieht die Deutsche Industriebank IKB bis Jahresende für den Rohölpreis eine Bewegung in einem Band von +10 Dollar um die Marke von 100 Dollar je Barrel Brent.

In den nächsten Monaten erwartet die IKB für den Euro infolge der EZB-Entscheidungen weiteres Korrekturpotenzial zum Dollar. Der Wechselkurs sollte sich im Laufe der nächsten Monate in Richtung von 1,20 $/€ abschwächen. Erst auf mittlere Sicht ist mit einem wieder festerem Wechselkurs zu rechnen.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachschauen.

Rückblick:

Rohstoffpreise September – Herrscht auf den Rohstoffmärkten Ruhe vor dem Sturm?

Rohstoffpreise August – Säbelrasseln aus Russland, Sprengstoff im Nahen Osten

Rohstoffpreise Juli – Gefährdet jetzt der Irak-Konflikt den Aufschwung?

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