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Verbesserungsvorschläge belohnt Kreative Tüftler ersparen Currenta 2,15 Millionen Euro

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Currenta-Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr mit 1902 umgesetzten Verbesserungsvorschlägen ihrem Unternehmen 2,15 Millionen Euro eingespart. Currenta belohnte die kreativen Tüftler mit einer Prämie in Höhe von 866 000 Euro. Somit hatte fast jeder zweite Mitarbeiter eine effizienzgetriebene Idee.

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(Bild: Currenta)

Leverkusen – Mit 3646 Ideen-Einreichungen, die vom Online-Portal des Currenta-Ideen-Managements im vergangenen Jahr erfasst wurden, steigerten die erfindungsreichen Tüftler den Wert aus dem Vorjahr (2012: 3534 Ideen) sogar noch weiter.

Fast jeder zweite Mitarbeiter hat mit einer Einzelidee oder zusammen mit Kollegen teilgenommen. Der Beteiligungsgrad kletterte auf 47 %. „Unsere Mitarbeiter erhöhen die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens, verbessern Produktionsabläufe, schonen die Umwelt und machen die Arbeitsplätze sicherer“, betonte Currenta-Geschäftsführer und -Arbeitsdirektor Dr. Joachim Waldi.

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Die meisten Beiträge kamen mit 2139 Lösungsvorschlägen aus dem Chempark Leverkusen, gefolgt von Dormagen (983) und Krefeld-Uerdingen (570). Außerdem reichten Mitarbeiter am Standort Wuppertal neun Pläne für Optimierungen ein. Das Mitarbeiter ein hohes Kosten- und Energiebewusstsein entwickeln können, bewiesen vor allem die im Bereich Abwasserreinigung des Entsorgungs- und Recyclingzentrums Chempark in Leverkusen-Bürrig arbeitenden Schichtmeister Frank Mensen und Hans-Peter Wolter.

Rückbau von Heizkörpern und Rohrleitungen spart 80 000 Euro

Sie machten sich schon 2009 weitreichende Gedanken darüber, wie sich die Gebäude der Anlage mit weniger Dampf als bisher beheizen lassen. Bei ihren Rundgängen stießen die beiden auf etliche alte, nicht mehr effiziente beziehungsweise nicht mehr benötigte Rohrleitungen und Heizkörper in Räumen, die bei der heutigen Nutzung gar nicht beheizt werden müssen.

Daraufhin erstellten Betriebsführung und Ingenieure der Kläranlage Leverkusen mit ihrer Hilfe ein Konzept zum sukzessiven Rückbau dieser Heizkörper und der entsprechenden Leitungen. Für Currenta bedeutet dies ab sofort sowohl eine Energiekosten-Einsparung von rund 80 000 Euro als auch einen um 67 t reduzierten Kohlenstoffdioxid-Ausstoß im Jahr. Die beiden umweltbewussten Mitarbeiter durften sich im Gegenzug über rund 11 700 Euro freuen.

Kläranlage optimiert, 775 000 Euro pro Jahr gespart

Höhere Wirtschaftlichkeit, weniger Umweltbelastungen und darüber hinaus die Ersparnis von sechs Millionen Euro Investitionskosten erzielten der Betriebsingenieur Lars Szuka und der Betriebsmeister Achim Brandes mit einer ausgefeilten Tüftelei für die Currenta-Kläranlage in Dormagen. Fünf Jahre lang arbeiteten sie ihren Vorschlag aus, reinen Sauerstoff in die Wassersysteme der Kläranlage einzuleiten. Im Vergleich zur konventionellen Methode mit verdichteter Luft verfünffacht sich der Sauerstoffgehalt im Wasser.

Dadurch können jetzt fünfmal so viele Bakterien im Klärbecken die Abwasser-Schadstoffe aus der Produktion von Pflanzenschutzmitteln abbauen. Die Sauerstoffzufuhr lässt sich zudem je nach Bedarf dosieren; die Anlage kann somit flexibel auf Produktionsschwankungen reagieren. Die 160 000 Euro teure Umsetzung des Verbesserungsvorschlages hat sich nicht nur wegen der Kapazitätserhöhung gelohnt – Currenta kann so auf eine Investition in Höhe von sechs Millionen Euro für zusätzliche Klärbecken verzichten. Das neue Verfahren mit einem Jahresnutzen von über 775 000 Euro bedeutet auch einen wesentlich geringeren Stromverbrauch und weniger Abluft, die verbrannt werden muss.

Übernahme von Semestergebühren spart Zeit und Geld

Weitblick mit vielen Vorteilen bewiesen die drei Ausbilder Susanne Berger, Susanne Hinz und Franz-Hermann Diekmann am Standort Krefeld-Uerdingen. Durch Übernahme der Semestergebühren, in denen ein NRW-Ticket zur kostenlosen Nutzung von Bus und Bahn enthalten ist, entfallen für die derzeit rund 150 Currenta-Teilnehmer der „Kooperativen Bachelor-Ausbildung“ (KBA) die Reisekosten inklusive aller internen Arbeitsschritte.

Bislang haben die angehenden Bachelors, die während ihrer dreijährigen dualen Ausbildung zum Elektrotechniker, Chemikanten oder Industriemechaniker regelmäßig an der Hochschule Niederrhein Vorlesungen besuchen, die dafür erforderlichen Bahnfahrten einzeln intern über die betriebliche Reisekostenabrechnung geltend gemacht. Dies verursachte nicht nur einen erheblichen Zeitaufwand bei Antragstellern und Prüfern, sondern auch höhere Fahrkosten. Für den praktischen wie kostenreduzierenden Vorschlag belohnte Currenta die drei Ausbilder mit einer fast 10 000 Euro hohen Prämie.

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