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Pharma- und Verpackungsmaschinen

Kontiproduktion wird zur Konkurrenz für den Batchprozess

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Wegfall des Russlandsgeschäfts bremst Wachstum

Die aktuelle Frühjahrsumfrage des VDMA hat, so Clemens, die gute Verfassung der Branche bestätigt. Gestützt wird die Branchenkonjunktur durch eine stabile Nachfrage im Euroraum auf einem im langjährigen Vergleich hohen Niveau sowie durch eine Belebung des Nordamerikageschäfts.

Dagegen hat sich die Nachfrage in den sogenannten Emerging Countries, teilweise aufgrund installierter Überkapazitäten, wieder abgeschwächt. Für die kommenden Monate erwarten die Mitglieder für die wichtigsten Regionen (Deutschland, Westeuropa, Nordamerika und Fernost) keine wesentlichen Veränderungen. Insgesamt kann von einer weiterhin guten Branchenkonjunktur ausgegangen werden.

Angesprochen auf den russischen Markt erläuterte Clemens, dass dieser in der Vergangenheit für den Pharmamaschinenbau eine geringe Rolle gespielt habe, da Russland einen vergleichsweise kleinen Anteil seines Arzneimittelbedarfs selbst produzierte und vor allem höherwertige Präparate importierte.

Dennoch setzte die Branche, gestützt auf das ehrgeizige russische Ausbauprogramm „Pharma 2020", große Erwartungen in den russischen Markt. "Wir befürchten, dass aufgrund der bestehenden politischen Spannungen und der aktuellen Rubel- und Wirtschaftskrise bei laufenden Projekten eine Umorientierung hin zu Pharmatechnologie- und Maschinenlieferanten aus Indien und China erfolgt und sich damit langfristig unsere Erfolgschancen im russischen Markt geschmälert werden," kommentiert Clemens die Lage.

ACHEMA: Konti und Single Use sorgen für Gesprächsstoff

Aus der Vielzahl der Messethemen hebt Clemens zwei Themen hervor: „Kontinuierliche Produktion" und "Der Einsatz von Single-Use Komponenten".

"Das Thema 'Kontinuierliche Produktion' nimmt Fahrt auf. Die Zahl der Projekte hat zugenommen. Gleichzeitig bieten immer mehr Hersteller neue technische Konzepte an. Damit entwickelt sich Konti zum ernst zu nehmenden Konkurrenten traditioneller Batchprozesse" gibt sich Clemens bezüglich der Perspektiven kontinuierlicher produktionsverfahren zuversichtlich. Ein Durchbruch ist aber kurzfristig nicht zu erwarten.

Die Pharmaindustrie ist bekanntlich sehr konservativ, wenn es um Herstellverfahren geht. Das Beispiel "Isolatortechnologie" zeigt aber, dass sich eine als vorteilhaft erkannte Technologie langfristig auch durchsetzt. Mitte der 80iger Jahre wurden die ersten Isolator-Linien installiert. Seitdem wird die Diskussion über das Für und Wider dieser Technologie geführt. Nun scheinen sich die Pro-Argumente im Markt durchgesetzt zu haben: Der überwiegende Teil aktueller Projekte entfällt auf Abfülllinien in Isolator-Ausführung.

Im Bereich Herstellung von Steril- und Biotech-Produkten haben Installationen mit Single-Use-Komponenten mehr als den berühmten Fuß in der Tür. Vor allem Vorteile bei der Reinigungsvalidierung sowie verkürzte Reinigungs- und Umrüstzeiten sorgen dafür, dass mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte der Neuinstallationen im Bereich Biotech auf Single-Use-Konzepte entfallen. Bei Abfüllanlagen ist die Frage der Umrüstung bzw. Umrüstbarkeit auf Single-Use Konzepte ein brandaktuelles Thema.

Doch auch die klassischen Edelstahl-Installationen wissen zu punkten. Ihre Trümpfe sind: inerte Werkstoffe, keine Beschränkung der Batchgrößen, größere Auswahl an und geringere Abhängigkeit von Lieferanten. "Keine Frage - beide Konzepte haben ihre Berechtigung im Markt. Nur die Rollen haben sich in den letzten Jahren geändert. Single Use ist mittlerweile der Platzhirsch. Edelstahl sieht sich zunehmend in Nischen zurückgedrängt“, beurteilt Clemens den Stand der Diskussion.

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