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VCI-Branchenreport

Konjunkturabschwung hat die chemische Industrie erreicht

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Das Exportgeschäft verlief nach wie vor positiv. Deutsche Chemikalien sind weiterhin sehr gefragt – trotz des starken Euro. Die Verkäufe deutscher Chemieunternehmen jenseits der Landesgrenzen stiegen im zweiten Quartal 2008 gegenüber dem Vorquartal um 2,8 Prozent auf insgesamt rund 24,7 Milliarden Euro. Das Umsatzniveau des entsprechenden Vorjahresquartals wurde um 4,9 Prozent übertroffen. Ein Blick auf die Exportstatistik, die zusätzlich zum Auslandsumsatz auch Chemie-Exporte Dritter und Re-Exporte umfasst, zeigt, dass derzeit alle Auslandsmärkte dynamisch wachsen: Deutschlands Chemie profitierte von der anhaltend starken Chemienachfrage in Europa. Die Chemieexporte in die Kernstaaten der EU erhöhten sich im bisherigen Jahresverlauf um knapp 8 Prozent, in die neuen Mitgliedstaaten sogar um mehr als 16 Prozent. Damit wächst Europa, der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt, weiterhin dynamisch. Auch in Übersee blieb die Nachfrage nach deutschen Chemikalien hoch. Weder die Schwäche der US-Wirtschaft noch der starke Euro führten zu einem Rückgang der Ausfuhren in die Vereinigten Staaten.

Das liegt vor allem an dem hohen Anteil der konjunkturunabhängigen Pharmaexporte. Lateinamerika dehnte im bisherigen Jahresverlauf seine Importe von Chemikalien aus deutscher Produktion um mehr als 23 Prozent aus. Auch die aufstrebenden Länder Asiens benötigten verstärkt Chemikalien aus Deutschland. Die Exporte in die Region wuchsen daher rasant.

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Belegschaftszahlen blieben stabil

Die amtliche Statistik weist für das zweite Quartal 2008 lediglich einen leichten Rückgang der Beschäftigung in der deutschen Chemieindustrie aus. Von April bis Juni 2008 beschäftigte die Branche rund 439.800 Mitarbeiter. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal blieb die Beschäftigung nahezu stabil. Die Zahl der Chemiebeschäftigten sank nur um 900 Mitarbeiter oder 0,2 Prozent. In Teilen der Chemie wurden sogar neue Jobs geschaffen. Derzeit sind Ingenieure und Toxikologen besonders gefragt.

Nur Pharma und Grundstoffchemie blieben auf Wachstumskurs

Im zweiten Quartal 2008 entwickelte sich die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Chemiesparten unterschiedlich. Die Pharmaproduktion wuchs weiterhin kräftig. Auch die Grundstoffsparten konnten gegenüber dem Vorjahr noch einmal zulegen. Demgegenüber mussten die übrigen Chemiesparten Produktionsrückgänge verkraften. Die Produktion von Konsumchemikalien wie auch von Fein- und Spezialchemikalien verfehlte das Vorjahresniveau im zweiten Quartal deutlich.

Die Produktion chemischer Grundstoffe, zu denen Anorganika, Petrochemikalien und Polymere zählen, lag im zweiten Quartal 2008 durchschnittlich 0,5 Prozent höher als in den vorangegangenen drei Monaten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum kletterte die Produktion um 1,5 Prozent. Dabei war die Entwicklung innerhalb der Sparten sehr unterschiedlich.Während die Anorganika insbesondere bei den Industriegasen und Düngemitteln Produktionseinbußen zu verzeichnen hatten, konnten die Petrochemikalien sowie die Polymere zulegen. Insgesamt steht die Grundstoffsparte deutlich besser da, als noch in den zurückliegenden Monaten. Die Umsätze wuchsen sowohl im In- wie auch im Ausland sehr dynamisch. Hierzu haben neben der guten Nachfrage auch die kräftigen Preiserhöhungen beigetragen. Die Hersteller von chemischen Grundstoffen konnten ihre Preise um durchschnittlich knapp 8 Prozent gegenüber Vorjahr erhöhen. Ein Teil der gestiegenen Rohstoffkosten konnte so an die Kundenindustrien weitergegeben werden.

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