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VCI-Branchenreport

Konjunkturabschwung hat die chemische Industrie erreicht

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Dennoch stiegen auch die Euro-Preise für alle Rohöderivate kräftig. Naphtha, der wichtigste Rohstoff der chemischen Industrie, war im zweiten Quartal 2008 über 12 Prozent teurer als in den vorangegangenen drei Monaten. Mit dem Ölpreis kletterten auch die Preise für Gas, Heizöl und Strom. Die Marktteilnehmer hatten überwiegend nicht mit derart kräftig steigenden Ölpreisen gerechnet. Den Petrochemieunternehmen fiel es schwer, deutliche Preiserhöhungen durchzusetzen. Die Kontraktpreise für das zweite Quartal 2008 stiegen daher nur moderat. Ethylen verteuerte sich gegenüber den vorangegangenen drei Monaten nur um 1,5 Prozent, während die Propylenpreise sogar leicht rückläufig waren. Allein die Aromatenpreise legten deutlich zu. Insgesamt dürfte sich jedoch der Margendruck in der Grundstoffchemie im zweiten Quartal verschärft haben.

Das Preisniveau auf den Rohstoff- und Energiemärkten wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten hoch und volatil bleiben. Die Kontraktpreise für das dritte Quartal 2008 stiegen bei allen wichtigen Primärchemikalien deutlich.

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Chemieumsatz legte im In- und Ausland gleichermaßen zu

Der Umsatz der deutschen Chemieunternehmen legte auch im zweiten Quartal 2008 deutlich zu. Die Verkäufe der Branche lagen mit 44 Milliarden Euro saisonbereinigt um 2,4 Prozent höher als in den vorangegangenen drei Monaten. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal entspricht dies einem Zuwachs von 4,7 Prozent. Das Wachstum wurde fast ausschließlich von höherenErzeugerpreisen getragen. Die Verkaufsmengen entwickelten sich hingegen schwach.

Das Inlandsgeschäft verlief im zweiten Quartal genauso dynamisch wie die Verkäufe jenseits der Landesgrenzen. Gegenüber den vorangegangenen drei Monaten erreichte der Inlandsumsatz mit insgesamt 19,3 Milliarden Euro ein Plus von 1,6 Prozent. Das entsprechende Vorjahresquartal wurde um 4,3 Prozent übertroffen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen hat die Dynamik leicht nachgelassen. Die Abkühlung der Weltkonjunktur hat inzwischen zahlreiche industrielle Kunden der chemischen Industrie erreicht. Diese dehnten ihre Produktion nur noch wenig aus. Gleichzeitig zogen die Chemikalienpreise an. Entsprechend zurückhaltend fielen Chemikalienbestellungen aus. Der deutsche Chemieverbrauch stieg im zweiten Quartal 2008 gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um 1,5 Prozent. Er lag damit 4,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

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