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VCI-Branchenreport

Konjunkturabschwung hat die chemische Industrie erreicht

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Dennoch bleibt Asien weiterhin die Region mit dem größten Wirtschaftswachstum. Die anhaltende Industrialisierung führte zu positiven Wachstumsimpulsen und äußerte sich in einem kräftigen Rohstoffhunger. Hiervon profitierte auch die Chemienachfrage in der gesamten Region. Lediglich in Japan konnte die Industrieproduktion zuletzt nur leicht zulegen.

Die Vereinigten Staaten befinden sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Zwar hellte sich das Konjunkturbild im zweiten Quartal wieder etwas auf. Die wirtschaftliche Dynamik blieb aber gering. Die beiden wichtigsten Kunden der Chemieindustrie, die Automobilhersteller und die Bauindustrie sind in besonderem Maße von der Krise betroffen. Entsprechend schwach entwickelte sich die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen.

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In Lateinamerika, Russland und im Nahen Osten führten die hohen Rohstoffpreise zu kräftigen Einnahmen und damit zu positiven Wachstumsimpulsen. Die Nachfrage nach chemischen Produkten in diesen Ländern stieg deutlich.

Demgegenüber blieb die Wirtschaft in der Europäischen Union nicht von den weltwirtschaftlichen Turbulenzen verschont. Der starke Euro belastete zusätzlich. Die europäische Industrieproduktion wuchs daher im zweiten Quartal nur noch geringfügig. Auch in Deutschland war die Abschwächung der konjunkturellen Dynamik in den vergangenen Monaten nicht zu übersehen.

Leichter Anstieg der Chemieproduktion

Die weltwirtschaftlichen Turbulenzen haben die deutsche Chemieindustrie erreicht. Das Wachstum hat sich deutlich abgeschwächt. Im zweiten Quartal stieg die Chemieproduktion gegenüber den vorangegangenen drei Monaten saisonbereinigt nur um 0,2 Prozent. Auch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal steht nur ein bescheidenes Wachstum zu Buche. Die Produktion lag zuletzt nur 0,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Diese deutliche Verlangsamung erfolgte allerdings auf hohem Niveau. Daher waren die Produktionskapazitäten der deutschen Chemieunternehmen mit 86,4 Prozent weiterhin gut ausgelastet.

Preise für Chemikalien erneut deutlich gestiegen

Im zweiten Quartal 2008 hat sich der Preisauftrieb in der chemischen Industrie beschleunigt. Angesichts kräftiger Zuwächse der Energie- und Rohstoffkosten haben viele Unternehmen die Chemikalienpreise deutlich erhöht. Von April bis Juni waren chemische Erzeugnisse durchschnittlich 1,6 Prozent teurer als in den vorangegangenen drei Monaten. Das Preisniveau des entsprechenden Vorjahresquartals wurde sogar um 4,5 Prozent übertroffen. Im zweiten Quartal 2008 musste man für das „schwarze Gold“ erneut tief in die Tasche greifen. Mit durchschnittlich 122,4 Dollar pro Barrel kostete Rohöl der Sorte Brent knapp 26 Dollar oder knapp 27 Prozent mehr als in den vorangegangenen drei Monaten. Zwar konnte der starke Euro die Verteuerung des Rohöls etwas abfedern.

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