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VCI-Branchenreport

Konjunkturabschwung hat die chemische Industrie erreicht

18.09.2008 | Redakteur: Marion Henig

VCI-Präsident Professor Dr. Ulrich Lehner: „Trotz des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes ist die Branche mit der aktuellen Geschäftslage nach wie vor zufrieden. Allerdings beurteilen sie die kommenden Monate zunehmend skeptischer. Das Wachstum wird sich weiter abschwächen. Ein Einbruch ist aber nicht in Sicht.“
VCI-Präsident Professor Dr. Ulrich Lehner: „Trotz des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes ist die Branche mit der aktuellen Geschäftslage nach wie vor zufrieden. Allerdings beurteilen sie die kommenden Monate zunehmend skeptischer. Das Wachstum wird sich weiter abschwächen. Ein Einbruch ist aber nicht in Sicht.“

Die deutsche Chemie legt eine Wachstumspause ein. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet in seinem aktuellen Quartalsbericht angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche nur noch mit einer Ausweitung der deutschen Chemieproduktion um ein Prozent und einem Anstieg des Branchenumsatzes um 4,5 Prozent.

Frankfurt a.M. – Das Wachstum im deutschen Chemiegeschäft hat sich im zweiten Quartal deutlich abgeflacht. Das stellt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seinem aktuellen Bericht zur wirtschaftlichen Lage der Branche fest. Die Chemieunternehmen spüren mittlerweile die Folgen der Finanzmarktkrise in den USA und die nachlassende Dynamik der europäischen Industriekonjunktur. Auch die kräftig gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie der starke Euro machten den Unternehmen zu schaffen. Noch sind die Auftragsbücher vieler Abnehmerbranchen gut gefüllt, weil viele Kunden der Chemie nach wie vor vom Investitionsschub in Asien profitieren. Allerdings hat sich das Wachstumstempo mittlerweile in fast allen Regionen verlangsamt. Vor diesem Hintergrund rechnet der VCI für das Gesamtjahr nur noch mit einer Ausweitung der deutschen Chemieproduktion um ein Prozent. Der Branchenumsatz dürfte dabei um etwa 4,5 Prozent steigen.

  • Produktion kaum gewachsen. Im Vergleich zu den Monaten Januar bis März stieg die Chemieproduktion im zweiten Quartal dieses Jahres lediglich um 0,2 Prozent. Auch gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal konnten die Chemieunternehmen ihre Produktion nur um 0,4 Prozent ausweiten. Diese deutliche Verlangsamung erfolgte allerdings auf hohem Niveau.
  • Erzeugerpreise deutlich gestiegen. Im zweiten Quartal 2008 waren chemische Erzeugnisse im Durchschnitt 1,6 Prozent teurer als in den ersten drei Monaten. Im Jahresvergleich stieg das Preisniveau um 4,5 Prozent. Hauptgrund für diese Entwicklung waren die kräftigen Zuwächse der Energie- und Rohstoffkosten.
  • Umsatz legte weiter zu. Die deutsche Chemieindustrie erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Umsatz von 44 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorquartal um 2,4 Prozent übertroffen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal erzielten die Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 4,7 Prozent. Dieses Plus wurde fast ausschließlich von höheren Erzeugerpreisen getragen, die Mengen entwickelten sich schwach.
  • Beschäftigung blieb konstant. Von April bis Juni beschäftigten die deutschen Chemieunternehmen rund 439 800 Mitarbeiter. Damit blieb die Zahl der Beschäftigten nahezu stabil.

Weltwirtschaft: Chemiemärkte wuchsen nur noch moderat

Im zweiten Quartal ist die Weltwirtschaft zwar weiter gewachsen. Die dunklen Wolken am Konjunkturhorizont waren aber nicht zu übersehen. Im Gegenteil: Sie kamen immer näher. Die weltweit anhaltende Finanz- und Immobilienkrise hinterließ deutliche Bremsspuren im Weltwirtschaftsgefüge. Das hohe Rohstoffpreisniveau und stark gestiegene Inflationsraten belasteten zusätzlich. Das Wachstumstempo hat sich mittlerweile in fast allen Regionen deutlich verlangsamt. Die immer noch kräftige Investitionsnachfrage in China und Indien konnte die Schwäche der US-Konjunktur bisher zwar weitgehend ausgleichen. Aber auch hier war zuletzt eine Drosselung des Wachstumstempos zu beobachten.

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