Europäische Chemieindustrie Konjunktur der Chemieindustrie bleibt hinter den Erwartungen zurück

Trotz eines wechselhaften Marktumfelds ist es den meisten Chemieproduzenten in den letzten 12 Monaten gelungen, ihren Absatz zu steigern. 60 Prozent haben ein Wachstum von bis zu zehn Prozent in ihren Auftragsbüchern verzeichnet. Dazu beigetragen hat die moderate, teilweise rückläufige Entwicklung bei den Rohstoffkosten. Dennoch blieb das Geschäft hinter den Erwartungen der Branche zurück. Bei jedem vierten Chemieunternehmen schrumpfte die Nachfrage.

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Die Märkte für Chemieprodukte schwanken, dennoch ist es den meisten Chemieproduzenten gelungen, den Absatz zu steigern.
Die Märkte für Chemieprodukte schwanken, dennoch ist es den meisten Chemieproduzenten gelungen, den Absatz zu steigern.
(Bild: Dreaming Andy - Fotolia.com)

Die Märkte für Chemieprodukte sind auch in den letzten 12 Monaten volatil geblieben. Den meisten Chemieproduzenten ist es dennoch gelungen, ihren Absatz zu steigern: 60 Prozent haben ein Wachstum von bis zu zehn Prozent verzeichnet. Positiv hat sich die moderate, teilweise rückläufige Entwicklung bei den Rohstoffkosten ausgewirkt. Dennoch: Insgesamt hat sich das vergangene Jahr schwächer entwickelt, als die Branche es vor einem Jahr vorausgesagt hatte. Jedes vierte Chemieunternehmen musste einen Nachfragerückgang hinnehmen; das sind deutlich mehr als noch vor einem Jahr.

Zu diesen Ergebnissen kommt die C3X-Studie (Chemical Customer Connectivity Index), die die Unternehmensberatung A.T. Kearney, Chemanager Europe und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster im Juni und Juli 2013 zum siebten Mal durchgeführt haben. Dazu wurden rund 150 Führungskräfte aus Chemie- und Kundenindustrien aus Europa, den USA, Indien, Südkorea und China befragt.

Für das kommende Jahr sind die Studienteilnehmer wieder optimistischer. Rund drei Viertel der Chemieproduzenten gehen davon aus, dass ihr Geschäft erneut um bis zu zehn Prozent wachsen wird. Die Rohstoffkostenentwicklung wird weiter moderat bleiben. Außerdem bestätigt die Studie: Chemieproduzenten setzen zunehmend auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit ihren Kunden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Der Ausblick ist positiv: Rund drei Viertel der Chemieproduzenten gehen davon aus, dass ihr Geschäft in den kommenden 12 Monaten um bis zu zehn Prozent zulegen wird.

Verfügbarkeit von Rohstoffen entspannt

Noch vor einem Jahr stand der Zugang zu alternativen Rohstoffen an der Spitze der Anforderungen, die Kunden der Chemieindustrie in punkto Nachhaltigkeitsmanagement an ihre Lieferanten stellen. In diesem Jahr rangiert dieses Thema nur noch im Mittelfeld. Dass die Rohstoffversorgung an Bedeutung eingebüßt hat, ist auch auf die geringeren Energiekosten infolge des Schiefergas-Booms in den USA, niedrigere Rohölkosten und die erhöhte allgemeine Verfügbarkeit von Rohstoffen zurückzuführen.

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