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Anlagenlebensdauer und -Verschleiß

Kommt jetzt die Anlage ohne Fehl(er) und Tadel?

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Doch nicht immer muss es um Ausfälle und Schäden gehen: Auf besonderes Interesse stieß auch der sogenannte Halogeneffekt, zu dem Forscher des Dechema Forschungsinstitutes ihre Ergebnisse präsentierten. Dieses Phänomen tritt bei Leichtbau-Werkstoffen aus Titan-Aluminiumbasis im Hoch­temperaturbereich (mehr als 1050 °C) auf.

Diese Werkstoffe, die normalerweise leicht oxidieren und abplatzen, können durch den erstmals 2004 beschriebenen Effekt eine glatte Passivschicht aus Al2O3 ausbilden. Da sich dieser Effekt auf eine wenige Mikrometer dünne Grenzschicht beschränkt, bleiben die mechanischen Eigenschaften der Legierungen erhalten. Daraus ergeben sich in der Praxis deutliche Erweiterungen der Einsatzgrenzen derartiger Komponenten und Werkstücke.

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Betriebsfestigkeit trotz häufiger Lastwechsel

Wer Schäden vermeiden will, muss sich auch mit typischen Problemen im Betrieb auskennen: Besonders Lastwechsel, die sogenannte dynamische Beanspruchung, zehrt an Anlagenteilen und Komponenten. Einige hundert Lastwechsel sind dabei nichts Ungewöhnliches. Das geht an die Sub­stanz – eine echte Dauerfestigkeit oder gar eine Null-Fehler-Anlage könne es so gar nicht geben, erklärte Joachim Hug von Sinco Tec.

Wie sich eine ausreichende Betriebsfestigkeit ermitteln lässt und welche Aussagen über die verbleibende Lebensdauer zerstörungsfreie Prüfverfahren liefern, wurde ebenso kontrovers diskutiert wie der Einsatz geplanter und ungeplanter Instandhaltungsmaßnahmen. Eines wurde dabei deutlich: Auch mit den elaboriertesten Prüfverfahren und ausgeklügelten Berechnungen lässt sich der exakte Zeitpunkt eines Bauteilversagens nicht prognostizieren.

80% der Schäden treten in bestimmten Betriebsphasen auf

Ein heißer Tipp wären jedoch die An- und Abfahrphasen, besonders nach Anlagenstillständen und Instandhaltungsarbeiten: Etwa 80 % der Schadensfälle treten in diesen Projektphasen auf, erklärte Ulrich Rappold vom Rückversicherer Munich Re.

Daher tun Ingenieure gut daran, besonderes Augenmerk auf das Schnittstellenmanagement in Turnaround-Projekten zu werfen, so der Experte. Und: Wenn derartige Tätigkeiten von spezialisierten Industriedienstleistern durchgeführt werden, dürfe man sich nicht aus der Verantwortung stehlen, denn: „Arbeit können Sie outsourcen, Verantwortung nicht!“

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