Suchen

powered by

Explosionsschutz Können Schneckenförderer eine Explosionsausbreitung verhindern?

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Welche Rolle können Schneckenförderer beim konstruktiven Explosionsschutz spielen. Auf dem 9. Schüttgut-Forum am 9./10. Dezember 2015 auf der Festung Marienberg in Würzburg zeigt Dr. Albrecht Vogl vom FSA, dass modifizierte Rohrschneckenförderer Flammenübertragung in die nachfolgenden Anlagenteile verhindern können.

Firmen zum Thema

Dr. Albrecht Vogl, FSA, geht der Frage nach, ob Schneckenförderer auch als Explosionsschutzmaßnahme zur Vermeidung einer Explosionsübertragung verwendet werden können.
Dr. Albrecht Vogl, FSA, geht der Frage nach, ob Schneckenförderer auch als Explosionsschutzmaßnahme zur Vermeidung einer Explosionsübertragung verwendet werden können.
(Bild: FSA)

Programm und Anmeldung zum 9. Schüttgut-Forum

Würzburg – Bei Transport, Lagerung und Verarbeitung brennbarer Schüttgüter kann eine Gefährdung durch Staubexplosionen bestehen. Gelingt es nicht, explosionsgefährliche Staubwolken und wirksame Zündquellen sicher auszuschließen, so sind zusätzliche konstruktive Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese Maßnahmen können die Explosion zwar nicht mehr verhindern, sie begrenzen jedoch die gefährlichen Auswirkungen auf ein akzeptables Maß. Besondere Bedeutung kommt dabei der sogenannten explosionstechnischen Entkopplung zu, die die Explosionsfortpflanzung in angeschlossene Anlagenbereiche verhindert.

Flammenübertragung verhindern

In einem Forschungsprojekt der Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin e.V. (FSA e.V.) wurde die Frage untersucht, ob Schneckenförderer, wie sie für den Transport von Schüttgütern eingesetzt werden, gleichzeitig als Explosionsschutzmaßnahme zur Vermeidung einer Explosionsübertragung verwendet werden können.

Hierzu wurden an einem Rohrschneckenförderer technische Veränderungen derart durchgeführt, dass ein kleiner Teil des Schneckengangs entfernt wurde. Durch diese Maßnahme sollte an dieser Stelle ein definierter Schüttgutpfropfen entstehen, der den Querschnitt verschließt und dadurch eine Flammenübertragung in die nachfolgenden Anlagenteile verhindert. Die Wirksamkeit dieses Funktionsprinzips wurde durch Explosionsversuche mit unterschiedlichen Lastfällen in Abhängigkeit von Schüttguteigenschaften untersucht. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fließeigenschaften der Schüttgüter eine wichtige Rolle spielen. So lassen sich nicht mit allen Schüttgütern die in diesem Falle gewünschten Pfropfen erzeugen. Andererseits wurde festgestellt, dass mit Hilfe von Rohrschneckenförderern auch ohne einen Schüttgutpfropfen eine Explosionsübertragung verhindert werden kann, wenn die Mindestzündenergie des Feinstaubs einen bestimmten Wert übersteigt.

(ID:43700720)